Jeder kann schreiben!

So lautet das Fazit von Rosaria Chirico, Gründerin der Schreibwerkstatt Schreib los!. Am vergangenen Freitag besuchten Julia Sammler und Sabine Wolf den Workshop der Schreibtrainerin zum Thema „Bachelorarbeiten begleiten und bewerten“ in der Filmuniversitat Babelsberg Konrad Wolf. Veranstaltet wurde der Workshop vom Netzwerk Studienqualität Brandenburg (SQB). Hier ist ihre Zusammenfassung des Workshops.

Ergebnisse Workshop

Ergebnisse der ersten Gruppenarbeit – Foto: Wolf

Nachdem zu Anfang die Erwartungen der Teilnehmenden abgefragt wurden, ging es im Anschluss in der ersten Gruppenübung darum, eigene Erfahrungen sowohl als Studierender als auch als Lehrender Revue passieren zu lassen. Was haben negative Bewertungen zu Studienzeiten in mir ausgelöst und was positive? Das Gleiche sollten wir für eine Arbeit herausarbeiten, die von uns bewertet wurde. Warum hat diese Arbeit zu Erfolg bzw. Misserfolg geführt und was waren die Faktoren, die bei der Notengebung eine Rolle spielten? Warum wurden Arbeiten am Ende gut bzw. schlecht bewertet? Fühlen sich Studierende zu Recht ungerecht bewertet?

Hierbei haben alle Gruppen unabhängig voneinander herausgearbeitet, dass „Transparenz“ und „Vergleichbarkeit“ entscheidende Kriterien bei der Notenvergabe sind, die Lehrende vor einer „Rechtfertigungssituation“ bewahren und für Studierende eine „Checkliste“ zum Schreiben einer Arbeit darstellen („Welche Punkte habe ich noch nicht oder zu wenig berücksichtigt, obwohl sie bei der Bewertung eine wichtige Rolle spielen?“).

Fragebogen Studierende

Fragebogen für Studierende – Foto: Wolf

Wie kann weiterhin die Rolle der Betreuenden einer Abschlussarbeit bewusster gestaltet werden, wenn diese doch offensichtlich einen so großen Einfluß auf die Bewertung am Ende hat? Rosaria Chirico verwies hiermit auf das Dilemma, in dem sich viele Gutachterinnen und Gutachter befinden, die gleichzeitig betreuen und bewerten: Der Spagat zwischen „Betreuer und Juror“ ist hierbei häufig schwierig und das daraus resultierende Problem allzu menschlich: Viele GutachterInnen wissen aus eigener Erfahrung, dass das persönliche Verhältnis zu den Studierenden und somit subjektive Einschätzungen ebenfalls als unformulierte Kriterien in die Bewertung einfließen. Abstand ist daher ein ganz entscheidendes Kriterium, wenn GutachterInnen die eigene Objektivität bei der Bewertung in Frage stellen. Die Unschlüssigkeit über die Vergabe der richtigen Bewertung, die weder zu streng noch zu gutmütig ausfallen sollte, kann reflektiert und überwunden werden, indem man sich eine zweite Meinung zur Arbeit durch einen weiteren Fachexperten bzw. eine weitere Fachexpertin einholt.

Ein häufiges Problem, das für „Frust auf beiden Seiten“ sorgt, sind Abschlussarbeiten, die überraschend schlecht ausfallen, obwohl zuvor Sprechstunden und Kolloquien besucht wurden und sich sowohl GutachterIn als auch „Prüfling“ in Sicherheit wähnen, später auf ein angemessenes Resultat zu schauen. Tatsächlich aber sprechen Studierende und BetreuerInnen in Kolloquien häufig aneinander vorbei und dringen somit nicht bis auf den Kern des Problems durch – sei es auch Scham der Studierenden, sich als unwissend „bloßzustellen“ oder aber weil sie das Kernproblem schlicht nicht von selbst erkennen. So berichtete Rosaria Chirico davon, dass Studierende häufig mit formalen Fragen in die Sprechstunde kommen aber dass sich die ursprünglichen Problemstellungen –  beispielsweise Fragen zur richtigen Zitierweise – im Verlauf einer (guten) Beratung häufig als „Nebenschauplätze“ herausstellen, wenn erkannt wird, dass der Arbeit Struktur und roter Faden fehlen.

Abhilfe kann hier ein Fragebogen zur Sprechstundendokumentation schaffen, der sowohl von Betreuenden als auch von Studierenden ausgefüllt wird. Darin festgehalten werden zum Beispiel der Stand der Dinge, Probleme, Lösungsvoschläge etc. (siehe Abbildung). Der Bogen soll dabei helfen, Fallstricke, die während des Bearbeitungsprozesses der Abschlussarbeit auftauchen, zu vermeiden.

Fallstricke…

Ein Fallstrick, der einen besonders gravierenden Einfluss auf die Arbeit hat, ist  z.B. der Schreibtyp, da sich dieser im Zeit- und Selbstmanagement widerspiegelt. Hier gilt es herauszufinden, welcher Kategorie der/die Studierende angehört. Handelt es sich um den kreativ-assoziativen Typ, der eine engmaschige Betreuung und regelmäßigen Termindruck benötigt, damit er sich nicht in Gedanken verliert oder um den strukturierten Schreibtyp, der grundsätzlich über ein gutes Zeitmanagement verfügt aber dafür ggf. dazu neigt, sehr spät mit dem Schreiben zu beginnen oder das Thema der Arbeit so stark einzugrenzen, das wichtige Punkte gar nicht einbezogen werden?

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Fragebogen für Lehrende – Foto: Wolf

Da sich die Studierenden dessen oftmals selbst nicht bewusst sind, ist der Scheibtypen-Test der Goethe-Universität Frankfurt ein erster Schritt, der zusammen mit dem Fragebogen zu einer strukturierteren Herangehensweise bei der Bearbeitung der Bachelorarbeit führt.

Entwicklung eines Bewertungsrasters

Nach der Pause entwickelten wir auf der Grundlage von von vier bereits bestehenden Bewertungsrastern in Gruppenarbeit unsere eigene Bewertungsmatrix. Hierbei zeigte sich, dass die unterschiedlichen Fachgebiete durchaus unterschiedlicher Auffassung waren, wie ausführlich die Punkte Form und Inhalt untergliedert werden sollten und ob eher eine Notenskala oder eher prozentual bewertet werden sollte… wir haben uns schließlich auf eine Notenskala von 1  -5 entschieden und unser Raster grob in Form (30%), Inhalt (40%) und Methode (30%) untergliedert. Letztgenanntere unterteilte sich noch in Eigenständigkeit, Festigkeit und Ablauf. Unter Form fassten wir die äußere Form, die korrekte Verwendung von Zitaten, das einflechten von Tabellen und Abbildungen und die Verwendung von Fachbegriffen zusammen. Unter Inhalt verstanden wir neben der Gliederung auch die verwendete Literatur, das angewendete Fachwissen, die Aktualität der Forschungsfrage, die Reflexion und die belegbarkeit.

In der Tiefe der Erde…

Häufig sind in Abschlussarbeiten Alltagsformulierungen zu finden, die durch ein oberflächlichliches oder fehlendes Lektorat in der Erstversion der Arbeit verblieben sind. Ein Beispiel für die Verwendung von Alltagssprache: „In der Tiefe der Erde wird der Druck immer höher!“ Dieser eher an Küchenpoesie erinnernde Satz hält kaum der Wissenschaftlichkeit stand, da er Präzision als auch den Hinweis auf die Nachweisbarkeit vermissen lässt. In einem kurzen Brainstorming erarbeiteten wir Kriterien eines wissenschaftlichen Textes, wie z.B. die Verwendung von Fachtermini und Definitionen sowie die Vermeidung von Redundanzen und Modalverben. Unsere Aufgabe bestand nun darin, dem aufgeführten Text mithilfe der erarbeiteten Kriterien Wissenschaftlichkeit zu verleihen – mit zum Teil sehr interessanten und ausführlichen Ergebnissen!

Ganz oft ist in Abschlussarbeiten aber auch das umgekehrte Phänomen zu beobachten, bei dem Studierende gar nicht erst in einen Schreibfluss kommen und sich an der möglichst wissenschaftlichen Formulierung Ihrer Sätze die Zähne ausbeißen. Sie verbringen dann zuviel Zeit mit dem Grübeln über gute Formulierungen als mit der eigentlichen wissenschaftlichen Bearbeitung ihres Themas.

Welche Tipps können Lehrende ihren Studierenden also geben, damit diese überhaupt erst einmal ins Schreiben kommen? Hier stellte uns Rosaria Chirico die „Free-Writing-Methode“ vor, bei der es darum geht, erst einmal die Gedanken in Alltagssprache herunter zu schreiben, bevor diese dann in einen wissenschaftlich adäquaten Text umgewandelt werden. Der geschriebene Text kann dabei Fehler aufweisen und es können Füllzeichen verwendet werden, wenn eine Wort fehlt – der Schreibfluss steht im Vordergrund. Als Zeitlimit gilt 5 – maximal 20 Minuten und die Methode kann auch zum „Aufwärmen“ vor dem Verfassen eines längeren Textes verwendet werden.

Selbstverständlich übten wir uns auch selbst im „Free Writing“ und formulierten unsere persönlichen Ergebnisse des Workshops. Dies war dann auch unsere letzte Aufgabe bevor es ans Feedback ging, das äußerst positiv ausfiel – den Erwartungen der Teilnehmenden wurde durchweg entsprochen.

Fazit
Ein anschaulich und gut gestalteter Workshop, der nicht nur auf die bloße Bewertung von Bachelorarbeiten einging, sondern darüber hinaus auch Vorschläge bot, wie z.B. unterschiedlichen Schreibtypen begegnet werden kann. Dabei war besonders interessant, dass es so etwas wie ein „Schreibgen“ gar nicht gibt.  Jede/r von uns zieht vielmehr einen „Schreiberfahrungsschwanz“ an guten und schlechten Erfahrungen mit dem Schreiben hinter sich her und je nachdem, welche Erfahrungen überwiegen, hat diejenige/derjenige dann das Gefühl „gar kein Talent fürs Schreiben“ zu haben. Dabei kann hier eigentlich nur eines helfen:

Üben, üben, üben – denn Schreiben kann wirklich jeder!

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M02 – English for Information Professionals (Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement)

Seit Mitte September hat auch die Fernweiterbildung Bibliothekmanagement einen neuen Dozeten für das Modul „English for Information Professionals. Ken Nein ist sein Name und  Erfahrungen bringt er gleich in doppelter Hinsicht mit: Zum einen lehrte er bereits bei einem Berliner Bildungsträger Fachenglisch und zum anderen ist er Muttersprachler –  was bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern genau so gut ankommt wie seine berühmten „Pennsylvania Dutch Cookies“…

Woher kommst du genau?

Ich bin in Pennsylvania, USA geboren (mein Ur-Ur-Großvater kam aus Deutschland). Nach meinem Studium in Amerika (Hauptfach English), bin ich 1976 nach Berlin umgezogen, eigentlich nur um kurzfristig Germanistik zu studieren. Zufälligerweise habe ich aber dann meine erste Tätigkeit im Bibliothekswesen als „Library Technician“ (heutzutage als FaMI bekannt) bei der U.S. Luftwaffe am Flughafen Tempelhof aufgenommen. Als ich dann später kommissarisch die Bibliotheksleitung übernommen habe, entschied ich, dort zu kündigen und mich beruflich zu qualifizieren. Meinen Diplom-Bibliothekar habe ich an der FU Berlin und eine Zusatzausbildung zum Musikbibliothekar an der FH Stuttgart gemacht.

Ken Nein

Unser neuer Englisch-Dozent: Ken Nein – Eigenes Foto.

In den 80er Jahren arbeitete ich an der FU Berlin in dem Forschungsprojekt „FiSch – Fachinformation in Schulen“, wobei wir viele Berufskollegen die (damals) brandneue Welt der Nachschlagewerke auf CD-ROM vorgestellt haben. Ich war dort Gastdozent für musikbibliothekarische Themen, z.B. Musikbibliographien. Zur gleichen Zeit war ich auf der internationalen Ebene des Musikbibliothekswesens aktiv und wurde 1987 auf der Jahrestagung der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken, Musikarchive und Musikdokumentationszentren (IVMB) in Amsterdam zum Präsident der Öffentlichen Bibliotheken gewählt (Amtszeit: 3 Jahre). Später war ich fast ein Jahr im Auslandsarchiv des DIN-Instituts eingestellt und danach viele Jahre bei der Bibliographischen Agentur O. Gracklauer im Bereich der Titelschutzrecherche tätig. Seit 1998 leite ich die Schulbibliothek (Das Info-Labor) der Johann-Peter-Hebel-Grundschule in Berlin Wilmersdorf.

Wie ist dein Bezug zu Bibliotheken?

Ich bin eigentlich immer ein „library patron“ gewesen. Ich weiß sogar noch den Titel des ersten Buches, das ich als Grundschulkind ausgeliehen habe. Später auf der High School arbeitete ich ehrenamtlich als „Library Aid“. Während meines 4-jährigen Studiums verbrachte ich die halbe Zeit in der Bibliothek. Warum ist es mir nicht damals schon eingefallen, einen Masters-Abschluss in Library Science zu machen? Ich bin sicher, weil es sich um einen „Frauenberuf“ handele. Inzwischen bin ich emanzipierter als die meisten Frauen und muss ehrlich schmunzeln, wie bequem, selbstverständlich und vor allem naiv es damals war, als Mann solche Vorurteile zu verbreiten. Heutzutage betrachte ich Bibliotheken als letztes Bollwerk gegen die kommenden „New Dark Ages“.

Du unterrichtest ja schon seit einiger Zeit Englisch, oder?

Ja – wieder nur zufälligerweise ist das passiert. 2007 brauchte ein guter Freund, der damals Leiter eines Berliner Bildungsträger war, dringend einen Englischlehrer und bat mich, einige Kurse zu übernehmen, darunter auch Vorbereitungskurse für LCCI-Prüfungen (London Chamber of Commerce and Industry). Über die Jahre wurde das Lehrspektrum immer breiter: HSA- und MSA-Kurse für Schulabbrecher, Englischkurse für Logistiker, Immobilienmakler, Gesundheitsmanager, Erzieher (einer meiner Lieblingsbereiche), IT-Spezialisten, sogar im Bundestag wurde ich eingesetzt (und habe, nach all den Jahren ein neues Wort auf Deutsch gelernt; „Dünkel“). Vor einigen Jahren war es auch nur durch Zufall, dass ich – wegen Dozentenausfall – im FaMI-Bereich eingesetzt wurde. Englisch im Bereich des Bibliothekswesens zu unterrichten ist für mich ein echter Segen und „a work of love“.

Welches Modul lehrst du in der Fernweiterbildung?

Ich unterrichte „English for Information Professionals – Librarians“. Es war meine erste Erfahrung mit einem Moodle-Platform, aber ich hab’s überlebt. Ich freue mich, dass die FH Potsdam demnächst eine Art „Moodle for Dummies“-Kurs  anbietet. Sicherlich werde ich erfahren wie total umständlich ich alles gemacht habe.

Wie ist das Modul aufgebaut?  Wie ist der Unterschied zur bisherigen Lehrform der Blocklehre?

Die Fernweiterbildung ist natürlich kein Grammatikkurs. Also, so wie bei Dr. Jekyll und Mr. Hyde, muss ich meine Englischlehrer-Persönlichkeit öfter etwas unterdrücken. Trotzdem finde ich es aus professioneller Sicht absolut notwendig, erst festzustellen, wie gut (oder weniger gut) die Englischkenntnisse in der Klasse sind. Berufstätige FaMIs sollten auf der B1 Ebene sein. Das ist ja auch meistens der Durchschnitt. Nachdem die Werkzeugen für das Fachenglisch in der Warming-Up-Phase festgestellt werden, geht es dann mit der Anwendung richtig los: Lese- und Hörverständnis-Übungen und, nicht zu vergessen, Schreib- und Übersetzungsaufgaben. Sprechübungen werden nicht ganz vernachlässigt, aber, besonders bei einer Fernweiterbildung, ist das, rein praktisch gesehen, kein effektives Mittel. Mir ist vor allem wichtig, dass unsere Leute ihr Fachenglisch auffrischen und aufbauen. Deshalb werden die zu behandelnden Fachbegriffe ständig durch den ganzen Kurs von der Klasse gesammelt und bearbeitet. Wenigstens wird man für die Zukunft das Notwendige auf Papier haben. Hat man im Berufsalltag keine Möglichkeit, die Englischkenntnisse verbal zu benutzen, wird es kein Wunder, dass man vieles später vergisst.

Mit dem Begriff „Blocklehre“ vermute ich, dass du auch auf den Unterschied zwischen Fernstudium und Unterricht vor Ort hinweisen willst. Ich unterrichte Menschen und keine Namen auf einer Liste. D.h. mir ist der menschliche Kontakt primär wichtig. Das fällt hier natürlich fast komplett weg, aber man versucht so gut wie es geht, bei den drei Präsenztagen – vor allem am ersten Tag – schnell ein gewisses Verhältnis aufzubauen. Bei jeder Kurseinführung stelle ich mich mit meinem Vornamen vor. Das ist für manche Deutsche ein kultureller Schock, aber im Business English völlig legitim. Es ist auch schwerer, die Belastbarkeit der Teilnehmer einzschätzen, wenn man sich nicht jeden Tag sieht.

Welche Leistungsnachweise erbringen die TeilnehmerInnen?

Die meisten Aufgaben werden bei mir nicht benotet, aber unerledigte Aufgaben werden natürlich die Endnote negativ beeinflussen. Von den benoteten Aufgaben (inklusiv einen Fachbegriff-Test am letzten Präsenztag), wird einen Durchschnitt berechnet. Die letzte Aufgabe im Modul ist in „Independent Project“-Form und dient als praktische Anwendung.

Welchen Rat möchtest du unseren TeilnehmerInnen mit auf den Weg geben?

Es ist immer erfreulich, wenn man erfährt, dass eine neue Bibliothek irgendwo entsteht oder eine schon vorhandene Einrichtung renoviert oder ausgebaut wird. Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass wir in einem Land leben, in dem man keine Lösung für einen bitter notwendigen Neubau der Zentralbibliothek der Hauptstadt findet. Es geht schlicht und einfach um Prioritäten, und die Politik hat gezeigt, obwohl ein neues Gebäude mitten in der Stadt errichtet wird, dass man, in Hinsicht auf den Stellenwert des Bibliothekwesens, blind ist. Egal ob man in der „Weltstadt“ Berlin oder im Kleinkleckersdorf als BibliothekarIn arbeitet, sollte man auf der Hut sein.

M.A. Archivwissenschaft reakkreditiert

Letzten Mittwoch erhielten wir die erfreuliche Mitteilung, dass unser weiterbildender Masterstudiengang Archivwissenschaft erfolgreich reakkreditiert wurde!

Im vergangenen August wurde das Verfahren für den Master und unsere drei gradualen Studiengänge Archiv, Bibliothekswissenschaft und Informations- und Datenmanagement durch die Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (AQAS) eröffnet. Alle vier Studiengänge konnten in einem mehrstufigen Prüfungsverfahren externe Gutachterinnen und Gutachter überzeugen. Nach der GutachterInnenbegehung im Februar vor Ort in Potsdam liegt uns nun das positive Endgutachten vor.

Im Zuge der Bologna-Reform wurde durch einen Beschluss der Kultusministerkonferenz der Deutsche Akkreditierungsrat eingerichtet. Dieser ist zuständig für die Akkreditierung der Akkreditierungsagenturen, die ihrerseits wiedrum Studiengänge (Programmakkreditierung), aber auch ganze Hochschulen akkreditieren (Systemakkreditierung). Die Begutachtung durch außenstehende Expertinnen und Experten sorgt für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen, deutschlandweit sowie international.

Wir freuen uns über das positive Ergebnis :-)!

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M 14 – Deutsche Geschichte (Fernweiterbildung Archiv)

Professor Dr. Frank Göse lehrt an der Universität Potsdam Geschichte der Frühen Neuzeit und ist an unserem Fachbereich seit mehreren Jahren Lehrbeauftragter für dieses Fachgebiet. In der Fernweiterbildung Archiv übernahm er 2015 erstmalig das Modul „Deutsche Geschichte“ (des 19. und 20. Jahrhunderts). Die Freude an der Arbeit mit unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern und das durchweg positive Feedback werden ihn hoffentlich auch künftig an uns „binden“ ;-)!

Worum geht es (bei dem Modul)? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben Kenntnisse über die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und ihre Verzahnung mit den europäischen bzw. globalen Entwicklungen. Neben der politischen Geschichte werden auch kultur-, sozial- und wirtschaftshistorische Aspekte in den Blick genommen.

Prof. Dr. Frank Göse

Prof. Dr. Frank Göse

Diese Frage ist im Grunde redundant. Dennoch: Warum ist das Modul für die Archivpraxis so wichtig? In der Regel arbeiten die TeilnehmerInnen in einem Landes-, Kommunal- oder Firmenarchiv in der Bundesrepublik Deutschland. Die dort lagernden Bestände spiegeln auf je spezifische Weise den wechselvollen Verlauf der deutschen Geschichte wider und zwar – je nach Zuschnitt des Archives – auf nationaler, landesstaatlicher oder lokaler Ebene. Für die Verzeichnung und Auswertung der Bestände, aber auch für die Benutzer-Beratung erweist sich ein historisches Hintergrundwissen als sehr förderlich.

Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit? Auf welche (Ausbildungs-) kenntnisse und –fähigkeiten kann hier aufgebaut werden? Grundfertigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten liegen in der Regel vor. Dieses Modul wird zu Beginn der Fernweiterbildung gelehrt. Als recht selbstständig erweisen sich viele TeilnehmerInnen bereits in der Quellen- und Literaturrecherche.

Welche Prüfungsleistung(en) gibt es? Die TeilnehmerInnen können zwischen den Möglichkeiten einer Hausarbeit, einer Quellenanalyse oder eines Essays wählen und das Thema in Absprache mit mir selbst formulieren. Gerne bearbeiten sie Themen aus der Geschichte ihres Heimatortes bzw. der Region, in der sie ihren Lebensmittelpunkt haben.

Wie können sich Interessierte darauf vorbereiten? Hilfreich wäre es, wenn die an der Fernweiterbildung Interessierten über Grundkenntnisse zur deutschen Geschichte des 19./20. Jahrhunderts verfügen. In der Regel wurden solche Themen im Geschichtsunterricht der Schulen (Sek. I und II) vergleichsweise ausführlich behandelt, so dass man aus diesem Fundus – natürlich je nachdem, wie lange die Schulzeit schon zurückliegt – sicher noch schöpfen kann. Vor allem aber sollten Interesse und Aufgeschlossenheit gegenüber den in diesem Modul behandelten Themen mitgebracht werden.

Der Reichstag in Berlin: Die Wechselfälle der deutschen Geschichte seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute werden in ihm besonders symbolträchtig widergespiegelt.

Der Reichstag in Berlin: Die Wechselfälle der deutschen Geschichte seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute werden in ihm besonders symbolträchtig widergespiegelt.

Es liegen eine Vielzahl von Publikationen sowohl zur deutschen Geschichte des Gesamtzeitraumes als auch zu Einzelaspekten dieser historischen Epoche vor. Empfohlen werden die Reihen: Gebhardt-Handbuch der deutschen Geschichte, Bde. 13-18, der Oldenbourg Grundriss der Geschichte (Oldenbourg-Verlag München); die Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert (bebra-Verlag Berlin) sowie die Siedler Deutsche Geschichte (Siedler-Verlag Berlin).

Hilfreiche Links:

Und was sagen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer?„O-Töne“ unserer Evaluation

„Unkomplizierte und entspannte Lernatmosphäre.“

„Herr Prof. Dr. Göse ist ein guter Redner, dem man gern zuhört.“

„Der Dozent war aus dem Stand in der Lage, den Stoff mit einfachen didaktischen Mitteln zu vermitteln.“

Vielen Dank :-)!

Infotag_Sticker

Tag der offenen Tür am 1. Juni

Am 1. Juni stellt sich der Fachbereich Informationswissenschaften vor. Studierende und Lehrende stehen für Fragen zum Direktstudium, zur Fernweiterbildung, zu Praktika, Auslandsaufenthalten u.v.m. zur Verfügung.

Das vollständige Programm ist hier einsehbar.

Wir freuen uns über zahlreiche Besucherinnen und Besucher!