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Weiter+Bildung auf dem Deutschen Archivtag 2016

Dieses Jahr gehen wir in die Weiterbildungsoffensive! Neben der Vorstellung unseres berufsbegleitenden Masterstudiengangs Archivwissenschaft auf dem Deutschen Archivtag unter dem Titel „Weiter+Bildung“, bieten wir außerdem Beratung an unserem Messestand der „Archivistica“ an.

Zusätzlich zu unserem bekannten Informationsangebot möchten wir Studieninteressierte für den Masterstudiengang Archivwissenschaft am Donnerstag, dem 29. September, zwischen 13.00 und 14.00 Uhr gezielt beraten. Hierzu stehen Studiengangsleitung und Studienkoordination sowie Studierende und AbsolventInnen den Interessierten Rede und Antwort.

Am 30. September beraten wir alle, die sich für unsere berufsbegleitende Fernweiterbildung Archiv interessieren. Auch hier werden KursteilnehmerInnen von ihren persönlichen Erfahrungen berichten. Die Beratung findet von 11.00 – 12.00 Uhr statt.

Wir freuen uns auf Ihre Fragen :-)!

Will(weiter)kommen im Archiv!
Sieben Jahre M.A. Archivwissenschaft und persönliche
Résumés unserer AbsolventInnen

2009 wurde unser berufsbegleitender Masterstudiengang Archivwissenschaft eingeführt, der die bis dahin laufenden postgradualen Weiterbildungen zum Diplomarchivar/ zur Diplomarchivarin an der Fachhochschule Potsdam ablöste und die Archivausbildung bei uns um eine wichtige Komponente ergänzte: Die Möglichkeit des Zugangs unserer AbsolventInnen zu den Laufbahnen des höheren Dienstes.

Sieben Jahre, vier Kurse und eine erfolgreiche Reakkreditierung des Studiengangs später möchten wir unsere Absolventinnen und Absolventen um ihr persönliches Fazit bitten: Wie sind sie ins Archivwesen gekommen? Wie hat sich das Fachstudium auf ihre berufliche Situation ausgewirkt? Welchen Aufgaben gehen sie in ihren Archiven nach und wie konnte sie das Studium hierfür qualifizieren? Sind sie in Führungspositionen?

Die Biografien unserer Alumni stehen für Transparenz: Die nicht immer geradlinigen Lebensläufe zeigen Interessentinnen und Interessenten, die vielleicht gerade noch im Geschichtssstudium stecken, wie viele verschiedene Wege es gibt, das erworbene theoretische Wissen um eine praktische Ausbildung zu ergänzen und zeigen auch unschlüssigen Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern im Archiv, wie wertvoll ein (archiv)fachliches Fundament für ihre tägliche Arbeit ist.

Der erste Beitrag in unserer neuen Blogreihe „Wege ins Archiv(wesen)“ kommt von Dr. Christian Groh, Leiter des Archivs des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen und Masterabsolvent der ersten Stunde.

„Es war mir besonders wichtig, die „on the job“ erworbenen Kenntnisse auszuweiten. Als Historiker lernte ich Im Laufe der Zeit die Vielfältigkeit der Archivarbeit gegenüber der rein wissenschaftlichen Arbeit zu schätzen“.

Quelle: International Tracing Service Bad Arolsen, Zucchi

Dr. Christian Groh, Leiter des Archivs des ITS in Bad Arolsen, Quelle: International Tracing Service Bad Arolsen, Zucchi

Zuächst studierte ich Anglistik, Mittlere und Neue Geschichte sowie Politikwissenschaften in Heidelberg, wo ich 1996 meinen Magisterabschluss machte. Im Rahmen meiner Promotion arbeitete ich zwischen 1998 und 2002 als wissenschaftlicher Angestellter am Stadtarchiv Pforzheim/ Institut für Stadtgeschichte (StA PF). Hier kam ich durch die Bearbeitung eines umfangreichen Bestands erstmalig mit Archivarbeit in Kontakt. 2002 promovierte ich zum „Wiederaufbau einer demokratischen Polizei in der US-Zone“.

Nach der Bearbeitung des Bestands im Stadtarchiv Pforzheim und mehreren kleinen Publikationen zu Beständen aus dem Archiv erhielt ich eine Festanstellung und übernahm immer mehr Aufgaben aus dem archivischen Bereich, schließlich auch Führungsaufgaben.
Die „on the job“ erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen wollte ich ausweiten und mich für den Beruf als Archivar qualifizieren, dessen Vielfältigkeit ich gegenüber der „rein wissenschaftlichen Arbeit“ als Historiker im Archiv zu schätzen lernte.
Nach mehreren Fortbildungen der Fachhochschule Potsdam, durchgeführt an der Freien Universität Berlin, erschien mir das erstmals angebotene berufsbegleitende Masterstudium die ideale Gelegenheit weil dort relevante Inhalte angeboten wurden (digitale Archivierung u. ä.) und ein enger Bezug zum Arbeitsalltag hergestellt worden konnte.

Mit dem Masterzeugnis 2012 konnte ich mich zunächst erfolgreich auf die Stelle des Leiters des Stadtarchivs Pforzheim bewerben.

Dr Groh vor der Zentralen Namenkartei: Die Zentrale Namenkartei (ZNK) beinhaltet rund 50 Millionen Hinweiskarten zum Schicksal von 17,5 Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt oder zur Zwangsarbeit verschleppt wurden. Quelle: International Tracing Service Bad Arolsen, Zucchi

Christian Groh vor der Zentralen Namenkartei (ZNK): Sie beinhaltet rund 50 Millionen Hinweiskarten zum Schicksal von 17,5 Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt oder zur Zwangsarbeit verschleppt wurden. Quelle: International Tracing Service Bad Arolsen, Zucchi

Seit April 2014 leite ich die Abteilung Archiv des International Tracing Service (ITS). Der durch ein internationales Gremium geleitete ITS ist ein Archiv und Dokumentationszentrum über NS-Verfolgung und die befreiten Überlebenden. Teile der mehr als 30 Millionen Dokumente gehören seit 2013 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe „Memory of the World“.
Erst seit 2007 stehen die Bestände des ITS der Benutzung zur Verfügung. Archivische Aufgaben sind beim seit 1948 bestehenden ITS (mit Vorgängerorganisationen seit dem Spätjahr 1944) erst spät, etwa seit 2000, ausgeprägt worden. Dies hat insbesondere Folgen auf die Arbeiten der Erschließung sowie auf die Bestandserhaltung.

Kernaufgaben des von mir geleiteten Teams von 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Abteilung Archiv sind die Verbesserung des Zugangs zu den Dokumenten durch Digitalisierung und Erschließung (auf Sammlungsebene und durch die Indizierung von relevanten Informationen auf Dokumentenebene) sowie die Bestandserhaltung.

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Letzten Mittwoch erhielten wir die erfreuliche Mitteilung, dass unser weiterbildender Masterstudiengang Archivwissenschaft erfolgreich reakkreditiert wurde!

Im vergangenen August wurde das Verfahren für den Master und unsere drei gradualen Studiengänge Archiv, Bibliothekswissenschaft und Informations- und Datenmanagement durch die Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (AQAS) eröffnet. Alle vier Studiengänge konnten in einem mehrstufigen Prüfungsverfahren externe Gutachterinnen und Gutachter überzeugen. Nach der GutachterInnenbegehung im Februar vor Ort in Potsdam liegt uns nun das positive Endgutachten vor.

Im Zuge der Bologna-Reform wurde durch einen Beschluss der Kultusministerkonferenz der Deutsche Akkreditierungsrat eingerichtet. Dieser ist zuständig für die Akkreditierung der Akkreditierungsagenturen, die ihrerseits wiedrum Studiengänge (Programmakkreditierung), aber auch ganze Hochschulen akkreditieren (Systemakkreditierung). Die Begutachtung durch außenstehende Expertinnen und Experten sorgt für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen, deutschlandweit sowie international.

Wir freuen uns über das positive Ergebnis :-)!

Archivtheorie meets Archivpraxis:
Das sind die Masterarbeiten im Sommersemester 2016

Im Januar haben wir die Studierenden des 3. Jahrgangs M. A. Archivwissenschaft in die „Freiheit“ entlassen. Das bedeutet, dass sie nicht mehr an Präsenzen in Potsdam teilnehmen und (im Idealfall) keine offenen „Scheine“ mehr einholen müssen.

Gleichzeitig stehen unseren Studierenden 6 Monate zum Schreiben ihrer Masterarbeiten bevor – und das neben Familie und der Arbeit in einem Archiv!

Wir freuen uns darüber, dass trotz dieser Mehrfachbelastung mehr als die Hälfte des Kurses bereits jetzt im Sommersemester 2016 das Studium abschließen möchte.

Die Themen der diesjährigen Abschlussarbeiten zeigen wie vielfältig die Arbeit von Archivarinnen und Archivaren sein kann: Von archivprakischen Fragen zu Personenstandsunterlagen, Heimakten und Digitalisierungskonzepten in Kommunalarchiven über Arbeiten zu wenig beschriebenen Archivtypen („Was sind Museumsarchive?“ Oder: „Wie werden Überlieferungen in Gedenkstättenarchiven gebildet?“) bis hin zum beliebten Thema der Archivpädagogik.

Besonders interessant dürfte auch ein Blick in die Zukunft des Stasi-Unterlagen-Archivs sein oder die Frage nach Personalmanagement in Archiven, die in diesem Semester gleich in zwei Arbeiten thematisiert wird.

Seit Einführung des Masterstudienganges Archivwissenschaft im Jahr 2009 setzen sich unsere Kurse zur Hälfte aus Studierenden aus kommunalen sowie kirchlichen Archiven zusammen. In diesem Semester werden kirchenarchivliche Themen ebenfalls gleich in zwei Masterarbeiten aufgegriffen.

Wir wünschen allen Studierenden eine produktive Zeit und freuen uns auf ein Wiedersehen zur M.A.-Verteidigung im September! 🙂

Audiowalks in Archiven – Masterarbeit von Anna Hoffmann im BibSpider-Verlag

Inzwischen wurde die folgende Publikation zwar bereits auf AUGIAS, im VdA-Blog und auf der Seite des Fachbereichs Informationswissenschaften beworben. Nichtsdestotrotz möchten wir gerne auch an dieser Stelle darauf aufmerksam machen.

Wie bereits im November angekündigt, wurde neben der Masterarbeit von Christel Gäbler nun auch die Abschlussarbeit unserer Absolventin Anna Hoffmann – Audiowalks in Archiven – im BibSpider-Verlag veröffentlicht. Ein Abstract zu Ihrer Arbeit ist kann in unserem Blogbeitrag von Oktober 2014 nachgelesen werden.