Veranstaltungen im September: 3. Informationstag Brandenburg.digital

Tagungsflyer – Gestaltung: schweiger-design.de

Kooperationen – DAS Erfolgsrezept? Dieser eingangs gestellten Frage gingen VertreterInnen aus Forschung und Wirtschaft am 11. September 2019 im Rahmen des diesjährigen Informationstages Brandenburg.digital an der Fachhochschule Potsdam nach. Die Veranstaltung wurde von der Koordinierungsstelle Brandenburg.digital zum 3. Mal ausgetragen und ermöglichte einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten Brandenburger Kultureinrichtungen sowie einen fachlichen Austausch der Beteiligten.

Nach den Grußworten der Staatssekretärin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (Dr. Ulrike Gutheil), des Leiters der Universitätsbibliothek an der Europa-Universität Viadrina (Dr. Hans-Gerd Happel) sowie von Prof. Dr. des. Marion Godau (in Vertretung für die Präsidentin der Fachhochschule Potsdam), moderierte Prof. Dr. Michael Scholz die Podiumsdiskussion zum Tagungsthema.

Zunächst wurde der Ist-Stand der Digitalisierungs- und in diesem Zusammenhang bestehenden Kooperationsstrategien in Brandenburg skizziert. Prof. Dr. jur. Ellen Euler stellte dabei fest, dass bei vielen Einrichtungen noch ein „Change of Mind“ von „Das ist meins!“ hin zu „Das ist Wissen für alle!“ erfolgen müsse. Bestehende Ängste machte Euler u.a. hinsichtlich einer möglichen falschen Kontextualisierung von Dingen aus.

Auf positive Entwicklungen in den letzten Jahren verwies Arne Lindemann und hob die Bedeutung von Kooperationen als wichtigen Faktor hervor, um die angesprochenen Ängste abzubauen. Für Lindemann bestünde die Herausforderung v.a. in der Normierung der Daten, insbesondere für kleine Einrichtungen.

(v.l.n.r.) Arne Lindemann (Museumsverband Brandenburg), Prof. Dr. jur. Ellen Euler, LL.M. (Fachhochschule Potsdam), Prof. Dr. Michael Scholz (Fachhochschule Potsdam), Dr. Andreas Zimmer (Tourismus Marketing Brandenburg), Dr. Anna Busch (Theodor-Fontane-Archiv) – Foto: Benjamin Waschke

Die Diskussionsbeteiligten wurden sich darüber einig, dass ein Kulturwandel im Gange sei, Kooperationen jedoch stets „gewollt“ sein müssen und nicht „von oben verordnet“ werden können. Nichtsdestotrotz seien Richtlinien eine wichtige Grundlage. So wurde in diesem Zusammenhang auf die jüngst veröffentlichte OPEN ACCESS Strategie des Landes Brandenburg verwiesen, welche maßgeblich durch Ellen Euler vorangetrieben wurde.

Nach diesem ersten Teil der Diskussion fasste Scholz zusammen: „Kooperationen machen Arbeit. Kooperationen haben Abstimmungsbedarf.“ Davon ausgehend fragte er nach den Erfolgsfaktoren für Kooperationsvorhaben. Busch führte in Antwort darauf vor allem administrative Hürden aus den bisher im Theodor-Fontane-Archiv gesammelten Erfahrungen an. Zimmer machte daher auf die Notwendigkeit der Verteilung solcher Aufgaben auf mehrere Schultern aufmerksam, sodass die „großen Einrichtungen“ Infrastrukturen für kleinere Beteiligte schaffen. Unterstützungsangebote exisiteren dahingehend bereits u.a. von der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB), so Euler. Weiterhin strebe man speziell für Brandenburg die Schaffung einer Vernetzungs- und Kompetenzstelle Open Access an.

Letztlich blickte man optimistisch auf die vorhandenen Strukturen in Brandenburg. Lindemann sähe das Land gut aufgestellt. Dabei appellierten er und Zimmer an Träger, Land und Kommunen, um die Strukturen „personell, finanziell […] und organisatorisch“ zu stärken und weiter auszubauen.

In einem zweiten Tagungs-Block wurden „Kooperative Digitalisierungsprojekte gefördert durch das Land Brandenburg“ vorgestellt.

Neben Beiträgen u.a. zu den „Notenhandschriften der katholischen Pfarrgemeinde Neuzelle“ und dem Kooperationsprojekt  der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten und dem Potsdam Museum „Brandenburgisches Glas“, stellte Sabine Stropp von der Landesfachstelle für Archive und öffentliche Bibliotheken Brandenburg aktuelle Entwicklungen rund um das „Archivportal D“ vor. Sie konnte dabei eine erfolgreiche Bilanz ziehen, denn alle Brandenburger Archive wurden inzwischen zumindest im Archivportal registriert und haben somit das „Tor der Archive in die DDB“ erreicht, wie Stropp es formuliert. Drei Archive konnten darüber auch eine Bestandübersicht der Personenstandsunterlagen zugänglich machen: das Kreisarchiv Barnim, das Kreisarchiv des Landkreises Oder-Spree sowie das Kreisarchiv des Landkreises Dahme-Spreewald. Weiterhin konnte in diesem Jahr das Brandenburgische Landeshauptarchiv (BLHA) im Archivportal D integriert werden und gleichzeitig zum drittgrößten Datenlieferanten werden. Stropp wies abschließend auf die anstehende Veranstaltung „Archive in das Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek“ hin, in deren Rahmen am 9. Oktober 2019 ein Leitfaden für den Einstieg in das Archivportal D vorgestellt würde. Ebenso wurde auf die Förderlinie zur Digitalisierung von Kulturgut in 2020 des Landes Brandneburg hingewiesen.

Nach einer kurzen Pause widmete man sich zum Abschluss ausgewählten „Kooperativen Projekten im Land Brandenburg“. Unter anderem referierte Holger Plickert über „Vier gemeinsame Jahre“ der Kooperation zwischen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten  Berlin-Brandenburg und der Wikimedia-Projekte und Wikimedia Deutschland e.V. Auch mit der Fachhochschule Potsdam ist eine Kooperation für das WiSe 2019/2020 geplant, wie Euler bekanntgab.

Abschließend darf man also auf weitere Entwicklungen gespannt sein und Kooperationen gegenüber offen bleiben. Denn wie Zimmer eingangs in der Diskussion betont: „Kooperationen können auch Spaß machen!“

Es kann losgehen! Der Fachbereich Informationswissenschaften stellt sich im Rahmen der Tagung am Infostand der FHP vor. Dabei dürfen Landesfachstelle und Fernweiterbildung nicht fehlen – Foto: Benjamin Waschke

Die Tagungsbesucher erkunden die Brandenburg App. „Die App unterstützt Sie [nach Angaben des Entwicklers Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH] bei Ihrer Ausflugsplanung. Sie gibt Ihnen Orientierung an Ihrem Urlaubs- und Ausflugsort und zeigt Ihnen all die schönen Dinge, die Sie dort erleben können.“ – Foto: Benjamin Waschke

Die Pause wird für einen regen Austausch genutzt – Foto: Iva Jobs

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