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Kurzbericht zum BKK-Seminar online!

Vom 12. – 14. November 2014 fand das 23. Fortbildungsseminar der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag an der Fachhochschule Potsdam statt. Mehr dazu in unserem Kurzbericht auf der Seite des Fachbereichs Informationswissenschaften!

(An dieser Stelle bitte ich die unglückliche Anordnung der Beitragsfotos zu entschuldigen. Dies liegt an unserem neuen CMS, das im Zuge des Web-Relaunchs der Fachhochschule Potsdam seit diesem Frühjahr im Einsatz ist.)

Tagungsbericht zum Deutschen Archivtag online!

„NEUE WEGE INS ARCHIV – NUTZER, NUTZUNG, NUTZEN“ – so lautete das Thema des 84. Deutschen Archivtages, der vom 24. – 27. September 2014  in Magdeburg stattfand.

Unser studentischer Mitarbeiter Norman Warnemünde hat hierzu einen kurzen Tagungsbericht verfasst, der ab sofort hier eingesehen werden kann.

Schrecklich informativ und fürchterlich kommunikativ

Von Mathias Bornschein, FaMI beim Umweltbundesamt, Fachbibliothek Umwelt und Teilnehmer des 6. grad. Kurses der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement.

image1 (2)Wenn am Vortag außer dem Veranstaltungsmotto „Die digitale Gesellschaft“ der weitere Programmplan keine Einträge enthält und die Teilnehmerliste aus so bunten Namen wie @lesewolke, @fabibumwelt, @bibliothekarin oder @lambo besteht, dann ist klar, es ist BibCamp-Zeit. Warum? Weil alles nach BibCamp schreit.

„Back to the roots…“ kehrte die „Bibliothekarische Unkonferenz“ dieses Jahr zurück zu den Wurzeln. Und damit zurück an den Ort, wo 2008 alles als Gegenveranstaltung zum ehrwürdigen Bibliothekarstag begann.

Für den Neuling liest sich das dann nüchtern: 26.09. ‐ 27.09.2014 ‐ BibCamp – FH Potsdam.

Dabei handelt es sich bei einem BibCamp um alles andere, als eine typische Bibliothekskonferenz von Bibliotheksmenschen für Bibliotheksmenschen. In all den Jahren haben es die unterschiedlichen Veranstalter tatsächlich geschafft, den typischen Charakter der Ursprungsveranstaltung zu erhalten. Und so kennt auch das BibCamp 2014 weiterhin keine Besucher, sondern nur aktive TeilnehmerInnen. Als Neuling bei einem BibCamp steht man dann pünktlich 13:00 bepackt mit Isomatte, Schlafsack und Campingausrüstung in der FH Potsdam und schaut dann doch erst einmal etwas irritiert auf den leeren  Veranstaltungsplan und fragt sich:

„Wo sind denn jetzt die anderen Zelte?“ und „Was passiert hier jetzt eigentlich?“

Ganz BibCamp-­‐typisch findet die Themensammlung nämlich gemeinsam zu Beginn der Veranstaltung im Plenum statt. Die Themenvorschläge kommen dabei innerhalb eines riesigen Brainstormings von den Teilnehmern selber. Die Vorschläge könnten dabei weiter entfernt von verstaubten Büchern, alten Zeitschriften und Duttfrisuren von morgen nicht sein. Vielmehr füllt sich die provisorische Themenwand im „Hörsaal ohne Tafel“ der FH Potsdam mit Schlagworten wie: Augmented Reality, Öffentlichkeitsarbeit 2.0, Design Thinking, Bibliotheksethik, Informationskompetenz, Booksprint, Mitarbeitermotivation für Neues, Bibliothek der Zukunft, Embedded Librarian und Literaturverwaltung…

Ganz im Gegensatz zu typischen Konferenzen wundert sich dann auch so mancher Teilnehmer über sich selbst. Denn schnell ist der Mut gefasst sich aktiv ins Geschehen einzubringen und nicht in der Masse zu verschwinden. Im Anschluss an diese Themenfindungsrunde stimmen die Teilnehmer dann über die Programmpunkte der Konferenz ab und füllen nach und nach den
Programmplan der nächsten beiden Tage. Die BibCamp-­Veteranen nennen das Ergebnis am Ende „Sessiongrid“, meinen aber wohl das Selbe. Die gewählten Themen werden anschließend getreu dem Motto: „Mut zu kurzen Sessions“ innerhalb von 45 Minuten behandelt. Und spätestens hier stehen die Konferenzteilnehmer dann doch vor einem typischen Problem bei parallelen Sessions auf Konferenzen: „Wo gehe ich denn jetzt hin?“

„Neue Ansätze in der Infokompetenz“ vs. „Forschungsdatenmanagement“
„Motivation von Mitarbeitern für Digitales“ vs. „Bibliotheksethik“
„Bibliothek der Zukunft“ vs. „Literaturverwaltung“
oder „Augmented Reality“ vs. „Design Thinking für Bibliotheken“.

Schon der kurze Blick verrät, dass eigentlich alles interessant und schrecklich informativ ist. Zum Glück zeigt sich schnell, dass diese verstaubten Bibliotheksmenschen mittlerweile fürchterlich kommunikativ sind und die weiteren Sessions unter dem Hashtag #bib7 im Social Web und an der Twitwall mitverfolgt undnachvollzogen werden können.
Man kann also beruhigt selber mit Kolleginnen und Kollegen, Wissenschaftlern, Studenten und anderen interessierten Teilnehmern in der eigenen Session ins Gespräch kommen und das Thema kontrovers diskutieren. Nicht selten gelangt man im Laufe der Session dabei zu Themen, an die zu Beginn der Diskussionsrunde keiner dachte. Doch auch dies macht das BibCamp aus.

Von der „Bibliothek der Zukunft“ über „Werkzeug in der Bibliothek“ hin zur „Ausbildung der Zukunft“. Diskussionen während der Sessions, der weitere Austausch in den Pausen auf den Gängen und beim abendlichen „Social Event“ beim „Sterni“ für 1€, lassen dabei keine Diskussionsgelegenheit aus und laden auch neue, jüngere Teilnehmer zum Erfahrungsaustausch mit den Veteranen wie @lambo, @bibliothekarin oder @lesewolke ein.

Am Ende der zwei Tage #bib7 kann man nur allen Teilnehmer und natürlich den Organisatorinnen um Professor Dr. Stephan Büttner der FH Potsdam zu der äußerst gelungenen Veranstaltung gratulieren und fragt sich, warum man eigentlich Schlafsack, Isomatte und Campingausrüstung mit hatte und weshalb nicht viel mehr TeilnehmerInnen anwesend waren. Denn das BibCamp ist keineswegs eine reine Veranstaltung für Studenten, sondern vielmehr eine schrecklich informative und äußerst kommunikative Veranstaltung deren Reiz vor allem der Mix der Teilnehmer ausmacht und hoffentlich auch den Charakter des nächsten BibCamps #bib8 in Leipzig 2015 prägt.

Von Manner, Staren und Footprints

Mur-Insel

Graz, Insel in der Mur

Dass in Richtung Graz keine Flugzeuge des Typs Boeing 787 fliegen würden, habe ich nicht angenommen, dass dahin aber Flugzeuge des Typs DASH8 unterwegs sind, die nur unwesentlich größer als die Spielzeuge meiner Tochter sind, war trotzdem eine Überraschung. Bisher kannte ich den Begriff „Dash“ eher von so Sätzen wie „Fancy a dash ice in your Cola?“ und weniger aus der Luftfahrt. Der Flug in diesem kleinen Flugzeug hatte aber auch Vorteile: Das Sightseeing über Berlin war im Preis mitinbegriffen, der Fernsehturm konnte aus erstaunlicher Nähe bewundert werden… Nach knapp 1,5 Stunden fand auch diese Maschine hüpfenderweise den Weg nach unten und Graz begrüßte mich mit strahlendem Sonnenschein.

Keynote

Roy Williams stellt die Footprints vor

Der diesjährige E-Learning-Tag an der FH Joanneum, der unter dem Motto „Evaluierung offener Lernszenarien“ lief, begann mit der Keynote von Jenny Mackness (Independent Education Consultant) und Roy Williams (University of Porthsmouth). Beide stellten die Evaluations- und Reflexionsmethode der „Footprints of Emergent Learning“ („Fussabdrücke von Lernprozessen“) vor, eine sehr anschauliche Methode, die aufzeigt, wie der Lernprozess und das didaktische Konzept sowohl aus Dozenten- als auch aus Studierendensicht wahrgenommen wird. Die Footprints unterteilen sich in die Viertel/Cluster „Offenheit und Struktur“, „Interaktive Lernumgebung“, „Raum für persönliche Entwicklung“ und „ Eigener Stil, Selbstpräsenz“ und werden spezifiziert durch insgesamt 25 Faktoren (hier gibt es eine genaue Erklärung der Cluster und deren einzelnen Faktoren), die sich wertemäßig in verschiedenen Zonen des Kreises befinden – von der Mitte (1 – 10) bis hin zum Rand (ab dem Wert 30):

  • 1-10 vorgeschriebenes Lerndesign (wenig Offenheit, Aufgaben müssen abgearbeitet werden)
  • 11-16 sweet emergence (recht strukturiert, doch es kann auch Unvorhergesehenes geschehen, die Lernenden sind meistens in der Komfortzone)
  • 17-22 medium emergence (teilweise forderndes Lerndesign, es braucht Eigeninitiative und Engagement, um seinen, ihren Weg zu finden)
  • 23-28 sharp emergence (das Lernen ist anstrengend manchmal liegt zu viel Verantwortung auf den Lernenden, die Organisation des Lernprozesses, die Aufgabenstellungen brauchen Energie, die in der Auseinandersetzung mit dem Inhalt fehlt)
  • 29-30 Rand des Chaos (die Aufgaben sind so offen, komplex, dass nur mehr wenig Zeit für Inhalte übrig bleibt)
  • > 30 im Chaos (Lernen ist nicht mehr möglich, die Energie liegt in der Bekämpfung des Chaos oder die Lernenden gegeben auf, ziehen sich zurück).
Footprint2

Bsp.-Footprint

Mehr Informationen zu den Footprints, den Faktoren und die Möglichkeit die Footprints selbst auszuprobieren gibt es hier.

Auch kommt es auf die Sichtweise der Studierenden an: Fühlen diese sich bspw. in der „Sweet emergence-Zone“ im Cluster „Interaktive Lernumgebung“ beim Faktor „Co-Evolution“ wohl und möchten gar nicht mehr gefordert werden, so kann eine durch den Dozenten wohlgemeinte Veränderung lerntechnisch eher ins Negative umschlagen. Das Bild links wie die Erklärung der Werte oben wurden dem Blogs des ZML entnommen.

Interessanter Vergleich im Laufe des Vortrages: Das Verhalten von Teilnehmern beim E-Learning ähnelt dem von Staren, die sich einen Nachtplatz suchen. In beiden Fällen kann man das was folgt kaum vorhersehen…

Footprint_Reimerth

Erläuterung der eigenen Erfahrungen mit den Footprints

In den weiteren Vorträgen von Gudrun Reimerth und Barbara Ormsby im Track „Footprints und Reflexion“ wurde nochmals detailliert auf Erfahrungen mit den Footprints eingegangen. Reimerth (linkes Bild) nutzt die Footprints als selbstevaluations- und Weiterentwicklungstool in der PR Ausbildung und beschrieb, wie sie beim Einsatz stellenweise zwischen Euphorie und Ernüchterung hin- und hergerissen war. Denny Seiger (FH Joanneum Management internationaler Geschäftsprozesse) und Rainer Loidl (FH Joanneum Soziale Arbeit) nahmen die TeilnehmerInnen mit nach Stockholm, und verglichen das Reisen mit dem Lernen bzw. Lernprozessen. Was bringt mehr: ein planvolles Vorgehen oder ein offenes Herangehen? Sie kamen zu dem Schluss, dass eine Kombination beider Wege auch zum Ziel führt.

Nach der Pause ging es im Track „Evaluierungszenarien“ weiter. Heribert Popp (TH Deggendorf) erläuterte wie Nutzungsdaten der NutzerInnen aus Moodle (u.a. Log-In-Frequenz, Engagment in den Foren, eingereichte Seminararbeiten) zur Evaluierung virtueller Mathematik-Kurse ausgewertet werden („Learning Analytics), um herauszufinden, ob ein Zusammenhang zwischen Lernaktivität und Lernerfolg besteht. Bei Johannes Feiner und Elmar Krajnc (FH Joanneum, Intertechnik) konnten die BesucherInnen des Tracks live bei einer Online-Vorlesung via Etherpad mitmachen und sich somit in die Rolle der Studierenden einfinden. Im Anschluss stellte ich die „Evaluationsmethoden der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement“ vor und wies in diesem Zusammenhang auch auf die daraus gezogenen Schlüsse hin, wie z.B. der Einrichtung des Kurses „Gute Online-Lehre“ oder auch der Renovierung eines Seminarraumes unter der Berücksichtigung der Gruppenarbeit. Der letzte Vortrag hatte das Thema „Planspiel“ und Wolfgang Gruber (FH St. Pölten) stellte dar, wie es ihm gelingt, die Studierenden im Rahmen des Seminars „Internationale Entwicklung im historischen Kontext“ zu einer aktiveren Teilnahme zu bewegen.

Nach einer kurzen Kaffepause und einem kohlenhydratenhaltigen Snack in Form des berühmten östrreichischen „Manner“-Riegels ging es weiter. Nun war nochmal die Aktivität der TeilnehmerInnen gefragt! Beim deutsch-englischen Footprint-Workshop hatten wir die Gelegenheit eigene Footprints zu erstellen und mit Jenny Mackness und anderen Teilnehmenden darüber zu diskutieren. Aus diesem Workshop nehme ich als Ergebnis mit, dass Footprints

  • keine Wertung darstellen
  • immer in ihrem subjektiven Kontext zu sehen sind und somit
  • ist eine Häufung im inneren Bereich des vorgeschriebenen Lerndesigns auch per Se nicht schlecht.

Footprint_Graz

 

Zum Abschluss des Tages habe ich einen eigenen Footprint der Veranstaltung erstellt.

 

Die FaMI-Ausbildung im Bundesarchiv wird 15! Symposium in Berlin-Lichterfelde

Am 5. September 2014 fand im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde ein Symposium anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der FaMI-Ausbildung statt.

Den dazugehörigen Tagungsbericht „Vielseitig, vielfältig, FaMI“ gibt es auch der Seite des Bundesarchivs.

Auch wir gratulieren zum Geburtstag des jungen Ausbildungsberufes, der 1999 eingeführt wurde und freuen uns auf many years to come mit unseren Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste :-)!