M 22 – Kommunales Archivwesen (Fernweiterbildung Archiv)

Der Leiter des LWL-Archivamtes Dr. Marcus Stumpf lehrt seit 2013 in der gradualen Fernweiterbildung Archiv das Modul „M 22 – Kommunales Archivwesen“. Eine Übersicht zu allen Modulen in der Fernweiterbildung gibt es hier.

Worum geht es bei dem Modul?

Eingeführt wird in die Aufgaben und Spezifika der vermutlich buntesten unter den Archivsparten. Nirgendwo ist die Vielfalt so groß wie bei den Archiven von Städten und Gemeinden. Es gibt sie in allen Größen, sie können mehrere Dutzende Mitarbeiter haben oder von „Einzelkämpfern“ betrieben werden, manche residieren in eigenen repräsentativen Gebäuden, andere hausen in Rathauskellern. Es gibt Archive mit Beständen, die bis ins frühe Mittelalter zurückgehen, und andere, deren Bestände erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts einsetzen.

Dr. Marcus Stumpf, Leiter des LWL-Archivamtes

Dr. Marcus Stumpf, Leiter des LWL-Archivamtes

Einen Überblick über die Arten- und Formenvielfalt zu haben, ist wichtig, denn die kommunalen Archive sind mit Abstand die größte Archivsparte, unterm Strich sind die meisten Archivarinnen und Archivare in kommunalen Archiven tätig.

Warum ist „Kommunales Archivwesen“ für die Archivpraxis so wichtig?

Egal in welcher Archivsparte man nach Ausbildung, Studium oder (Fern-)Weiterbildung arbeitet: Es ist immer

wichtig, über den Tellerrand zu schauen und die Besonderheiten und Gemeinsamkeiten der Archivsparten zu kennen. Unterschiede gibt es in der täglichen Archivarbeit durchaus, so hat z.B. die historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für kommunale Archive oft einen höheren Stellenwert als etwa für die staatlichen Archive. Die grundsätzlichen Problemlagen sind aber am Ende die gleichen, und entsprechend sollten die Archive auch spartenübergreifend eng zusammenarbeiten!

Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit? Auf welche (Ausbildungs-)kenntnisse und -fähigkeiten kann hier aufgebaut werden?

FaMIs bringen aus ihrer Ausbildung nach meiner Erfahrung breit gefächertes Wissen mit und haben sich in der Praxis als Allrounder bewährt. Gerade in kleineren Archiven sind Pragmatiker und Praktiker gefragt, die selbstständig und eigenverantwortlich Probleme anpacken und lösen. Immer öfter kommt es vor, dass FaMIs Gemeindearchive und kleinere Stadtarchive leiten. Da FaMIs meist früh in den Beruf einsteigen, sind sie sehr gut in der Lage, sich beruflich weiter zu entwickeln und immer mehr Verantwortung zu übernehmen.

Welche Prüfungsleistung(en) gibt es?

Screenshot zum "Moodle"- Kurs

Screenshot zum „Moodle“- Kurs

Ich stelle zehn bis zwölf Themen – meist zentrale und viel diskutierte archivfachliche Probleme – zur Auswahl, aus denen die Teilnehmenden sich zwei aussuchen können und dann im Rahmen kleiner schriftlicher Hausarbeiten selbstständig bearbeiten. Nach Absprache sind auch kleine Referate möglich.

Wie können sich Interessierte darauf vorbereiten?

Eine gute Einführung bietet der Band: Stadtgedächtnis – Stadtgewissen – Stadtgeschichte! Angebote, Aufgaben und Leistungen der Stadtarchive in Baden-Württemberg, hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Archive im Städtetag Baden-Württemberg, (verlag regionalkultur).

Wer wissen möchte, was im kommunalen Archivwesen tätige Archivarinnen und Archivare – idealtypisch – alles können sollten: Berufsbild für Archivarinnen und Archivare in Kommunalarchiven, Positionspapier der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag 2009

Einen aktuellen, gekonnt gestalteten und bebilderten Archivführer (der Kommunalarchive im Kreis Gütersloh)  gibt es hier zum Download.

Vielen Dank!

2 Gedanken zu „M 22 – Kommunales Archivwesen (Fernweiterbildung Archiv)

  1. Stefan Schröder

    Vielen Dank für den Hinweis auf den Archivführer der Kommunalarchive im Kreis Gütersloh. Wie lebendig man die Kolleginnen und Kollegen in sonst eher trist wirkenden Archivbüros und Magazinen in Szene gesetzt hat – toll!

    Antworten

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