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Von der Fernweiterbildung zum Master – ehemaliger Absolvent besteht Masterprüfung!

Am 9. Mai 2011 startete die erste Präsenz des 5. gradualen Kurses der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement. Mit dabei war unter den damaligen FaMI, Bibliotheksassistentinnen und – assistenten damals auch Marcus Heinrich von der Hochschulbibliothek der FH Brandenburg. 2015 erwarb er mit einer sehr guten Bachelorarbeit und Verteidigung zum Thema „Die Bibliothek als attraktiver Lernraum – Eine Untersuchung am Beispiel der Hochschulbibliothek der Fachhochschule Brandenburg“ im März 2015 seinen Bachelor und entschloss sich, noch den Master zu absolvieren.

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Marcus Heinrich – Foto: privat.

Am 21. Oktober diesen Jahres konnte Marcus Heinrich dann auch seine Masterurkunde in Empfang nehmen. Seine Abschlußarbeit beschäftige sich mit dem Thema „Forschungsdatenmanagement an der Technischen Hochschule Brandenburg – eine Anforderungsanalyse“ und das Ziel der Arbeit war es, Forschungsstrukturen zu ermitteln und Empfehlungen für den Auf- und Ausbau eines Forschungsdatenmangements zu  geben. Die Arbeit ist online hier einsehbar.

Und nun? wie sehen seine Pläne für die Zukunft aus? „Ich freue mich nach dem Studium nun der Arbeit wieder die volle Konzentration zukommen zu lassen“, betont Marcus Heinrich. „Zudem sehe ich nun in der Praxis diverse Anknüpfungspunkte, um das Gelernte aus dem Studium bzw. der Masterarbeit anzuwenden und/oder mich in Projekten einzubringen. „

Wir sind uns sicher, dass er dies ebenso mit dem gleichen Engagement verfolgt, wie die  Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement und seinen Bachelor und gratulieren ihm herzlich zur bestandenen  Masterprüfung!

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M23 – Referenzquellen (Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement)

Bitte stellen Sie sich zunächst kurz vor…

In den 1980er Jahren habe ich in Berlin mein Studium zur Diplombibliothekarin (FH) absolviert. Seit 1991 arbeite ich in der Fachhochschule Potsdam. In der Gründungsphase habe ich den Aufbau der Bibliothek aus dem Nichts heraus begonnen und begleite ihn bis heute als stellvertretende Leiterin. Im Laufe der Jahre entwickelten sich die inhaltliche Erschließung vor allem der geistes- und sozialwissenschaftlichen Medien und auch die Vermittlung unseres Gesamtbestandes zu meinen hauptsächlichen Arbeitsgebieten.

Wie ist Ihr Bezug zu Bibliotheken?

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Katharina Violet, Dozentin des Moduls Referenzquellen – Foto: FHP

Neben meinen administrativen Aufgaben rund um das Funktionieren einer Hochschulbibliothek ist mir immer die Nähe zu unseren Benutzer_innen und das Wissen um ihre konkreten Literatur- und Informationsbedürfnisse in allen Phasen des Studiums wichtig. Darum plane ich seit Ende der 1990er Jahre systematisch alle Veranstaltungen zur Vermittlung von Informationskompetenz in unserer Bibliothek und führe die meisten selbst durch. Dabei verändern sich die Konzepte, Module und Einzelveranstaltungen sowie persönlichen Beratungen zu Recherche und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens  und Lernens stetig von der einfachen Bibliotheksführung über die Teaching Library bis hin zur die Teilnehmer_innen aktivierenden Learning Library. In diesem Kontext arbeite ich seit Jahren aktiv in der Steuerungsgruppe des Netzwerkes Informationskompetenz Berlin-Brandenburg mit. Eigene Weiterbildung im Beruf ist für mich selbstverständlich. Mein umfangreiches Erfahrungswissen aus der Praxis gebe ich gern weiter. So kam ich zum Lehrauftrag im Rahmen der Fernweiterbildung Bibliothek.

Welches Modul lehren Sie in der Fernweiterbildung? Wie ist das Modul aufgebaut?

Im Rahmen der Fernweiterbildung unterrichte ich seit dem ersten Kurs das Modul „M23 –Referenzquellen“. Das Modul vereinigt Kenntniserwerb zum Thema Wissenschaftskunde als Grundorientierung für das inhaltliche Verständnis der „Datenbankwelt“, festigt und konkretisiert  den Umgang mit Recherchemethoden und –standards  und das Erkennen von Informationsbedarfen bei Nutzer_innen, die passgerechte Auswahl der Recherchemittel und –ressourcen sowie Vermittlungsmethoden. Das korrespondiert perfekt mit  meinen Arbeitsaufgaben in der FH-Bibliothek.

Wie intensiv nutzen Sie die E-learning-Plattform?

Für das Modul M23 gibt es einen umfangreichen moodle-Kurs mit 3 Themenblöcken, mit dazu gehöriger Literaturliste und verschiedenen Aufgaben. Sie heißen: Wissenschaftskunde, Informationsmittel und Referenzquellen, Fachinformation – Referenzdatenbanken. Die Kommunikation mit und unter den Teilnehmer_innen läuft ausschließlich über moodle, alle Aufgabenlösungen werden dort hochgeladen und von mir bewertet und dokumentiert.

Es ist mir wichtig, verschiedene Arbeitsformen auszuprobieren und jeden Kurs sehr individuell zu betreuen. So gibt es zum Beispiel im 1. Themenblock ein Diskussionsforum darüber, in welcher Form sich die Wissenschaften in der (Aufstellungs)systematik in der eigenen Bibliothek wiederfinden. Für die Gruppenarbeit nutzen die Gruppen unterschiedliche Kommunikationsmedien – ein wiki in moodle, facebook- oder Whatsapp-Gruppen. Die entstehenden Formulare werden in Clouds, via Google.docs o.ä. gemeinsam bearbeitet.

Wie praxisnah ist das Modul? Können sie die Berufserfahrung der TN einbeziehen?

Die Teilnehmer_innen können ihre Praxiserfahrungen ganz gezielt einsetzen, z. B. im Diskussionsforum, bei der Auswahl der Wissenschaftsdisziplin, mit der sich jede/r durch das ganze Modul hindurch auseinandersetzt und der letztendlichen Beschreibung  und Bewertung einer spezifischen Datenbank in der Hausarbeit.

Der Austausch über eigene Erfahrungen ist notwendig  – darum gibt es seit 2 Jahren eine Gruppenarbeit zwischen den Präsenzen.  Darin werden  gemeinsam Formulare erarbeitet, die es Bibliothekar_innen erleichtern, sich eine Datenbank, ihre Inhalte und Funktionalitäten unter Anwendung der gängigen Recherchestandards schnell zu erfassen,  in ihrem Nutzen zu bewerten. Teilnehmer_innen mit weniger Berührung  z.B. mit dem  Auskunftsbereich profitieren hier sehr von den praxiserfahrenen. Ich selbst betrachte sie alle als gleichwertige, kollegiale Partner_innen und wertschätze die unterschiedlichen Sichtweisen aus öffentlichen, wissenschaftlichen und Spezialbibliotheken.

Welche Leistungsnachweise erbringen die Teilnehmer_innen?

Zum Themenblock 1 gibt es eine kleine, schriftlich zu lösende Aufgabe, damit ich einen ersten Eindruck über die erworbenen Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Schreiben erhalte. Diese Aufgabe wird benotet, jede/r erhält eine kommentierte Bewertung von mir.

Im Themenblock 2 fertigt jede/r eine Auswahlbibliografie mit typischen, fachlichen Auskunftsmitteln für die untersuchte Einzelwissenschaft an (unbenotet).

Die in den Gruppen erarbeiteten Formulare werden in der Ausführungsveranstaltung für alle präsentiert und finden Anwendung in der abschließenden Hausarbeit, in der eine konkrete Datenbank analysiert und im Rahmen einer Musterrecherche bewertet wird. Diese Hausarbeit wird benotet. Die Gesamtnote ergibt sich dann aus dem Notendurchschnitt.

Welchen Rat möchten Sie unseren TN mit auf den Weg geben

Dieses Modul bietet den Teilnehmer_innen die Möglichkeit bei aller Fachlichkeit auch mal über den Tellerrand zu schauen, indem sie sich mit den Inhalten und der Struktur einer Einzelwissenschaft beschäftigen, die sie besonders oder eben auch ganz privat interessiert. Bisher war da schon ganz Verschiedenes dabei: Biologie, Philosophie, Architektur, Musik-/Theaterwissenschaft, Theologie… Das ist auch für mich sehr interessant und manchmal überraschend. Seien und bleiben Sie neugierig und offen in unserer sich stetig verändernden (Arbeits)welt!

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Sauspannend! Der Stellenwert von Bewegungsarchiven für die Demokratiebildung – ein Radiointerview mit
Julia Hartung

Die Bedeutung der Archive von unten ist immens. Vielen klassischen Archiven ist es so gut wie nicht möglich, ihre Bestände um nicht-amtliches Archivgut zu bereichern und somit Überlieferungen zu bilden, bei denen es sich nicht um so genannte Herrschaftsüberlieferungen handelt.

Bei den Bewegungsarchiven – wie es das Beitragsbild der Illustratorin Tine Fetz bereits suggeriert – handelt es sich in der Regel um lebendige Dokumentationseinrichtungen mit einem Sammelschwerpunkt. Im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) sind die Archive von unten in der Fachgruppe 8 „Archive der Hochschulen sowie wissenschaftlicher Institutionen“ verortet. In diesem Jahr wurde das Positionspapier „Zur Zukunft der Archive von Protest-, Freiheits- und Emanzipationsbewegungen“ verabschiedet.

Ich wage zu behaupten, dass die Bedeutung der Archive von unten im digitalen Zeitalter weiterhin wächst: Wer sonst sollte die relevanten Bottom-Up-Prozesse im Web aus einer unübersichtlichen Masse an Informationen filtern und diese den offiziellen Überlieferungen gegenüberstellen können, wenn nicht Bewegungsarchive?

In diesem Radiointerview berichtet Julia Hartung von den Aufgaben und dem Stellenwert der deutschen Bewegungsarchive.

Julia Hartung ist Soziologin mit dem Schwerpunkt „Historische Aufarbeitung deutschen Verbrechen 1933-45“ und lebt und arbeitet in Berlin. Zur Zeit absolviert sie den Masterstudiengang Archivwissenschaft an der FH Potsdam und ist im Archiv der Akademie der Künste tätig.

Wir bedanken uns für den interessanten Beitrag :-)!

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So schnell sind vier Jahre rum…

Nach vier Jahren hieß es nun Abschiednehmen. Im Herbst 2012 hatte der 6. graduale Kurs seine Eröffnungspräsenz, am letzten Freitag waren fast alle TeilnehmerInnen des Kurses persönlich erschien um Ihre Bachelorurkunde in Empfang zu nehmen. Einige BesucherInnen hatten sogar eine Fahrt von über sechs Stunden samt Stau in Kauf genommen um bei den Feierlichkeiten über den Dächern von Potsdam in der Wissenschaftsetage (WIS) dabei sein zu können.

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Auch das Catering stimmte! – Foto: A. Harmuth

Ina Hinrichs vom 6. gradualen Kurs hatte die Idee mit einer offiziellen Verabschiedung, ein Vorschlag den das Projektteam gerne aufgriff und man merkte es dem Kurs an: Wiedersehensfreude und Neugier waren groß –  hatten sich die TeilnehmerInnen doch zum letzten Mal vor fast einem Jahr gesehen. Von spontanen Vorträgen auf Englisch bis zu „Plötzlich Vorgesetzte“ oder Abteilungleiter – die beruflichen Wege haben bei der ein oder dem anderen nochmal für einen gewissen „Twist“ gesorgt, wie sich in persönlichen Gesprächen heraustellte. In der offiziellen Begrüßung durch die Projektkoordinatorin Sabine Wolf und dem Projektleiter Hans-Christoph Hobohm betonten beide dann auch, das sie den Kurs als harmonisch und von der Gruppendynamik sehr positv wahrgenommen und  gerne betreut haben und dankten für die sehr gute Zusammenarbeit.

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Oliver Wachholz erklärt das Eyetracking – Foto: A. Harmuth

Um die Spannung hinsichtlich der Zeugnissübergabe noch ein wenig zu steigern, konnten die BesucherInnen um 19.00 Uhr einer Führung durch die Austellung der WIS, dem Forschungsfenster,  beiwohnen. Herrn Oliver Wacholz, Assistenz der Geschäftsführung der WIS, war die Begeisterung bei der Vermittlung und ausführlichen Erklärung der Exponate mit jedem Satz anzumerken – aber so langsam machte sich dann doch Ungeduld breit – die Urkunden sollten verteilt werden! Und dann war es endlich so weit…

In seiner feierlichen Rede betonte Hans-Christoph Hobohm, dass die Fernweiterbildung mit ihrem Konzept bewusst dem von Peter Handke geprägten Begriff der Alleinmüdigkeit entgegenwirkt, die ja ansonsten jedem Studierenden blüht.  Zum Studieren gehöre auch, in Anlehnung an das bekannteste Studentenlied – Gaudiamus Igitur – „das Fröhlichsein“ und nicht nur die Arbeit. Den vielen gequälten Lächeln war jedoch zu entnehmen, dass gerade Letzteres die TeilnehmerInnen in ihrer Abschlußphase mehr begleitet zu haben schien.

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Ein Dankeschön ans Projektteam für die Betreuung – Foto: A. Harmuth

Aber die Mühen haben sich gelohnt. Eltern, Partnerinnen, Partner und Kinder verfolgten gespannt den Aufruf des Namens und die Nennung des jeweiligen Themas. Titel wie  „Das Konzept der  „Open library“ an öffentlichen Bibliotheken Deutschlands“, „Der Systembibliothekar an deutschen Bibliotheken“, „Marketingmaßnahmen zur Gewinnung von Jugendlichen als Nutzer öffentlicher Bibliotheken“, „Konzeption einer neuen Aufstellungssystematik für die Kinderbibliothek der Christian-Weise-Bibliothek“ oder auch „Konzeption und Durchführung eines Webinars zum Wissensmanagement“ zeigten, dass die TeilnehmerInnen der Fernweiterbildung herausfordernde und überwiegend praxisorientierte Fragestellungen in Ihren Abschlußarbeiten behandelt haben und das mit großem Erfolg, wie an den tollen Abschlußnoten zu sehen war!

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Schöne Location, gelungener Abend! – Foto: S. Wolf

Der Abend klang mit einem netten Beisammensein aus, bei dem sich alle nochmals gerne an die vier sehr schnell vergagenen Jahre erinnert haben. Nette Gäste, ein schöner Abend, der allen gefallen hat – so fiel auch uns der Abschied wenigstens nicht ganz so schwer…

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WP-A1 – IuK-Technologien (M.A. Archivwissenschaft)

Nach langer Pause ist es wieder soweit: Hier kommt ein neuer Beitrag aus unserer Reihe „Module unter der Lupe“! Professor Dr. Jörg Bleymehl erweckt unser Wahlpflichtmodul „Informations- und Kommunikationstechnologien“ im M.A. Archivwissenschaft zu neuem Leben. Seit 2000 vertritt er an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Fakultät Medien, das Lehrgebiet Angewandte Medieninformatik und Mediengestaltung. Schwerpunkte seiner Lehre im Studiengang Medientechnik sind Webentwicklung und Entwicklung mobiler Anwendungen. Im Studiengang Museologie lehrt er „Datenmanagement und Datenbanken“ und im Studiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft „Medienkompetenz und Medienherstellung“.

In Anlehnung an die Entwicklungen des Social Web im Archivwesen verhilft der „im Umgang mit GeisteswissenschaftlerInnen geübte“ Ingenieur dem Modul zu neuem Glanz. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit :-)!

Worum geht es bei dem Modul?

Prof. Dr. Jörg Bleymehl

Prof. Dr. Jörg Bleymehl

In der heutigen Zeit sind IuK-Technologien allgegenwärtig und die Entwicklung schreitet rasant voran. Grundlegende Kenntnisse sind daher für alle Bereiche hilfreich, wenn nicht sogar notwendig. Dies gilt auch für die Archivwissenschaft. Diese Kenntnisse sollen es den Studierenden ermöglichen, Möglichkeiten der Technologien für die eigene Arbeit zu erkennen und/oder zu bewerten. Natürlich macht es wenig Sinn, hier allzu tief in technische Details einzusteigen. Hierfür gibt es entsprechende Fachleute.

Der Fokus des Moduls wird auf dem Internet liegen. Hier wird erst einmal die Funktionsweise in vereinfachter Form vermittelt und wichtige Begriffe, die mittlerweile sogar das heimische Wohnzimmer erreicht haben, erläutert (Router, VPN u.a.).

Im weiteren Verlauf des Moduls werden dann verschiedene Dienste des Internet vorgestellt, die von den Studierenden genutzt werden, so z.B. ein Content Management System zum Erstellen einer Webseite oder eines Blogs sowie Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke. Wichtig ist, die Grundprinzipien der Dienste zu verstehen und deren Erfolg nachvollziehen zu können.

Was bringen die Studierenden bereits mit?

Die Studierenden dürften sehr inhomogene Voraussetzungen mitbringen, bedingt durch berufliche oder private Erfahrungen und Präferenzen. Auch ist zu erwarten, dass verschiedenen Diensten (z.B. Facebook) gegenüber durchaus Vorbehalte herrschen und eine private Nutzung deshalb explizit vermieden wird. Hier gilt es, objektive Kriterien herauszuarbeiten, die es ermöglichen, eine Nutzung solcher Dienste im beruflichen Rahmen neutral zu bewerten.

Welche Prüfungsleistung gibt es?

Die Prüfungsleistung wird eine praktische Abschlussarbeit. Hier ist es wünschenswert, dass die Studierenden ein Projekt angehen, welches direkt mit ihrer Tätigkeit in Verbindung steht. Es muss daher mit den Studierenden individuell abgestimmt werden, um was es sich genau handelt.

Vielen Dank!

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