Archiv der Kategorie: Archiv

89. Deutscher Archivtag in Suhl: ein Stand mit Brunnen!

Das war schon etwas Besonderes in Suhl: wir durften unseren Stand rund um einen Brunnen bauen…

Standbetreuung durch Lars Sonnenberg, Björn Bürger, Elke Durek, Tabea Bolz, Sabine Stropp

unser Messestand auf der Archivistica mit integriertem Brunnen…

Der Blick vom ersten Stock auf unseren Stand zeigt es deutlich: wir haben den Stand rund um den Brunnen bauen müssen…

Bei der Ankunft hatten besonders unsere lieben studentischen Hilfskräfte erstmal einen mächtigen Schreck bekommen: so wie gedacht, konnte unser sorgfältig geplanter Stand durch diverse Säulen und den Brunnen nicht aufgebaut werden… wir haben improvisiert, den Stand um 180 Grad gedreht und nur zwei von vier Wänden aufgebaut. Die Säule musste ignoriert werden, der Teppich wurde vormittags noch verlegt und geschnitten und der Brunnenrundung angepasst, währenddessen haben die Jungs den Bus ausgeräumt und alle Standteile in die Messehalle geräumt. Einmal umgeplant, schnell umgesetzt, der Aufbau lief super, allerdings war es Minutenmaßarbeit, um 5 Minuten vor 14 Uhr waren wir fertig, keine Zeit mehr fürs Frischmachen für die Jungs im Hotel, Umziehen auf dem Parkplatz und los ging die Messe. Die Abnahme durch die Feuerwehr brachte eine weitere Überraschung: wir mussten den Gang zwischen unserem Stand und den Marburgern zustellen, damit war unser Stand breiter und wir haben eine Einheit mit den Kollegen aus Marburg gebildet… (sieht man auf den Fotos ganz gut).  Aber einen Stand mit Brunnen hat ja nun wirklich nicht jeder… und der Brunnenrand hat sich fantastisch zum Sitzen und Ausruhen angeboten. Weiterlesen

1. Berliner Archivtag feiert großen Erfolg

„Eine erfrischende Fachtagung in der angenehmen Atmosphäre der Berlinischen Galerie.“ Mandy Herzer, Auszubildende des BStU – Foto: Iva Jobs

Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beim 1. Berliner Archivtag dabei – Foto: Iva Jobs

Schon vor einem Jahr begannen die Vorbereitungen zum 1. Berliner Archivtag.[1] Die Arbeit der Organisatoren hat sich allemal gelohnt und am 15. November 2017 für Begeisterung beim Fachpublikum gesorgt. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich in der Berlinischen Galerie zusammen, um den vielseitigen Beiträgen und Podiumsdiskussionen zu lauschen und sich mit Kolleginnen und Kollegen aus allen Archivsparten auszutauschen und zu vernetzen.

Die Vielfalt der Berliner Archivlandschaft wurde in den Beiträgen und insbesondere in der Abschlussdiskussion, die sich mit der Frage der öffentlichen Wahrnehmung von Archiven befasste, ganz deutlich. Torsten Musial (Akademie der Künste) wies in diesem Zusammenhang auf eine sich im Aufbau befindliche Übersicht aller Berliner Archive hin. Geplant ist diese im kommenden Jahr auf der Website der Berliner Archive – inklusive Kurzbeschreibungen zu den einzelnen Einrichtungen – zu veröffentlichen.

Gwyn Pietsch (Akademie der Künste) – Mitorganisatorin des Berliner Archivtags und Teilnehmerin des 7. gradualen Fernweiterbildungskurses Archiv – hat freundlicherweise Ihre Eindrücke von der Premiere für uns zusammengefasst. Diese möchten wir an dieser Stelle gerne mit Ihnen teilen. Weiterlesen

Der Thüringer Archivpreis 2017 geht an…

…das Universitätsarchiv Ilmenau

Ein Beitrag von Anja Kürbis, Leiterin des Universitätsarchivs der Technischen Universität Ilmenau und Studierende des 4. Fernweiterbildungs-Masterstudiengangs Archivwissenschaft

Foto: Privat

Als ich im August dieses Jahres erfuhr, dass das Universitätsarchiv Ilmenau den diesjährigen Thüringer Archivpreis erhält, war die Freude zunächst groß. Doch sie wich bald schon einem Gefühl der Verunsicherung: Was, wenn die Öffentlichkeit wirklich Interesse an dem Archiv zeigt? Was, wenn das Festkomitee oder gar die Presse eine Besichtigung des Archivs wünscht? Diese Gedanken führten mich zu grundsätzlichen Frage: Wie gelingt Marketing, wie Öffentlichkeitsarbeit, mit einem Archiv, dessen Magazine so gar nicht dem Standard einer normgerechten Aufbewahrung der Archivalien entspricht? Weiterlesen

Back to the roots

Iva Jobs – Foto: Sabine Wolf

Liebe Blogleserinnen, liebe Blogleser,

ich freue mich als neues Mitglied des Teams der Fernweiterbildung diesen Beitrag verfassen zu dürfen. Seit zwei Wochen bin ich nun zurück an der FHP. Zurück deshalb, weil ich nach meinem Abitur  von 2009 bis 2013 den Bachelorabschluss  in Archiv und 2015 den Masterabschluss in Informationswissenschaften hier gemacht habe.  Als Nachfolgerin von Julia Sammler bin ich seit dem 1. August für die Organisation und Koordination der Fernweiterbildung Archiv und des Masterstudiengangs Archivwissenschaft verantwortlich.

In meinem Studium habe ich durch Praktika und Jobs unterschiedliche Archivsparten kennengelernt und freue mich darauf nun mit unterschiedlichen Charakteren aus unterschiedlichen Archiven zusammenarbeiten zu können.

Seit 2014 arbeite ich außerdem an der HU Berlin und betreue dort das „Weiterbildungsprogramm-Archiv“ der Abteilung Erwachsenenbildung/Weiterbildung am Institut für Erziehungswissenschaften. Lebenslanges Lernen ist für mich eine Selbstverständlichkeit und eine große Bereicherung für das (Berufs-)Leben. Nicht zuletzt durch meine Mitarbeit an der HU, bin ich für die Bedeutung des Lernens über die gesamte Lebensspanne hinweg sensibilisiert. Umso mehr freue ich mich über die Möglichkeit die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer auf ihrem Weg zu mehr Verantwortung im Beruf zu begleiten.

Auf eine gute Zusammenarbeit! 🙂

Herzliche Grüße

Iva Jobs

Duisburgs „Hüter des alten Feuers“
– Ein Beitrag aus der Reihe „Wege ins Archiv(wesen)“

Marinko Betker nahm am 3. Durchgang unseres M.A. Archivwissenschaft teil und ist somit einer unserer jüngsten Absolventen, der von seinem archivarischen Werdegang berichtet. Der Duisburger Stadtarchivar schrieb im Sommersemester 2016 seine Masterarbeit über Personalmanagement für Großstadtarchive und berät engagiert Nachwuchs- ArchivarInnen. Viel Spaß beim Lesen des folgenden Beitrags :-)!


Im Jahr 2000 nahm ich ein Magisterstudium an der Heinrich-Heine-Universität (HHU) in Düsseldorf auf. Die Fächerkombination lautete „Neuere und Neueste Geschichte einschließlich Landesgeschichte“ im Hauptfach, mit den Nebenfächern „Mittelalterliche Geschichte“ und „Informationswissenschaft“. Die Magisterprüfung im Hauptfach habe ich bei Prof. Dr. Christoph Nonn, und in der Informationswissenschaft bei Prof. Dr. Wolfgang Stock abgelegt. Im Rahmen der Magisterarbeit „Die Selbstsicht der frühen BRD im Spiegel ihres Bildes von der Weimarer Republik“ analysierte ich kritisch die Historiographie der 1950er Jahre der noch jungen Bundesrepublik. Zugegeben sammelte ich im Rahmen des Magisterstudiums eher wenig Erfahrung im Archivwesen. Ein obligatorischer Besuch des damaligen Landeshauptarchivs an der Mauerstrasse in Düsseldorf verschaffte mir Einblicke in die Bereiche Benutzung, Bestandserhaltung und Erschließung. Ich nahm erstmals den Beruf des Archivars wahr, was mich nachdrücklich prägte, natürlich positiv 🙂 . Beim Stadtarchiv Ratingen, damals bereits geleitet von Frau Dr. Münster-Schröer, ging ich eine Zeitlang für ein studentisches Projekt ein und aus, und lernte Archive allmählich als Forschungs- und Lernorte kennen.

Juli 2015: Marinko Betker im Podium beim „Erlebnis Archiv – Studierende vor Ort im Rheinland“, eine jährlich stattfindende Veranstaltung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), bei der Studierende auf Archivar*Innen treffen und sich umfassend über das archivarische Berufsbild informieren können.

Mein Weg ins Archivwesen
Ich repräsentiere im wahrsten Sinne den archivarischen Quereinsteiger. Frisch graduiert gelang mir im Herbst 2007 der Einstieg in die Ordnungsverwaltung der Stadt Duisburg. Dort verbrachte ich zunächst einige Jahre, in denen ich im Außendienst mit Vollzugs- und Ermittlungstätigkeiten betraut war. Ganz so zufällig wie es sich liest, war diese Berufswahl nicht, so hatte ich während des Studiums schon mehrere Jahre im kommunalen Vollzugsdienst der Stadt Mettmann gearbeitet. Im Jahr 2011 wurde eine Stelle im gehobenen Archivdienst beim Stadtarchiv der Stadt Duisburg frei. In einem internen Verfahren wurde ein „Hüter des alten Feuers“ gesucht, diese Zeile der Ausschreibung werde ich wohl nie vergessen. Natürlich bewarb ich mich um die Stelle, und konnte mich glücklicherweise durchsetzen. Seit Juli 2011 bin ich als Mitarbeiter im Archivdienst der Stadt Duisburg tätig.

Mein Weg zum Archivmaster
Mit der Umsetzung zum Stadtarchiv ging ich gleichzeitig die Verpflichtung ein, mich für das berufsbegleitende Masterstudium an der FH Potsdam zu bewerben. Im Rahmen der Personalentwicklung wurde mir zunächst ein angepasstes Geschäftsfeld übertragen, da mir schlicht die fachliche Qualifikation fehlte. Meine Fächerwahl im Magisterstudium erwies sich als gute Basis, um sich „on the job“ das archivarische Handwerkszeug anzueignen. Als erste Qualifizierungsmaßnahme durchlief ich so ziemlich jeden belegbaren Grundkurs an der Archivschule Marburg, und lernte die archivarischen Standards kennen. So vergingen zwei Jahre, in denen ich vor allem in der Erschließung, dem Benutzerdienst und dem Bearbeiten von Anfragen eingesetzt wurde. Ich hatte Freude an der Arbeit und bei mir bekräftigte sich der Wunsch, den Beruf des Archivars zu erlernen. Mit einer festen Planstelle im Rücken, bewarb ich mich um einen Master-Studienplatz an der FH Potsdam und wurde für das 3. Matrikel, Start Wintersemester 2013, zugelassen.

Was sich seit dem Masterzeugnis verändert hat

Als Dozent „qua Amt“ schulte Marinko Betker, hier zusammen mit dem Institutsleiter, Hr. Dr. Andreas Pilger, im Mai 2015 die ersten Familienforscher in der Mercator-Werkstatt des Kultur- und Stadthistorischen Museums Duisburg (KSM). Inzwischen verfügt das Stadtarchiv mit der „DenkStätte“ des Zentrums für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie (ZfE) über einen eigenen außerschulischen Lernort, an dem zahlreiche Formate wie pädagogische Workshops und Vorträge realisiert wurden.

Nach der Master-Graduierung habe ich erstmals das Gefühl, einen beruflichen Lebensstand erreicht zu haben. Mir wurde Anfang des Jahres 2017 eine Planstelle im gehobenen Archivdienst übertragen. Respektive betrachtet verging meine Potsdamer Zeit wie im Fluge. Man hatte zudem nie das Gefühl, auf sich allein gestellt zu sein, da man sich jederzeit mit den Kommilitonen bzw. der Studiengangkoordinatorin austauschen konnte <Unvergessen sind natürlich die Präsenzveranstaltungen in Potsdam!>

Sicher war die Einteilung der Arbeitsbelastung nicht immer einfach, so dass ich auch zahlreiche Sonntagabende im Arbeitszimmer verbringen musste. Die Geburt meines Sohnes Thorin ereilte sich zudem kurz vor der Themenzuweisung meiner Masterarbeit! Auf der fachlichen Seite habe ich eine Menge mitgenommen, und mich dank des Wahlpflichtbereiches im Feld der elektronischen Langzeitarchivierung spezialisiert. Meine Masterarbeit „Personalmanagement für Großstadtarchive – Eine Personalbedarfsberechnung beim Stadtarchiv Duisburg“ wurde als Organisationsprojekt in Kooperation mit dem Stadtarchiv realisiert. Ich plane eine Veröffentlichung der Ergebnisse, die jedoch noch etwas Nachbearbeitung und die Freigabe von betrtieblichen Informationen erfordern wird. Gerade die Methode des „taktischen Personalmanagements“, die ich am Beispiel Duisburg angewendet habe, könnte anderen Kommunalarchiven als Beispiel für Aufgaben- und Personalplanung dienen.

Das Stadtarchiv Duisburg

Zu den Schätzen des Stadtarchivs gehört dieses alte Duisburger Stadtsiegel aus dem 13. Jahrhundert, dass den „Salvator Mundi“ (Erlöser der Welt) zeigt. Die älteste beim Stadtarchiv überlieferte Pergamenturkunde stammt aus dem Jahr 1129. Auf dem Portal Archive.NRW präsentiert das Stadtarchiv die gesamte Breite der amtlichen Überlieferung nebst dem privaten Sammlungsgut.

Das Stadtarchiv Duisburg ist mit seinem Bestand von ca. 9 Regalkilometern Archivgut eines der größten Kommunalarchive Nordrhein-Westfalens, gelegen innerhalb einer Archivlandschaft, die mit dem Umzug des Landesarchivs NRW nach Duisburg komplettiert wurde. Die Stadtarchivare sind überwiegend mit den klassischen facharchivarischen Aufgaben, wie der Erschließung, dem Lesesaaldienst und der Überlieferungsbildung betraut. Sie dienen jedoch auch als Ansprechpartner für die Ämter der Stadtverwaltung und zahlreiche Benutzer mit genealogischem bzw. stadtgeschichtlichem Interesse. Alleine im Jahr 2016 mussten über 1600 schriftliche Anfragen beantwortet werden. Die jährlichen Übernahmen einer fünfstelligen Anzahl von Unterlagen in das Verwaltungsarchiv entlasten die abgebenden Stellen; sie wollen jedoch gut geplant sein!

Meine Aufgaben im Stadtarchiv

Im Rahmen eines Betriebspraktikums hat die angehende Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FAMI) Eileen Küppers ca. anderthalb Regalmeter der historischen Unterlagen der Deutsch-Französischen Gesellschaft Duisburg e. V. verzeichnet. Marinko Betker übernahm die Verzeichnungskontrolle und die Begleitung des daraus entstandenen Findbuches bis zur Übergabe an den Vorstand der DFG Duisburg im August 2016.

Innerhalb des Teams bin ich mit wachsender Erfahrung vor allem für Veranstaltungen der Historischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt worden. Mittels der durch das Masterstudium erworbenen theoretischen Kenntnisse konnte ich Kurse für Familienforscher durchführen bzw. meine Kenntnisse im Records Management für die Konzeption einer Fortbildung zur Einführung in die behördliche Schriftgutverwaltung nutzen.

Die Formate wurden gut angenommen und werden im Angebot des Stadtarchivs verstetigt. Eine eher junge Kooperation mit der ich betraut bin, betrifft die Deutsch-Französische Gesellschaft Duisburg e. V., deren historische Unterlagen jüngst durch eine Praktikantin im Stadtarchiv verzeichnet wurden. Die Vernetzung mit den Akteuren vor Ort empfinde ich als sehr reizvoll; sie hält manchmal Überraschungen bereit (so nahm an einer Veranstaltung z. B. der französische Generalkonsul aus Düsseldorf teil). Perspektivisch werde ich mit dem Eintritt des Stadtarchivs in die elektronische Langzeitarchivierung meine an der FH Potsdam erworbenen Kenntnisse einbringen können!

Ein wichtiges persönliches Anliegen ist mir die Förderung des archivarischen Nachwuchses, dem ich schon so manche Sonderveranstaltung gewidmet habe, um den Kollegen von morgen Rede und Antwort zu stehen.

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