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Audiowalks in Archiven – Masterarbeit von Anna Hoffmann im BibSpider-Verlag

Inzwischen wurde die folgende Publikation zwar bereits auf AUGIAS, im VdA-Blog und auf der Seite des Fachbereichs Informationswissenschaften beworben. Nichtsdestotrotz möchten wir gerne auch an dieser Stelle darauf aufmerksam machen.

Wie bereits im November angekündigt, wurde neben der Masterarbeit von Christel Gäbler nun auch die Abschlussarbeit unserer Absolventin Anna Hoffmann – Audiowalks in Archiven – im BibSpider-Verlag veröffentlicht. Ein Abstract zu Ihrer Arbeit ist kann in unserem Blogbeitrag von Oktober 2014 nachgelesen werden.

M 16 – Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit (Fernweiterbildung Archiv)

Professor Dr. Susanne Freund ist Professorin für Archivwissenschaft mit dem Schwerpunkt Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit vielen Jahren lehrt sie Module in der Fernweiterbildung (u.a. auch „Einführung in die Geschichtswissenschaft“ und „Editionstechniken“) und ist zudem Leiterin des Masterstudiengangs Archivwissenschaft und der Fernweiterbildung Archiv.

Prof. Dr. Susanne Freund

Prof. Dr. Susanne Freund

Worum geht es bei dem Modul?

Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Archiven ist ein Teil der kulturellen Bildung und bürgernahen Geschichtsvermittlung. Publikationen, Ausstellungen oder Social Media-Aktivitäten und Internetpräsentationen sind öffentlichkeitswirksame Darstellungsformen; aber auch als außerschulische Lernorte nehmen Archive eine zentrale Rolle in der Bildungslandschaft ein. In diesem Modul werden deshalb Fragen der Archivpädagogik ebenso thematisiert wie Perspektiven und Grenzen der Archive, sich in der lokalen, regionalen und nationalen Erinnerungskultur zu positionieren.

Warum ist Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für die Archivpraxis so wichtig?

Archive gelten zwar als Non-Profit-Organisationen, dennoch ist es erforderlich, dass sie ihren „Marktwert“ in Abgrenzung zu anderen Bildungseinrichtungen wie Museen oder Bibliotheken sichtbar machen. Obgleich die Überlieferungsbildung und Bereitstellung von Archivgut eine Pflichtaufgabe ist, zeigen die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte, dass eine intensive Öffentlichkeitsarbeit die Position des Archivs stärken und ausbauen kann, so dass gleichermaßen eine „Win-Win-Situation“ entsteht. D. h. eine gute Öffentlichkeitsarbeit schafft Freiräume für eine fundierte Überlieferungsbildung, die als Grundlage für die Vermittlung historischer Inhalte notwendig ist. Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sind als Kernaufgabe etabliert. Denn im Mittelpunkt stehen die Nutzer_innen und ihre historische Bildung, die nur im Archiv über die Authentizität des Originals zur Erkenntnis führt.

Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit? Auf welche (Ausbildungs-)kenntnisse und –fähigkeiten kann hier aufgebaut werden?

Teilnehmende der Archivpädagogenkonferenz „Historische Bildungsarbeit online. Erwartungen, Praxis, Perspektiven.“ am 8./9. Mai 2015 im Bundesarchiv Koblenz

Teilnehmende der Archivpädagogenkonferenz „Historische Bildungsarbeit online. Erwartungen, Praxis, Perspektiven.“ am 8./9. Mai 2015 im Bundesarchiv Koblenz

Die FaMi-Ausbildung bietet den Vorteil, dass bereits eine fundierte Grundausbildung über alle archivischen Tätigkeiten vorhanden ist. Die Kenntnis über die Bestände ermöglicht eine gezielte Auswertung der Quellen für die Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

Welche Prüfungsleistung(en) gibt es?

Das Modul Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wird durch mehrere kleinere Teilleistungen zu unterschiedlichen Aspekten der Historischen- Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit abgeschlossen.

Flyer des Arbeitskreises Archivpädagogik des VdA.

Flyer des Arbeitskreises Archivpädagogik des VdA.

Wie können sich Interessierte darauf vorbereiten?

Grundlegend ist die Website http://www.archivpaedagogen.de. Hier finden sich alle wichtigen Informationen (einschließlich einer umfangreichen Literaturliste), die vom Arbeitskreis Archivpädagogik und Historischen Bildungsarbeit im VdA zur Verfügung gestellt werden.

Ferner ist der nachstehende Tagungsband zu empfehlen:

Aspelmeier, Jens (Hgg.): Transparenz für die Bürger? Perspektiven historischer Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Archiven. Beiträge zum 17. Archivwissenschaftlichen Kolloquium der Archivschule Marburg (= Veröffentlichungen der Archivschule Marburg. Hochschule für Archivwissenschaft, 57), Marburg 2014

Vielen Dank!

Die Fernweiterbildung in der „Innovativen Verwaltung“!

Wir stellen unser Angebot in der aktuellen Ausgabe (1-2/2015) der „Innovativen Verwaltung“ vor und möchten damit den Personalverantwortlichen in Archiv- und Bibliotheksverwaltungen zeigen, dass unsere wissenschaftliche, berufsbegleitende Weiterbildung gerade für Arbeitgeber von Vorteil ist!

Synergieeffekte lassen sich vor allem bei Abschlussarbeiten erzielen, die in Kooperation mit dem eigenen Hause entstehen (Bachelorarbeit von Marius Pfaller, Fernweiterbildung Archiv), aber auch schon während der Fernweiterbildung (Romy Topf gewinnt mit der Entwicklung einer App € 5000 für die Bibliothek Gardelegen).

Reinschauen lohnt sich!

Recherchen im Archiv
in Detektivgeschichten für Kinder und Jugendliche

Ein Beitrag aus der Reihe “Die besten Abschlussarbeiten im Sommersemester 2014″ von Sven Haarmann

[Zur Person]

Sven Haarmann, geb. 1975, Studium der Germanistik und Politischen Wissenschaft, seit 2001 Mitarbeiter im Archiv der sozialen Demokratie (AdsD) der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn (u.a. zuständig für das Willy-Brandt-Archiv), 2011–2014 berufsbegleitendes Studium im Weiterbildungs-Masterstudiengang Archivwissenschaft in Potsdam.

[Zur Masterarbeit – Themenfindung]

Mein vor mehr als drei Jahren gefasster Entschluss, Archivwissenschaft an der FH Potsdam berufsbegleitend zu studieren, fühlt sich in der Erinnerung keineswegs als grandios durchdachter Quereinsteiger-Schachzug, sondern vielmehr als eine aus dem Bauch heraus getroffene “Ach, ich mach das jetzt einfach”-Entscheidung an. Schnell bestätigte sich, was man sich für das Studium erhofft hatte: zweimal pro Semester bastelten wir in vorzüglich kollegialer Atmosphäre und im Wettlauf mit dem benachbarten Landtagsneubau an unserem Abschluss. Auf Augenhöhe mit dem archivwissenschaftlichen Diskurs stellten sich viele Fragen, und so begann ich mich in einem speziellen Fall zu wundern, warum in den ohnehin spärlichen Untersuchungen zur fiktionalen Darstellung von Archiven in Literatur und Film ausschließlich erwachsene Stoffe behandelt werden – und schon hatte ich mein Masterarbeitsthema gefunden, denn wer Archive und archivähnliche Umgebungen in der spezifischen Kinder- und Jugendliteratur bzw. in allen für die ArchivnutzerInnen von morgen verfassten und produzierten Medien sucht, hat viele alte und frische Spuren zu verfolgen …

[Zur Masterarbeit – Inhalt]

Die Masterarbeit trägt ausgewählte Quellen zusammen, um auf archivarischer Seite das Bewusstsein für kinder- und jugendliterarische Stoffe mit archiv(al)ischen Bezügen und Inhalten zu schärfen und zum produktiven Umgang mit ihnen anzuregen. Gleich in mehreren Formaten schlummert Potential, gerade im Genre der Detektivgeschichte: Wer kriminalistische LaienforscherInnen begleitet, ebnet die in den Archiven allenthalben gefürchteten Hemmschwellen mit spielerischer Leichtigkeit ein. Denn wann immer Juniordetektive einen Fall lösen und dessen Vorgeschichte mit historischen Quellen ergründen, fügen sich in die rückwärtsgerichtete Erzählweise der Detektivgeschichte Handlungselemente wie die Nutzung eines Archivs (z.B. in Die drei ??? und das Aztekenschwert) hervorragend ein; auch die Vermittlung archivfachlichen Wissens ließe sich in einem solchen Format in propädeutischen Ansätzen realisieren.
Archivarinnen und Archivare, die sich vor allem am Tag der Archive gern als “Detektive der Geschichte” präsentieren, sollten Mut zu kindgerechter Unterhaltung, zu Fiktionalisierung und Popularisierung zeigen und ihre Archivalien als erzählte Geschichte aufbereiten. Als Kommunikationskanal zur jüngeren Zielgruppe bietet sich die Detektivgeschichte für archivpädagogisches Edutainment in vielen Formen an. Jedes Archiv kann hier ansetzen und die eigenen Bestände vor Ort mit Entdeckungsreisen ins Archiv (als Schnitzeljagd wie z.B. Rettet Archibald! bzw. als authentische Rechercherätsel) oder in gedruckter wie virtueller Form als mysteriöse Fälle (Puzzles, Geheimschriften, Wimmelbilder, Spurensuche in Texten, Karten und Fotos etc.) inszenieren.
Wünschenswert wäre zudem eine Serie oder Reihe archiv(al)ischer Krimis, in denen Archive sichtbar ins Zentrum der Abenteuer rücken und aktiv handelnde Archivarinnen und Archivare in Hauptrollen schlüpfen.
Die Ästhetisierung des Archivwesens und der eigenen Archive als geheimnisvolle Orte, in denen es viel Aufregendes zu entdecken und zu erforschen gibt, vermag viel zu bewirken. Werden Archive von innen als spannende und faszinierende Erlebniswelten wahrgenommen und auf unterhaltsame wie lehrreiche Weise als literarische Schauplätze von Abenteuern und Ermittlungen erkundet, ist die Chance groß, dass dies jungen LeserInnen nachhaltig im Gedächtnis bleibt und ihnen über kurz oder lang auch den Weg in ein reales Archiv erschließt.

Die Masterarbeit wurde von Prof. Dr. Susanne Freund und Prof. Dr. Mario Glauert betreut und wird auf jeden Fall veröffentlicht. Wer vorher bzw. sonst wie Fragen oder Hinweise hat, kann sich gerne an mich wenden.

„Archives to go“: Zwischen Performance und Geschichtsstunde – Audiowalks als Medium der historischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit von Archiven

Ein Beitrag aus der Reihe “Die besten Abschlussarbeiten im Sommersemester 2014″ von Anna Hoffmann

[Zur Person]

Anna Hoffmann, geb. 1962 in Hamburg. Nach dem Studium der Neueren Deutschen Literatur (Schwerpunkt Theater und Medien) und der Völkerkunde an der Universität Hamburg, Tätigkeiten in vielen Bereichen der Filmkultur und -geschichte. Seit 2001 arbeite ich im Berliner Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.. Neben dem Betrieb der Kinos Arsenal 1 und 2, Publikationen, einem Filmverleih und einem umfangreichen Film-, Foto-, Plakat- und Videoarchiv verantwortet das Institut alljährlich die Berlinale-Sektion „Forum“. Für den Masterstudiengang habe ich mich entschieden, um für den archivischen Anteil meiner Arbeit das nötige Fachwissen zu erwerben, meinen vom Film geprägten Horizont zu erweitern und potenziell das archivische Spielbein zum Standbein zu machen.

Kontakt: sehpferdchen@gmail.comAnna_Hoffmann

[Zur Masterarbeit]

Für die Masterarbeit habe ich bewusst ein Thema gesucht, das außerhalb meines beruflichen Alltags angesiedelt ist. Gleichzeitig bin ich aber mit einem Thema aus dem Bereich der Historischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit meinem Interesse an Kultur(erbe)-Vermittlung treu geblieben.

Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit von Archiven findet heutzutage unter den Rahmenbedingungen der Informationsgesellschaft  und der Erlebnis- oder Eventgesellschaft statt. Gleichzeitig müssen sich die historischen Bildungsangebote von Archiven auf einem boomenden Geschichtsmarkt behaupten, der neben den klassischen auch neue Medien wie z.B. Internet und Computerspiele erobert und eine Vielzahl von populären eventträchtigen Geschichtsinszenierungen anbietet.

Die Arbeit untersucht, inwiefern sich Audiowalks  als eine mögliche innovative Form historischer Bildungsarbeit von Archiven eignen. Dabei wird der Bogen von kulturwissenschaftlichen Theorien zu kollektivem Gedächtnis und Erinnerungskultur und der Rolle von Archiven darin, zu praktischen Beispielen dieser akustischen Stadtrundgänge, in denen eine Vielzahl archivischer Quellen und Themen Verwendung findet, geschlagen. Die Geschichte, bzw. die historischen Quellen, kehren in diesen Audiowalks an den Ort des Geschehens zurück. Dadurch entsteht ein hybrider Gedächtnisraum, der Geschichte erfahrbar macht und Geschichtsbewusstsein vermittelt. Die gewählten Beispiele stammen aus den Bereichen Museum, Theater, Tourismus, Public History und Performancekunst, da  diese Form der Inszenierung historischer Quellen sich in der archivischen Bildungsarbeit noch nicht durchgesetzt hat.

Ein Exkurs in die Medienpsychologie und die Technologie (z.B. Smartphone-Apps und GPS) stützt die These, dass Audiowalks eine zeitgemäße Verbindung von Wissensvermittlung und sinnlichem Erleben bieten und damit die Formenvielfalt historischer Bildungsarbeit bereichern und gleichzeitig Öffentlichkeitsarbeit für die Institution Archiv selbst leisten können.

Die Arbeit wird sicher in der einen oder anderen Form öffentlich zugänglich gemacht werden, in welcher muss sich erst noch herausstellen.

[Empfehlenswerte Audiowalks]