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Bücherbusfahrer gegen Bibliothekar oder Der ganz normale #gamingwahnsinn

Romy Topf und Bianca Hochstein – Eigenes Foto

Ein Beitrag von Romy Topf und Bianca Hochstein

Wir lernten uns während unserer gemeinsamen Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der damaligen „Thüringischen Bibliotheksschule“ in Sondershausen kennen. Bereits damals war uns beiden klar, dass der Ausbildung eine weitere Qualifikation folgen sollte, um auch weiterhin aktiv an der Gestaltung zukünftiger moderner Bibliotheken mitzuwirken. 2012 hatten wir die Chance, gemeinsam am 6. gradualen, berufsbegleitenden Fernweiterbildungskurs Bibliotheksmanagement der FH Potsdam teilnehmen zu können. Im Oktober 2016 haben wir erfolgreich die Fernweiterbildung abgeschlossen.

In unserer Bachelorarbeit mit dem Thema „E-Sport-Events: Chancen für das Eventmarketing von öffentlichen Bibliotheken“ lag unser Augenmerk auf der Verwendung von Spielkonsolen in öffentlichen Bibliotheken und den vielfältigen Chancen des wettkampfbasierten Spielens von digitalen Spielen im Veranstaltungsangebot ebendieser. Keine Beachtung fand der professionelle E-Sport, der hauptsächlich auf PCs betrieben wird. In Zeiten knapper Budgets ist es für Bibliotheken schwierig, sich leistungsfähige Gaming-PCs anzuschaffen und diese auf dem zum Spielen benötigten aktuellen Stand zu halten. Neue Konsolen kommen alle 3-4 Jahre auf den Markt und stellen damit, unserer Meinung nach, die günstigere Alternative für Bibliotheken dar. Die Arbeit beleuchtet ausschließlich den Grundgedanken „Competitive Gaming“ und die damit verbundenen menschlichen Interaktionen für unterschiedliche Zielgruppen. Der Ort Bibliothek wird zum Erlebnisraum und erhält dadurch eine nachhaltige Aufwertung der Aufenthaltsqualität. Darüber hinaus können E-Sport-Events einen Beitrag zum bibliothekarischen Bildungsauftrag und zur Gewährleistung von Chancengleichheit leisten. Dazu kommen zahlreiche Möglichkeiten für regionale und überregionale Kooperationen.

FIFA-Turnier im Lesesaal – Eigenes Foto

Neben der Realisierung von fünf Experteninterviews mit Bibliotheken, die bereits im Bereich Gaming aktiv sind, hatten wir die Gelegenheit ein Pilot-Gaming-Projekt in der Stadt- und Kreisbibliothek Salzwedel durchzuführen. Es ermöglichte uns, die Teilnehmer und deren Interaktion während des Events zu beobachten und auszuwerten, sowie eine direkte Befragung der Beteiligten. In unserem Bundesland Sachsen-Anhalt ist das Thema „Gaming in öffentlichen Bibliotheken“ noch relativ dünn besetzt. Wir haben verschiedene Kanäle genutzt, um unsere BA zu promoten und wurden als Folge dessen auch bereits als Referenten eingeladen. Unseren Vortrag auf dem 14. Bibliothekstag Sachsen-Anhalt haben wir genutzt, um unter den ca. 60 Kollegen aus Sachsen-Anhalt mit Hilfe von Gefühlsmonstern eine kleine Abfrage zu starten. Die Gefühlsmonster waren bewusst ausgewählt, denn Gaming hat sowohl bei aktiver Teilnahme als auch bei persönlicher Wertung, immer etwas mit Emotionen zu tun. Unter den Kollegen war lediglich eine Meldung bei dem Gefühl der Ablehnung. Das restliche Publikum stand dem Thema offen gegenüber. Es wurde jedoch deutlich, dass fehlendes Know-How und Ressourcen personeller und finanzieller Art, eine Erarbeitung und Auseinandersetzung mit dem Thema verhindern.

Nichtsdestotrotz ist das Thema Gaming in Bibliotheken angekommen – auch wenn es sich bisher oft nur um eine theoretische Auseinandersetzung handelt. Wenn Stakeholder nicht das sich wandelnde Geschäftsmodell von Bibliotheken anerkennen und die Bibliotheken, die damit verbundenen Potenziale für die Kommune nicht transparent kommunizieren, ist eine Weiterentwicklung bzw. Umstrukturierung, nur unter Qualitätseinbußen möglich. Wenn ein Bibliotheksleiter sich am Anfang des Jahres rechtfertigen muss, warum seine Ausleihzahlen zurückgehen und das Argument der steigenden Besucherzahlen bei den Trägern nicht zählt, ist es nicht verwunderlich, das die vorhandene Arbeitskraft gebündelt dafür eingesetzt wird, das vermeintliche bibliothekarische Kerngeschäft – das Verleihen eines Medienbestandes – abzusichern.

Wenn sich die internen und externen Stakeholder noch die Frage stellen, warum sich Bibliotheken mit dem Thema Gaming beschäftigen sollten, gibt unsere Bachelorarbeit die Antwort darauf. Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung wird es immer schwieriger, ein attraktives Medienangebot vorzuhalten. Man müsste sogar kritisch hinterfragen, ob es denn jemals das Kerngeschäft von Bibliotheken war, Medien zu verleihen? Ist es nicht eigentlich immer schon das Geschäftsmodell von Bibliotheken, Raum für menschliche Interaktion zu bieten? Den Ort Bibliothek als Begegnungs- und Kommunikationsraum zu nutzen? Konzipieren Bibliotheken nicht schon längst mit den vorhandenen Medieninhalten mittels Lesung, Konzert oder Vorlesewettbewerb einen Mehrwert abseits vom Verleihmodell?

Das Fortschreiten der Digitalisierung und neue technische Entwicklungen machen es aus unserer Sicht sogar noch einfacher, diesem eigentlichen Kerngeschäft nachzukommen. Denn anders als die großen kommerziellen Unternehmen wie Amazon, Netflix und Co. haben Bibliotheken einen Raum in der analogen Welt, den es zu nutzen gilt. In dem konkreten Fall von Gaming-Events haben wir bewiesen, dass die Eigenart eines solchen Veranstaltungsformats über mehrere Stunden zahlreiche Aktionen unter den Teilnehmern fördert, welche nur sehr schwer mit anderen klassischen Eventformaten erzielt werden können. Kommt man mit Kollegen zum Thema Gaming ins Gespräch wird schnell deutlich, dass oft ausschließlich die Zielgruppe Jugendliche in Betracht gezogen wird. Ein Gegenargument, das wir dann oft anbringen ist, dass der durchschnittliche Gamer derzeit 32 Jahre alt ist und dass wir beide auch sehr gern „zocken“. Die Zielgruppen reichen von Kinder- und Jugendlichen über Erwachsene, Senioren und Flüchtlinge. Das verdeutlicht, warum es kein universelles Gaming-Rezept für alle Bibliotheken geben kann und sollte.

analoges Gaming: Die Star Wars Edition von „Das verrückte Labyrinth“ – Eigenes Foto

Zu bemerken ist hierbei, dass nicht nur die Nutzung von digitalen Spielen gemeint ist, sondern durchaus auch Konzepte mit klassischen Brettspielen oder anderen analogen Spielen funktionieren können. Im Pilotprojekt in Salzwedel hatten die Teilnehmer nicht nur die Möglichkeit, sich in mehreren Qualifikationsspielen zu beweisen, sondern auch die Spielpausen zu nutzen, um traditionelle Brettspiele wie „Das verrückte Labyrinth“ zu spielen. Die Kombination von digitalen und analogen Angeboten hat sehr gut funktioniert.

Wie in vielen anderen Bibliotheken war es auch in Salzwedel so, dass das Team zwar nicht ablehnend dem Thema Gaming gegenüberstand, aber eben auch bei Weitem nicht so enthusiastisch war, wie wir es uns gewünscht hätten. Was kann man tun, um das Gefühl von Gaming zu vermitteln? Ganz einfach: miteinander Spielen. Es war ein großartiges Bild zu sehen, wie der Bücherbusfahrer und Bibliothekar, der seit über 20 Jahren hinter dem großen Buslenkrad sitzt, zum ersten Mal in seinem Leben ein kleines Mario-Kart-Plastik-Lenkrad in den Händen hält. Vor Freude, Staunen und Lachen war es ihm kaum möglich, sich auf das Spiel, geschweige denn auf unsere Spieltipps zu konzentrieren. Zum ersten Mal hat er erlebt, was Gaming bedeutet und wollte plötzlich unbedingt beim Pilotprojekt anwesend sein. Er konnte es kaum fassen wie viele Fußball-Profi-Gespräche während des FIFA-Battles geführt wurden.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg eines Gaming-Events ist nach unseren Erfahrungen auch das „aufweichen“ von Hierarchien. Die Leiterin in Salzwedel hat uns ihr uneingeschränktes Vertrauen geschenkt und es nicht bereut. Es darf und sollte keine Rolle spielen, ob der technik- bzw. gamingbegeisterte FaMI, Diplom-Bibliothekar oder Bachelor die Verantwortung für ein Gaming-Event trägt. Bestimmte Hierarchien sind natürlich richtig und wichtig, aber starre autoritäre Strukturen verhindern unseres Erachtens Engagement und innovative Projekte in diesem Bereich.

Wir beschäftigen uns nun seit über einem Jahr mit dem Thema „Gaming und Gamification in öffentlichen Bibliotheken“. Unsere persönlichen Gaming-Leuchtturmprojekte sind derzeit Folgende:

  • Die Mediothek Krefeld hat zusammen mit der deutschen E-Sport Firma TaKeTv im Februar diesen Jahres, das „Crefelder-Fifa-Battle“ veranstaltet. Im Ligabetrieb kämpften verschiedene Teams aus Krefeld im Alter ab 14 Jahren um den Pokalsieg.
  • Die Stadtbibliothek Halle hat im vergangen Jahr ein Minecraft-Projekt mit Jugendlichen gestartet. Ziel des erfolgreich abgeschlossenen Projekts war es, die Stadtbibliothek Halle nachzubauen.
  • Die Stadtbibliothek Wolfsburg hat in der Vergangenheit ein generationsübergreifendes Gaming-Konzept durchgeführt. Kinder erklärten Senioren die Spielmechanik von Wii-Bowling und spielten mit- und gegeneinander.

Teams aus den öffentlichen, kirchlichen Büchereien in Borken, Geldern, Lüdinghausen, Ochtrup und Raesfeld trainierten monatelang analoge Spiele wie bspw. Canasta und Kniffel und Konsolenspiele wie bspw. Dirt 3, Fifa und Minecraft, um am 25.09.2016 das Finale des sogenannten „Bücherei Battles“ in der Remigius Bücherei in Borken auszutragen – Hashtag #gamingwahnsinn.

Der Medienpädagoge der Stadtbibliothek Minden hat zusammen mit Jugendlichen des Jugendhauses Juxbude während einer Projektwoche interaktive Rallyes durch die Stadt Minden entwickelt. Das daraus entstandene Local-Based-Game „MinGo“, realisiert mit der Actionbound App, kann mithilfe von Smartphone oder Tablet gespielt werden und fordert die Teilnehmer heraus, kleine Aufgaben wie Bilderrätsel, Schätzfragen oder Fotoaufgaben zu lösen, und liefert ganz nebenbei interessante Informationen zur Stadtgeschichte.

Diese sehr verschiedenen Projekte zeigen nur eine kleine Auswahl von den zahlreichen Potenzialen von Gaming-Aktivitäten in öffentlichen Bibliotheken. Bei allen Projekten können unter den Teilnehmern neben einer Demokratieerfahrung auch Lern- und Kompetenzpotenziale in den Bereichen Medienkompetenz, kognitive, soziale und persönlichkeitsbezogene Kompetenz und der Sensomotorik verbucht werden. Je nach Konzept können innerstädtische und überregionale Kooperationen entstehen oder auch die Möglichkeit wahrgenommen werden, die Bibliothek außerhalb ihrer Räumlichkeiten zu präsentieren. Gaming-Aktivitäten können Barrieren ökonomischer, institutioneller, räumlicher und kultureller Art überwinden und fördern dadurch auf vielfältige Weise die soziale und kulturelle Interaktion.

Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass bis hierher nur über Gaming und nicht über Gamification berichtet wurde. Das Thema „Gamification in öffentlichen Bibliotheken“ steckt nach unserer Sicht tatsächlich noch in den Kinderschuhen. Beim Begriff Gamification denken die meisten Menschen zuerst an Belohnungen in Form von Punkten und Abzeichen. Dann wäre das Konzept der Deutschen Bahn, bei jeder Fahrt mit einer gültigen BahnCard, Prämien- und Statuspunkte zu sammeln und ab 2.000 Punkten den Status „Bahn Comfort – Kunde“ zu erlangen, ja ein sehr erfolgreiches Gamification Konzept?! An diesem ironisch gemeinten Beispiel wird deutlich, dass das Konzept von Gamification viel weitreichender ist.

Spielmechaniken werden in einen „Nicht-Spielkontext“ gesetzt. Man könnte auch sagen: Alltagstätigkeiten werden mit spielerischen Elementen so angereichert, dass sie Spaß bringen und Engagement fördern und sich der Effekt einstellt: „Machen um des Machens Willen“. Gamification ist eine Möglichkeit, um dieses Ziel zu erreichen, aber eben auch kein Allheilmittel.

Aufruf zum Gaming-Event – Eigenes Foto

Für ein gelungenes Gamification-Konzept muss man sich zunächst die Frage beantworten, was genau die Basis für menschliche Motivation ist. Was muss gegeben sein, damit der Mensch von sich aus eine bestimmte Leistung bzw. eine bestimmte Tätigkeit vollbringen möchte? Neben der Motivation spielen dabei die Faktoren eigener Wille und vorhandene Fähigkeiten eine essentielle Rolle. Gamification nutzt spielbasierte Mechanik, Ästhetik und Design, um Menschen zu aktivieren und an einem Prozess teilhaben zu lassen. Gamification-Konzepte stellen eine Umgebung her, um den Nutzer für eine Aktion zu motivieren, das Lernen zu fördern und Probleme zu lösen. Belohnungen in Form von Punkten und Abzeichen sind lediglich die Mechaniken, um den Fortschritt im Spiel zu visualisieren und so ein Feedback zugeben. Die eigentlichen Prämien sollten jedoch immer überraschend kommen und eben nicht in Form von Punkten oder Abzeichen.

Wir planen derzeit den „Lesesommer XXL 2017“ in der Stadt- und Kreisbibliothek Salzwedel durch Gamification-Elemente anzureichern. Gerne schreiben wir – nach der erfolgreichen Umsetzung – einen weiteren Blogbeitrag zum Thema. 😉

Noch mehr zum Thema:

Informatik + Bibliothek = ???

Wenn mich die Leute fragen, was ich beruflich mache, so wäre es ein Leichtes zu sagen, ich sei Bibliothekar. Damit wäre alles gesagt. Die Leute hätten ein Bild von meinem beruflichen Alltag und eine Vorstellung von meinen Aufgaben zwischen Bücherregalen und an Informationstheken.  Genauso wäre es, wenn ich sagen würde, ich bin Fachinformatiker. Da sähe man mich wahrscheinlich den ganzen Tag vor einem PC sitzen und irgendwelche kryptischen Codezeilen in ein nicht minder kryptisches Programm hacken oder beim Aufbau von kabelverworr

Markus Caspers (an der VR-Station) – Foto: privat

enen PC- und Netzwerksystemen. Aber so ist es nicht, denn gelernt habe ich tatsächlich beides und mein beruflicher und akademischer Werdegang führte mich als sogenannter „Systembibliothekar“ in die IT-Abteilung der Stadtbibliothek Köln.

Wie kam es dazu?

Bibliotheken waren für mich schon sehr früh wichtige und sehr interessante Orte, die meine Kindheit und Jugend geprägt haben. Allerdings riet man mir nach dem Schulabschluss davon ab, eine berufliche Karriere in diese Richtung zu starten. Mangelnde Aufstiegschancen, geringer Verdienst und wenige Jobangebote waren die Gegenargumente. Da ich damals allerdings auch Interesse an informatischen Dingen hatte, führte mich dies 2005 in eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, welche ich 2008 abschloss. Allerdings merkte ich schon während der Ausbildung, dass die reine Entwicklung und Programmierung von Software zwar eine interessante und spannende Aufgabe ist, jedoch auf Dauer nicht die absolut passende Option für mich sein würde. Irgendetwas fehlte dann doch noch. Also entschied ich mich dazu, doch noch eine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (kurz: FAMI) in Fachrichtung Bibliothek bei der Stadtbibliothek Köln zu absolvieren, aller Gegenargumente zum Trotz. Eine richtige Entscheidung, wie sich zeigen sollte.

Die Bibliothekskirschblüten im Frühling – Foto: © Stadtbibliothek Köln

Nachdem ich meine FAMI-Ausbildung 2011 bei der Stadtbibliothek Köln abgeschlossen hatte, wurde ich unbefristet übernommen und stellte bald fest: Da geht noch mehr! Als FAMI bieten sich tatsächlich nur begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten. Diese Erkenntnis führte mich 2012 allerdings nicht weg von der Bibliothek, sondern in die berufsbegleitende Fernweiterbildung für Bibliotheksmanagement an der FH Potsdam. Hier hatte ich nicht nur die Möglichkeit, mich neben meinem Beruf aus der Ferne weiterzubilden, das Ziel am Ende der Fernweiterbildung war außerdem (und ist es natürlich immer noch), mit allen erworbenen Modulzertifikaten in das letzte Semester des laufenden Regelstudiengangs Bibliotheksmanagement eingestuft zu werden und dort regulär den entsprechenden Bachelorabschluss zu erwerben. Zudem ist die FH Potsdam dafür bekannt, einen hohen informatischen Anteil im bibliothekarischen Studium anzubieten. Somit konnte ich hier auch meine Kenntnisse aus der Ausbildung zum Fachinformatiker einbringen.

Zentralbibliothek – Foto: © Stadtbibliothek Köln

Die Module der Fernweiterbildung vertieften nicht nur mein Verständnis des bibliothekarischen Fachgebiets, insbesondere wurden durch die Inhalte in den informatorisch-technischen Modulen wie EDV, XML, Datenbanken, Medienpraktikum, Informations-, Kommunikations- und Webtechnologien sowie Bibliothekstechnik nachhaltig meine Bibliotheks- und Informatikkenntnisse miteinander verknüpft. In meinem jetzigen Beruf als Systembibliothekar sind zwar die Inhalte der rein bibliothekarischen Fernweiterbildungsmodule wie formale und inhaltliche Erschließung, Bibliothekstypologien, Bestandskonzeption sowie Bibliotheksdienstleistungen oder Informationsquellen nicht mehr in dem Maße prägend, aber dennoch sind natürlich Grundkenntnisse am Arbeitsort Bibliothek nicht hinderlich. Ganz im Gegenteil. Die Fernweiterbildung in Potsdam hat mir zudem die Möglichkeit eröffnet einen höheren Abschluss bei gleichzeitiger Ausübung meines Berufes zu erwerben. Allerdings sei an dieser Stelle erwähnt, dass eine solche berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahme nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist. Wer sich dafür entscheidet, sollte wissen, dass dies mit großen Belastungen und Einschränkungen verbunden ist, da ein Großteil des Studiums in der Freizeit erledigt wird. Dafür ist die finanzielle Sicherheit einer Anstellung weiterhin gegeben und im Optimalfall winkt nach dem Bachelorabschluss sogar eine Versetzung auf eine höhere Position, wie in meinem Falle.

Während ich noch die Fernweiterbildung absolvierte, wurde 2015 eine FAMI-Stelle in der IT-Abteilung der Stadtbibliothek Köln frei, auf die ich mich aufgrund meiner beruflichen Qualifikation prompt bewarb und genommen wurde. Beide Fachrichtungen beruflich unter einen Hut zu bringen, war ein echter Glücksfall. Nach meiner Ausbildung zum  Fachinformatiker hatte ich lange Zeit gedacht, dass diese umsonst gewesen sei, da sie mir in meiner Bibliothekslaufbahn nichts nützen würde. Falsch gedacht! Es kam sogar so, dass in der IT-Abteilung gerade zum passenden Zeitpunkt nach meinem Bachelorabschluss im Herbst 2016 eine höhere Stelle frei wurde und ich Anfang 2017 auf diese umgesetzt werden konnte. Spiel, Satz und Sieg!

Aber was mache ich als „Systembibliothekar“ denn jetzt genau?

Kontrolle der Rückbucher-IT – Foto: privat

Eigentlich kennt man Systembibliothekare als IT-versierte Bibliotheksmitarbeiter eher aus den wissenschaftlichen Bibliotheken. Aber auch große öffentliche Bibliothekssysteme, wie die Stadtbibliothek Köln betreuen ihre umfangreiche IT-Infrastruktur mit bibliothekarisch-informatischem Fachpersonal. Zudem ist die Bezeichnung „Systembibliothekar“ nicht geschützt. Mein Arbeitsbereich in der IT-Abteilung der Kölner Stadtbibliothek umfasst zunächst die Betreuung und Pflege des Bibliotheksmanagementsystems. Dazu gehören die Fehleranalyse, Fehlerdokumentation und Anwendungsberatung. Zudem leiste ich zusammen mit meinem Team von acht Leuten den IT-Support für die bibliotheksspezifische Hardware, das Computernetzwerk, das RFID-Selbstverbuchungssystem sowie die Telefonanlagen. Eine weitere Säule bildet auch die Mitarbeit in IT-bezogenen Bibliotheksprojekten, in meinem Fall sind dies das Virtual-Reality-Angebot der Stadtbibliothek Köln und die „Onleihe“, der digitale E-Medien-Leihservice der öffentlichen Bibliotheken. Zudem erledige ich den Einkauf und die öffentlichen Vergaben von informationstechnisch relevantem Equipment für die Bibliothek. Dazu zählen standardmäßige Hard- und Software, Netzwerkkomponenten, Spezialinstallationen wie interaktive Präsentationssysteme sowie projektbezogene Beschaffungen wie beispielsweise VR- und Gaming-Zubehör oder auch mal ganz einfache Dinge wie USB-Sticks. Zu einem vollständigen Beschaffungsvorgang gehören dabei die Marktsichtung, Angebotseinholung, -vergleich und -vergabe, Liefer- und Rechnungsprüfung sowie die Inventarisierung.

Trotz der vielen informationstechnischen Aufgabengebiete ist mein bibliothekarisches Know-How dennoch unabdingbar. Um die informationstechnischen Strukturen in einer Bibliothek umsetzen und vermitteln zu können, sind Kenntnisse über bibliothekarische Datenformate, Ordnungssysteme, Abläufe in der Medienverbuchung oder Informationsvermittlung sowie in der Funktionsweise von Bibliotheksmanagementsystemen notwendig, um auch entsprechende Lösungen anbieten zu können. Zudem ist ein vielfach unterschätzter Punkt die Kommunikation zum Bibliothekspersonal und den Bibliotheksnutzern. Aus diesem Grund zählen auch Anwenderschulungen zu meinen Aufgaben.

Und wer sich jetzt generell fragt, was es mit diesen „Systembibliothekaren“ noch so auf sich hat, dem empfehle ich einen Blick in meine Bachelorarbeit „Der Systembibliothekar an deutschen Bibliotheken“ (https://opus4.kobv.de/opus4-fhpotsdam/frontdoor/index/index/docId/1390) auf dem OPUS-Server der FH Potsdam zu werfen. Bevor ich nämlich einer wurde, habe ich erstmal darüber geschrieben. Zufälle gibt’s… 😉

WANTED: Weiterbildungsmöglichkeit mit Zukunftspotential

Mein Name ist Mathias Bornschein, ich bin Mitarbeiter in der Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes und dort für die Zeitschriftenstelle und die Lizenzierung und Bereitstellung der elektronischen Inhalte oder neudeutsch electronic resources zuständig.

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Mathias Bornschein – Foto: privat

Nach dem Abitur habe ich im Jahr 2001 mein Studium der Rechtswissenschaften an der Martin Luther Universität in Halle/Saale begonnen. Nachdem meine Eltern für sich und mich beschlossen hatten, mein studentisches Lotterleben nicht weiter finanziell zu unterstützen, brach ich dieses Studium im Jahr 2003 erfolgreich ab und orientierte mich kurzerhand neu, um am 01.01.2004 eine duale Ausbildung im zukunftsorientierten Beruf Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste (FaMI) Fachrichtung Bibliothek im Umweltbundesamt am Standort Berlin zu beginnen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zum FaMI im Jahr 2006 übernahm ich als „Kardexfee“ die täglich anfallenden Aufgaben der Zeitschriftenstelle der größten deutschen Spezialbibliothek im Umweltbereich, deren Leitung ich nach personellen Veränderungen im Jahr 2009 am Hauptstandort Dessau-Roßlau sogar übernehmen konnte.

 

uba

Das Umweltbundesamt – Foto: Olesch ©2007

Als technikaffiner Mensch begeisterte mich in einem Science-Technology-und-Medicine geprägten Arbeitsumfeld vor allem der stetige digitale Wandel. Beherrschten zu Beginn meiner Ausbildung vor allem die gedruckten wissenschaftlichen Zeitschriften den Arbeitsalltag, findet sich der Großteil der benötigten Informationen heute digital im Internet oder in verschiedenen Datenbanken. Um unseren Nutzerinnen und Nutzern dennoch den Zugang zu dienstlich benötigten Informationen schnell, unkompliziert und zeitnah zu verschaffen, benötigt es daher viel Geduld, KnowHow und Schulungsbereitschaft. Förderlich dabei war sicherlich, dass ich nie eine besonders ausgeprägte Beziehung zu gedruckten Informationen hatte und privat schnell begeisterter Besitzer und Nutzer eines eBook-Readers war und auch schon immer nach neuen Wegen der Informationsbeschaffung und Informationsvermittlung gesucht habe.

Diese neuen Themenfelder eines modernen FaMI brachten jedoch schnell viele Fragen mit sich, die mit dem Wissen aus der Ausbildung häufig nicht mehr zu beantworten waren. Daher war ich irgendwann und irgendwie auf der Suche nach einer geeigneten Fortbildung im Bibliotheksbereich, welche zielorientiert, zukunftsfähig und neben dem Beruf zu bewältigten war.

Bei meinen Recherchen bin ich dabei schnell auf das Fernweiterbildungsangebot Bibliotheksmanagement bei der FH Potsdam aufmerksam geworden. Die angebotenen Module und die Aussicht auf einen akademischen Abschluss im Informationsbereich haben mich dann dazu bewogen, eine Bewerbung und die notwendigen Unterlagen bei der FH Potsdam einzureichen. Förderlich für diese Entscheidung war dabei auch die finanzielle Unterstützung meines Arbeitgebers, der natürlich ebenfalls an einer Weiterqualifizierung, in diesem für eine wissenschaftliche Spezialbibliothek immens wichtigen Bereich, interessiert war. Und so startete mein Comeback auf der Schulbank und der damit verbundene zweite Studienversuch pünktlich am 22.10.2012 mit meiner ersten Präsenz an der FH Potsdam.

Die Begrüßung zum 6. Kurs der Fernweiterbildung mit den Worten, dass wir wahrscheinlich der letzte Durchgang sein werden, der die altehrwürdigen Retro-Räumlichkeiten der Friedrich-Ebert-Str. 4 sein werden, klingt nach dem erfolgreichen Abschluss am 30.09.2016 dabei noch immer im Ohr und scheint irgendwie erst gestern gewesen zu sein.

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Während einer Schulung – Foto: Privat

Innerhalb der vergangenen vier Jahre wurde jedoch schnell klar, dass die Entscheidung auf jeden Fall die richtige war. Die zahlreichen Informationen in den verschiedenen Modulen waren praxisorientiert und zum größten Teil gut vermittelt. Das Erlernte konnte dabei für mich sowohl im Umweltbundesamt, als auch in einzelnen Arbeitskreisen (AK Öffentlichkeitsarbeit, AK Wissensmanagement) schnell angewandt werden. Sei dies Wissen aus dem Modul M07 „Datenbanken“ für den Aufbau einer internen Projektdatenbank, Wissen aus dem Modul M12 „Contentmanagementsysteme“ für den Aufbau einer Homepage für die AG der Bibliotheken der Ressortforschung des Bundes oder Wissen aus dem Modul M21 „Vermittlung von Informationskompetenz“ für die zahlreichen internen Schulungen zu lizenzierten Datenbanken oder Literaturverwaltung im Umweltbundesamt.

Der Input vieler Dozenten und der Austausch mit den anderen Mitstreiterinnen und Mitstreitern des Fernweiterbildungsdurchgangs halfen dabei häufig und verschafften mir in vielen Situationen und Vorträgen die notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen. Zugute kam mir in dieser Zeit sicherlich auch, dass sich mein direktes Arbeitsgebiet immer häufiger mit Themen der Fernweiterbildung beschäftigte. Open Access, Urheberrecht, Metadaten und Forschungsdatenmanagement wurden in den vergangenen Jahren dabei irgendwie treue Wegbegleiter. Die Zeit zwischen erster Präsenz und Verteidigung meiner Bachelorarbeit zum Thema „Konzeption und Durchführung eines Webinars zum Wissensmanagement“ war dabei dennoch nicht immer leicht. Vor allem der Aufwand mit den alltäglichen Aufgaben in der Fachbibliothek Umwelt und parallele Module der Fernweiterbildung im Rücken waren hin und wieder eine dienstliche, private oder Golfhandycap-Belastungsprobe.

Die unzähligen Informationen und Erfahrungen, neuen Bekanntschaften, eingerahmte Bachelorurkunde und natürlich auch die neuen Aufgaben als „Electronic Resource Librarian“ in der Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes mit neuer Entgeltgruppe und Dienstort Berlin sind am Ende der Fernweiterbilungs- und Studienzeit mit dem Abschluss Bachelor of Arts Library Management aber aus meiner Sicht alle Mühen und Ärger wert.

 

Von der Fernweiterbildung zum Master – ehemaliger Absolvent besteht Masterprüfung!

Am 9. Mai 2011 startete die erste Präsenz des 5. gradualen Kurses der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement. Mit dabei war unter den damaligen FaMI, Bibliotheksassistentinnen und – assistenten damals auch Marcus Heinrich von der Hochschulbibliothek der FH Brandenburg. 2015 erwarb er mit einer sehr guten Bachelorarbeit und Verteidigung zum Thema „Die Bibliothek als attraktiver Lernraum – Eine Untersuchung am Beispiel der Hochschulbibliothek der Fachhochschule Brandenburg“ im März 2015 seinen Bachelor und entschloss sich, noch den Master zu absolvieren.

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Marcus Heinrich – Foto: privat.

Am 21. Oktober diesen Jahres konnte Marcus Heinrich dann auch seine Masterurkunde in Empfang nehmen. Seine Abschlußarbeit beschäftige sich mit dem Thema „Forschungsdatenmanagement an der Technischen Hochschule Brandenburg – eine Anforderungsanalyse“ und das Ziel der Arbeit war es, Forschungsstrukturen zu ermitteln und Empfehlungen für den Auf- und Ausbau eines Forschungsdatenmangements zu  geben. Die Arbeit ist online hier einsehbar.

Und nun? wie sehen seine Pläne für die Zukunft aus? „Ich freue mich nach dem Studium nun der Arbeit wieder die volle Konzentration zukommen zu lassen“, betont Marcus Heinrich. „Zudem sehe ich nun in der Praxis diverse Anknüpfungspunkte, um das Gelernte aus dem Studium bzw. der Masterarbeit anzuwenden und/oder mich in Projekten einzubringen. „

Wir sind uns sicher, dass er dies ebenso mit dem gleichen Engagement verfolgt, wie die  Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement und seinen Bachelor und gratulieren ihm herzlich zur bestandenen  Masterprüfung!

„Gewonnene Erfahrungen einbringen oder Eine gelungene Symbiose zwischen Fernweiterbildung und Beruf“

Ein Beitrag von Beatrice Fischer

Porträt

Bibliotheksleiterin Beatrice Fischer – Alle Bilder des Beitrags eigene Bilder der Autorin.

Nachdem ich 2009 die dreijährige Berufsausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Bibliothek in der Stadt- und Kreisbibliothek Sömmerda abgeschlossen hatte, folgte zunächst die befristete Übernahme für ein Jahr. 2010 erhielt erfreulicherweise einen unbefristeten Arbeitsvertrag und führte bereits hin und wieder Gespräche mit der Bibliotheksleitung über weitere Möglichkeiten der Fortbildung im Bibliotheksbereich. Ich hatte das Glück, von der damaligen Bibliotheksleitung von Anfang an Unterstützung in Sachen Weiterbildung erfahren zu haben. Die Arbeit in der Bibliothek bereitete mir Spaß und Freude. Der Beruf des FaMI ist sehr vielseitig und reichte in meinem Fall von der Betreuung der Ausleihe bis hin zur Mitwirkung an Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Aber auf der Suche nach einer Herausforderung und der beruflichen Weiterbildung interessierte ich mich zunehmend für die Berufsbegleitende Fernweiterbildung der Fachhochschule Potsdam. Ein Direktstudium kam für mich nicht in Frage, zu sehr hatte ich mich bereits an die Arbeit und das eigenständig verdiente monatliche Gehalt gewöhnt. Darauf wollte ich nicht mehr verzichten.

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Blick auf die Bibliothek Sömmerda

Mit dem Rückhalt der Bibliotheksleitung und einer anteiligen finanziellen Unterstützung durch den Arbeitgeber hatte meine Bewerbung an der FHP schließlich Erfolg und ich begann im Mai 2011 berufsbegleitend die Fernweiterbildung. Nach deren Abschluss und der erfolgreichen Verteidigung der Bachelorarbeit im Frühjahr 2015 hatte ich endlich den Abschluss Bachelor of Arts Bibliotheksmanagement in der Tasche. Der erhoffte Karriereschub ließ nicht lange auf sich warten: ein Wechsel in der Bibliotheksleitung stand an und ich war seit Beginn der Fernweiterbildung bereits in der Personalplanung als mögliche zukünftige Stellvertretung vorgesehen – natürlich nach einem erfolgreichen Abschluss. Seit Juni 2015 bin ich nun die stellvertretende Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek Sömmerda. Auf Grund der Elternzeit der neuen Bibliotheksleiterin übernehme ich seitdem auch für ein Jahr die amtierende Leitung.

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Beratung bei der Onleihe

Die Zeit während der berufsbegleitenden Fernweiterbildung war keine leichte. Wenn KollegInnen sich nach getaner Arbeit in den Feierabend oder in ein entspanntes Wochenende verabschiedeten, wusste ich: zu Hause wartet noch ein Haufen Arbeit auf dich. Neben dem Durcharbeiten von Unterrichtsmaterial und Fachlektüre standen Einzel- und Gruppenprojekte aber auch das Schreiben von mehr oder weniger umfangreichen Hausarbeiten an. Neben 3-4 zweitägigen Präsenzen im Jahr erfolgte die Wissensvermittlung in den jeweiligen Modulen online über die Lernplattform moodle. Es erfordert ein gutes Organisationstalent, neben beruflichen und privaten Verpflichtungen noch die einzelnen Deadlines der unterschiedlichen Module einzuhalten. In der Regel verliefen bspw. 3-4 Module gleichzeitig.

Es gab Zeiten, da hätte ich dem zusätzlichen und oft auch selbst auferlegten Stress und Druck gerne nachgegeben. Einigen anderen in meinem Kurs ging es phasenweise ähnlich. Auf den Abschluss der Fernweiterbildung bin ich daher in mehrfacher Hinsicht stolz.

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Blick in den Bibliothekssaal

Module wie Wissenschaftliches Arbeiten, EDV-Grundlagen, ABD-Infrastrukturen, Datenbanken und Bibliothekstypologie sind grundlegend und somit unverzichtbar. Rückblickend waren für mich vor allem die Module Informationsrecht, Medienpraktikum, Bildungsdienstleistungen, Vertiefung Management, Contentmanagementsysteme, Bestandsaufbau und –konzeption sowie das Wahlmodul Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising gewinnbringend. Mein bisheriges Fachwissen konnte ich durch diese Module erweitern und viele Inhalte wende ich heute regelmäßig in meinem Berufsalltag an, z. B. bei der Neugestaltung und Vorbereitung von Bibliothekseinführungen mit Schulklassen (Bildungsdienstleistungen und Informationskompetenz), der Personalführung (Vertiefung Management), der Betreuung der Homepage oder dem Bestandsaufbau.

Die Inhalte anderer Module waren für mich neu und für meine Arbeit in einer Öffentlichen Bibliothek auch wenig relevant, bspw. die Themen Open Access (Modul Digitale Publikations- und Medienformen), XML und Informatik. Interessant waren sie dennoch.

In den meisten Modulen war für mich ein direkter Praxisbezug gegeben. Hin und wieder konnte ich bereits beruflich gewonnene Erfahrungen in die Bearbeitung von Aufgaben einbringen, an anderer Stelle konnte ich die in Hausarbeiten erworbenen Kenntnisse im Job anwenden und das ein oder andere Projekt direkt umsetzen. Dieser Win-Win-Aspekt hat mir an der Fernweiterbildung sehr gut gefallen. Trotz des zusätzlichen Zeitaufwands, den man wirklich nicht unterschätzen sollte, kann ich die Fernweiterbildung der FHP jedem empfehlen, der sich berufsbegleitend weiterbilden möchte und eine höher gestellte Position im Bibliotheksbereich anstrebt.