Schlagwort-Archive: Lehrangebot

M12 – Contentmanagementsysteme
(Fernweiterbildung Archiv)

Michael Panitz ist Mitarbeiter bei Mediamid Digital Services GmbH und hat 2012 seinen Master im Studiengang Informationswissenschaften an der FH Potsdam abgeschlossen. In der Fernweiterbildung Archiv lehrt er in diesem Jahr erstmalig das Modul „Content Management systeme“ (CMS). Lehrerfahrungen konnte er bereits in „unserem“ Direktstudium und in der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement sammeln.

Michael_Panitz

Lehrbeauftragter Michael Panitz

Worum geht es bei dem Modul?

Das Modul soll den Studierenden die Bedeutung von Content auf der einen und die Verwaltung desselben mit Hilfe geeigneter Systeme auf der anderen Seite nahe bringen. „Content“ wird heutzutage im digitalen Umfeld oft zitiert, aber nur schwammig „präzisiert“. Der Kurs setzt da an und betrachtet unterschiedliche Arten von Content, die von Webseiten-Inhalten, über Fotos bis hin zu digitalen Archivalien reichen können. Die entsprechende Anzahl von Systemen ist dementsprechend, weswegen ein kleiner Querschnitt präsentiert wird.

Warum sind CMS für die Archivpraxis so wichtig?

Auch „Digitale Archive“ sind im weitesten Sinne Content Management Systeme, ebenso wie Online-Findbücher. Aber die Bedeutung von CMS fängt für ein Archiv bei einer optimalen Webpräsenz an, die den Zugang erleichtert, Besucher über Nutzung und Öffnungszeiten informiert und auch ohne Findbücher wenigstens die Schwerpunkte der Archivinhalte umreißt. Da mit frei verfügbarer Software ohne viel Einarbeitung eine Realisierung möglich ist, sind CMS auch für die Archive wichtig und keine ausschließliche Sache der IT – gerade bei kleineren Archiven.

Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit? Auf welche (Ausbildungs-)kenntnisse und –fähigkeiten kann hier aufgebaut werden?2000px-Logo_TYPO3.svg

Trotz des vergleichsweise geringen technischem Know-How ist ein eine gewisse technische Affinität sicherlich von Vorteil. Grundsätzliche Kenntnisse gängiger Office-Anwendungen, Online-Editoren und generelles Interesse an Web-spezifischer /-gestützter Arbeit sind zudem hilfreich für einen leichteren Einstieg, aber kein Muss. Für das Konfigurieren und Aufsetzen vieler Systeme in der Grundausstattung sind oftmals tatsächlich keinerlei Vorkenntnisse notwendig. Je größer die Systeme und der gewünschte Funktionsumfang, desto mehr Einarbeitung ist notwendig.

Welche Prüfungsleistung(en) gibt es?

Es gibt drei schriftliche Hausaufgaben, die zwei Drittel der Endnote ausmachen. Eine praktische Hausaufgabe geht zu einem Drittel in die Endnote ein.

Wie können sich Interessierte darauf vorbereiten?

Tatsächlich ist die „Wikipedia“ hier für den Einstieg sehr gut geeignet:

Herr Dr. Ulrich Kampffmeyer hat im Rahmen seiner Unternehmensberatung „PROJECT CONSULT“ einige interessante Beiträge veröffentlicht:

Und noch allgemeine Infos:

Vielen Dank!

M13 – Paläographie (Fernweiterbildung Archiv)

Nach sechseinhalb Jahren Dienst verließ uns im September 2015 unser geschätzter wissenschaftlicher Mitarbeiter Norman Warnemünde (M.A. Public History), da er sich künftig noch stärker im Bereich der Geschichtsvermittlung – insbesondere in der Gedenkstättenarbeit –  engagieren möchte. Nichtsdestotrotz bleibt er unserem Team auf andere Weise treu! Seit diesem Jahr lehrt Norman Warnemünde das Modul „M 13 – Paläographie“ in der Fernweiterbildung Archiv und greift hierbei auf langjährige Erfahrungen als Dozent für Genealogie und Paläographie in der Erwachsenenbildung zurück.

Rezept in Kurrent

Rezept in Kurrent – Die ersten Übungen sollen das Lesen lernen schmackhaft machen

 Worum geht es bei dem Modul?

Das Modul besteht aus zwei Hauptsäulen. Zum einen lernen die KursteilnehmerInnen die wichtigsten Entwicklungsstufen der Schriftgeschichte und ihre Zusammenhänge kennen. Neben dieser theoretischen Komponente liegt der Fokus vor allem auf dem Erlernen der deutschen Schrift des 19.-20. Jahrhunderts, was das Modul auch sehr übungsintensiv macht.

Warum ist Paläographie für die Archivpraxis so wichtig?

Natürlich gehört die Anwendung paläographischer Kenntnisse nicht für alle ArchivarInnen zur täglichen Arbeit. Nichtsdestotrotz sind sie für die Erschließung, Verzeichnung und Benutzung älterer Akten oder Nachlässe unverzichtbar. Ebenso kommt man als ArchivarIn bei Nutzerauskünften, Vorbereitungen archivpädagogischer Projekte oder Ausstellungsvorhaben zu bestimmten Themen schwer um Schriftkunde herum.

Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit? Auf welche (Ausbildungs-)kenntnisse und –fähigkeiten kann hier aufgebaut werden?

Mit Paläographie kamen die KursteilnehmerInnen zum ersten Mal bereits während ihrer FaMI-Ausbildung in Kontakt. Mit Hinblick auf das Lesevermögen ist daher bei vielen TeilnehmerInnen erstes Vorwissen erkennbar. Ziel des Kurses ist es, dieses Vorwissen zu vertiefen und um die theoretische Basis zu ergänzen.

Welche Prüfungsleistung(en) gibt es?

Weg zum Zertifikat

„Nur sieben Etappen bis zum Ziel!“ – „Fahrplan“ für aktuelle TeilnehmerInnen des 5. gradualen Fernweiterbildungskurses Archiv

Neben regelmäßig zu transkribierenden Übungstexten wird es am Ende des Kurses eine 90-minütige Klausur geben, in der die TeilnehmerInnen neben einigen theoretischen Fragen vor allem nachweisen müssen, dass sie einen längeren Text nach vorgegebenen Richtlinien sicher transkribieren können.

Wie können sich Interessierte darauf vorbereiten?

Zur Einführung in die Schriftentwicklung empfehle ich den Überblick von Werner Frese in Norbert Reimanns Standardwerk für FaMI: Frese, Werner: Zur Entwicklung der Schrift. In: Reimann, Norbert (Hg.): Praktische Archivkunde. Ein Leitfaden für Fachmitarbeiter für Medien- und Informationsdienste. Fachrichtung Archiv, Münster 2004, S. 283-297.

Erste „Schnupper-Leseübungen“ sind mit Harald Süß‘ „Deutsche Schreibschrift. Lesen und Schreiben lernen“ möglich. Ebenso bietet die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns unter http://www.gda.bayern.de/DigitaleSchriftkunde/ ein umfangreiches Online-Angebot an paläographischen Leseübungen.

Vielen Dank Norman!

M12- Content-Management-Systeme (Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement)

Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Mein Name ist Julia Schmidt. Nach dem Abschluss meines Studiums der Informationswissenschaften an der FH Potsdam war ich zunächst im Projektmanagement einer Online-Agentur und anschließend an der wissenschaftlichen Spezialbibliothek des Deutschen GeoForschungsZentrums tätig. Seit Kurzem bin ich in einem Potsdamer mittelständischen Unternehmen für das Informationsmanagement verantwortlich.

Julia_Schmidt_web

Julia Schmidt

Welches Modul lehren Sie in der Fernweiterbildung? Wie ist das Modul aufgebaut?

Ich unterrichte im nun kommenden dritten Durchgang das Modul „Content-Management-Systeme“ (CMS). In der Startphase des Kurses setze ich den inhaltlichen Schwerpunkt auf die Vermittlung von Zweck, Funktionen und Einsatzmöglichkeiten von CMS. Dazu erarbeiten sich die Kursteilnehmer/innen mithilfe vorgegebener Lektüre erstes Grundwissen. Dieses wird reflektiert, indem die Kursteilnehmer/innen selbstständig ein eigenes Vorlesungsskript zu einem Teilbereich der Kursinhalte erstellen. Der praktische Teil wird durch die Arbeit mit dem CMS TYPO3 abgedeckt. Dazu setzen sich die Kursteilnehmer/innen mit den einzelnen Funktionen technisch auseinander, indem vorgegebene Übungen im eigenen CMS-Arbeitsbereich nachvollzogen und umgesetzt werden. Zum Ende des Kurses setze ich den Fokus auf die Gegenüberstellung von proprietärer und quelloffener CMS-Software sowie zu deren Anbietern – dabei ist mir wichtig, mithilfe dieses Marktüberblickes ein Grundwissen zu schaffen, das die Kursteilnehmer/innen in die Lage versetzt, Software und Anbieter bewerten zu können und erste Ansätze bezüglich der Herangehensweise zur Einführung eines CMS kennenzulernen.

Inwieweit beziehen Sie moodle oder andere Plattformen mit ein?

Moodle ist in meinem Kurs als Kommunikations- und Lernplattform unabdingbar. Nicht nur für die Teilnehmer/innen, sondern auch für mich selbst bietet Moodle die Möglichkeit, eine feste Struktur für die Kursinhalte und den –ablauf zu schaffen. Dabei fungiert die Lernplattform nicht nur als Dokumentenablage – vielmehr werden neben Wiki, Chat und Forum als interaktive und kommunikationsintensive Gruppenwerkzeuge auch eine Literatur-Datenbank, die Aufgaben-Funktion sowie die Moodle-Aktivität „Workshop“ genutzt, um den Kursteilnehmer/innen die Möglichkeit zu geben, deren Ergebnisse aus Lernprozessen gegenseitig zu evaluieren. Die zuletzt genannte Methode werde ich im kommenden Kursdurchgang allerdings zum ersten Mal anwenden und bin schon sehr auf die Ergebnisse und das Feedback der Kursteilnehmer/innen gespannt.

Mit welchen Leistungsnachweisen schließt das Modul ab?

FWB-M12-G8_Moodle-Kurs

Blick in den moodle-Kurs zu CMS

Die Kursteilnehmer/innen werden neben der kursbegleitenden Mitarbeit am Glossar und einer FAQ-Liste als erste Modulaufgabe ein interaktives Vorlesungsskript erstellen, welches in den Präsenzveranstaltungen gruppenweise präsentiert wird. Die zweite Modulaufgabe ist die Durchführung von Übungen im Content-Management-System TYPO3, um die Funktionen nicht nur in der Theorie, sondern auch in der praktischen Anwendung zu trainieren. Das Modul soll letztlich noch mit einer Kurzrezension zu einer Marketingbroschüre eines Softwareanbieters abschließen.

Sie waren zuvor Studierende an der FHP – welche Unterschiede sind zwischen den Direktstudierenden und den TN der Fernweiterbildung in Bezug auf Ihr Fach erkennbar? Lösen die TN Aufgaben praxisorientierter? Leichter?

Die Vorkenntnisse der Kursteilnehmer/innen sind in diesem Modul sehr differenziert. Technik-Affine bewältigen die Kursinhalte und –aufgaben nach meiner Erfahrung aus den vergangenen Durchgängen sehr gut – dann gibt es jedoch auch diejenigen Teilnehmer/innen ohne praktische – teilweise auch ohne theoretische Vorkenntnisse zu Content-Management-Systemen. Daher ist es wichtig, die Grundlagen gleich zu Beginn des Kurses so zu vermitteln, dass die Gruppe als Ganzes mitgenommen wird. Das ist angesichts der zeitlichen Beschränkung des Präsenz-Unterrichtes eine ziemliche Herausforderung.
Einen gravierenden Unterschied zwischen den Teilnehmer/innen der Fernweiterbildung und meinen damaligen Mitstreitern im Präsenzstudium konnte ich in Hinblick auf die methodische Herangehensweise zum Lösen von Modulaufgaben bisher nicht feststellen. Tatsächlich spielt meiner Einschätzung nach viel mehr die Tatsache eine Rolle, dass die Kursteilnehmer/innen der Fernweiterbildung es durch die kurzen Präsenzzeiten eher schwerer haben, sich mit diesem technisch geprägten Thema intensiv auseinander zu setzen, als Studierende dies im Direktstudium durch regelmäßige, wöchentliche Präsenz-Unterrichtsphasen tun können. Daher möchte ich zukünftig den Fokus stärker darauf legen, den Kursablauf so zu gestalten, dass in kürzeren Zeitabständen jeweils kleine Lerneinheiten angeboten werden – hierzu werde ich Moodle als Lernplattform intensiv nutzen. Durch diese Herangehensweise erhoffe ich mir einen zufriedenen Lernerfolg für die Kursteilnehmer/innen.

Welchen Rat möchten Sie unseren TN mit auf den Weg geben?

Ich möchte den Kursteilnehmer/innen der Fernweiterbildung empfehlen, die angebotenen Lernwerkzeuge wie z.B. das Wiki oder die Workshop-Aktivität intensiv zu nutzen. Diese können meines Erachtens nach nicht nur dabei unterstützen, die Studieninhalte während des Kurses zu festigen, sondern auch die langfristige Auseinandersetzung mit dem Kursthema zu fördern, da das Gedächtnis durch den Gestalten-Faktor weitaus mehr angeregt wird, als durch reines akustisches Rezipieren der Präsenzinhalte. Des Weiteren bin ich immer sehr erfreut, wenn ich feststelle, dass die Kursteilnehmer/innen auch tatsächlich die von mir zum Thema ausgewählte Literatur zur Vor- und Nachbereitung gelesen haben. Die Auswahl der Lektüre erfolgt mit Bedacht und zielt darauf ab, das Verständnis zu den Kursinhalten zu unterstützen. Wichtig ist mir auch, dass eine offene Lernatmosphäre herrscht und die Kursteilnehmer/innen sich gegenseitig beim Lernen unterstützen. Dazu gehört neben aufmerksamem Zuhören auch das aktive Reagieren auf die Äußerungen und Fragen der Kommiliton/innen – sei es im Präsenzunterricht oder im virtuellen Klassenzimmer in der Moodle-Lernumgebung.

M13 – Digitale Publikations- und Medienformen (Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement)

In unserer neuen Reihe möchten wir heute einen Einblick in das Modul „Digitale Publikations- und Medienformen“ gewähren. Die Dozentin des Moduls ist Heike Stadler, sie ist haupberuflich bei der Bibliothek der Universität Potsdam für die Koordination der Abteilung „Abonnements“ verantwortlich.

Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Mein Name ist Heike Stadler. Ich lebe und arbeite in Potsdam und bin 34 Jahre.

Foto_Stadler

Heike Stadler

Welches Modul lehren Sie in der Fernweiterbildung und wie ist das Modul aufgebaut?

Derzeit unterrichte ich den dritten Kurs im Modul „Digitale Publikations- und Medienformen“. Das Modul besteht aus insgesamt drei Präsenzveranstaltungen (Einführung, Übung, Ausführung). Inhaltlich konzentriere ich mich auf die Themen Elektronisches Publizieren, Open Access (Gold/Grün) und lizenzpflichtige Publikationen.

Inwieweit beziehen Sie moodle oder andere Plattformen mit ein?

Erstmalig habe ich vor Beginn des dritten Kurses eine Umfrage in Moodle durchgeführt. Ich wollte das Interesse zu bestimmten Themenkomplexen, die im Modul behandelt werden, abfragen. In Moodle stehen neben den Unterlagen zu den einzelnen Präsenzzeiten auch mehrere Podcasts zum Thema Open Access bereit. Das Hören der Audiodateien ist freiwillig, die KursteilnehmerInnen können die Kernaussagen in einem entsprechenden Forum eigenständig aufbereiten. Die Erfahrung zeigt, dass diese Aufgabe angenommen wird. Auf diese Art und Weise wird Basiswissen schnell vermittelt.

Weiterhin stelle ich ausgewählte Fachliteratur zur Verfügung. Für das Verfassen der Hausarbeit müssen 80% der zitierten Quellen aus dem Handapparat kommen. Die Erfahrung aus den ersten beiden Kursen zeigte, dass die von mir bereitgestellte Literatur kaum für das Verfassen der wissenschaftlichen Arbeit verwendet wurde. Um zu gewährleisten, dass die Fachliteratur gelesen wird, habe ich mich für diesen Schritt entschieden.

Darüber hinaus stehen Foren zur Verfügung und selbstverständlich müssen die Hausarbeiten auf Moodle hochgeladen werden.

Sie erwähnten gerade eine Umfrage in Moodle –  welche Fragen haben Sie den TeilnehmerInnen gestellt?

Unbenannt

Blick in die Umfrage – Screenshot aus moodle: Autorin

Ich habe mich vorab u.a. erkundigt, wie groß das Interesse an den Themenkomplexen „Open Access“, „Elektronisches Publizieren“, „Lizenzen“ und „Onleihe“ ist. Sowohl „Open Access“ als auch „Lizenzen“ lagen nach der Teilnahme an der Umfrage gleich auf. Weiterhin war für mich relevant, welche Berührungspunkte die Teilnehmer im Arbeitsalltag mit Online-Medien haben.

Und wie ist so die Meinung zu Open Access?

Das Interesse zu Open Access ist deutlich zu spüren.

Mit welchen Leistungsnachweisen schließt das Modul ab?

Die KursteilnehmerInnen müssen ein wissenschaftliches Poster erststellen. Die Teams sind von mir vorgegeben, das Thema des Posters ebenfalls. In der Übung führen wir dann eine Postersession durch. Zwischen Übung und Ausführung müssen die Kursteilnehmer eine wissenschaftliche Arbeit verfassen. Dabei können Sie zwischen zwölf Themen wählen.
Ein kleiner schriftlicher Test rundet das Modul ab.

Die Anfertigung eines wissenschaftliches Poster zum Abschluss des Moduls ist bisher sehr ungewöhnlich…

20150901_142622

Wissenschaftliche Poster – erstellt im Modul – Bilder: Autorin

Die KursteilnehmerInnen müssen zwischen Einführung und Übung ein wissenschaftliches Poster (A1) erstellen. Dabei setzen sie sich intensiv mit einem vorgegebenen Thema auseinander und bereiten dieses visuell auf. Die Herausforderung ist es, das Poster dann in fünf Minuten im Rahmen einer Postersession inhaltlich zu präsentieren. Ich denke, dass diese Aufgabe das Verfassen einer schriftlichen Hausarbeit sehr gut ergänzt.

Ich bin mir sicher, dass diese Aufgabe etwas Abwechslung in die Fernweiterbildung bringt. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, ich selbst freue mich auf die Präsentation im September.

Sie waren in einem der ersten Kurse der Fernweiterbildung ebenfalls Teilnehmerin. Warum haben Sie sich für eine Teilnahme entschieden und wie sah danach Ihr Werdegang aus?

20150901_143001Für mich stand schon während der Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- Informationsdienste fest, dass ich mich weiterqualifizieren möchte.[1] Nach zwei Jahren im Berufsleben (Universitätsverlag Potsdam) gab es dann für mich diese Möglichkeit an der FHP. Nach meinem Diplom[2] wechselte ich den Bereich innerhalb der Einrichtung und heute koordiniere ich die Abteilung Abonnements. Der Fokus liegt ganz deutlich auf elektronische Medien (lizenzfrei/lizenzpflichtig). In der Zwischenzeit habe ich an der Freien Universität Berlin den Kurs Bibliotheksmanagement absolviert. Gerade die Module zur Führungskompetenz waren eine perfekte Ergänzung zur Fernweiterbildung.

Und wie sind Sie in der  Fernweiterbildung Dozentin geworden?

Die Fachhochschule ist auf mich zugekommen und ich habe diese Aufgabe gern angenommen.

Welchen Rat möchten Sie – als ehemaliger Teilnehmerin – den TeilnehmerInnen noch mit auf den Weg geben?

Ich würde Ihnen raten: Befassen Sie sich in den Hausarbeiten mit Themen, mit denen Sie nicht im Berufsalltag zu tun haben. Zeigen Sie so, dass Sie wissenschaftliche arbeiten können und sich in ein neues Themenfeld einarbeiten können. Lesen Sie Fachartikel bevor Sie sich mit einem Thema auseinandersetzen, das Weiterdenken ist ein guter Ansporn.

Wir danken Frau Stadler für das Interview.

Quellen

  • [1] Siehe: https://opus4.kobv.de/opus4-bib-info/frontdoor/index/index/docId/993
  • [2] Siehe: https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/index/index/docId/5487

M23 – Verwaltungsgeschichte (Fernweiterbildung Archiv)

Viktor Nerlich ist mit Lehraufträgen an der Fachhochschule Potsdam im Masterstudiengang Archivwissenschaft und in der Fernweiterbildung Archiv im Modul „Verwaltungsgeschichte“ tätig. An der Archivschule Marburg lehrt er „Rechtstektonik“ und „Institutionen des Sachen- und Kirchenrechts“. Zudem bekleidet er eine Lehrstelle an der Humboldt-Universität zu Berlin in der Juristischen Fakultät.

Worum geht es bei dem Modul?

Das Modul „Verwaltungsgeschichte“ dient dem Erwerb von Grundlagenkenntnissen zur deutschen Verwaltungsgeschichte seit 1871. Gleichzeitig soll es die Fähigkeit im Umgang mit verwaltungshistorischen Quellen und Archivalien vermitteln. Die historische Betrachtung führt außerdem zur vergleichenden Erörterung des gegenwärtigen deutschen Verwaltungsaufbaus in Bund und Ländern und zur Darlegung des dabei anzuwendenden Verwaltungs(organisations)­rechts.

 Warum ist Verwaltungsgeschichte für die Archivpraxis so wichtig?

Quelle: Johann Friedrich Hofmann, Praxis iuris, et Processus Cameralis novissima, Wetzlar 1721 (digitalisiertes Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek München)

Verwaltungsstube des frühneuzeitlichen Kammergerichts in Wetzlar

Die Verwaltungsgeschichte lehrt wie in der Vergangenheit das öffentliche Leben organisiert war. Sie zeigt den historischen Aufbau des Staates bzw. des Gemeinwesens und macht dabei deutlich, wie in früheren Zeiten öffentliche Maßnahmen und Rechtsakte umgesetzt wurden. Mit Hilfe verwaltungshistorischer Kenntnisse kann man ermitteln, welche Behörde bzw. Einrichtung des Staates für diesen oder jenen Sachverhalt zuständig war. Verwaltungsgeschichte vermittelt damit zugleich Fähigkeiten, die für die Überlieferungsbildung von Archivgut von Bedeutung sind. Archive sind regelmäßig in den Verwaltungsaufbau der öffentlichen Träger eingebunden und dienen der Aufbewahrung bzw. Erschließung der dort angefallenen Akten. Ohne eine gründliche Kenntnis der Verwaltungsgeschichte ist diese Aufgabe aber nicht zu erfüllen.

 Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit? Auf welche (Ausbildungs-)kenntnisse        und -fähigkeiten kann hier aufgebaut werden?

FaMI der Fachrichtung Archiv sind aufgrund ihrer Ausbildung insbesondere mit der Übernahme und Erschließung von Schriftgut bzw. anderen Informationsträgern vertraut. Sie haben daher den archivischen Umgang mit Ergebnissen konkreter verwaltungshistorischer Vorgänge bereits kennengelernt und praktizieren ihn regelmäßig. An diese Kompetenzen, die durch praktische Verwaltungserfahrungen ergänzt werden, kann das Modul mit seiner theoretischen Erarbeitung des verwaltungshistorischen Stoffs anknüpfen.

Welche Prüfungsleistungen gibt es?

Als Prüfungsleistung wird eine zweistündige Klausur geschrieben.

Wie können sich Interessierte auf das Modul vorbereiten?

Bevor man in die Details der Verwaltungsgeschichte einsteigt, sollte man sich in zweierlei Hinsicht vorbereiten: Zum einen kann man sich vorab mit der gegenwärtigen Verwaltungsorganisation in Deutschland (Bund und Länder) befassen. Hierfür gibt es instruktive Lehrbücher zur Verwaltungswissenschaft bzw. zum Verwaltungsrecht, z.B. von Günter Püttner, Verwaltungslehre, oder Hartmut Maurer, Allgemeines Verwaltungsrecht, jeweils in neuester Auflage. Zum anderen ist es empfehlenswert, sich mit der „äußeren“ Verwaltungsgeschichte, der Verfassungsgeschichte zu beschäftigen. Sie vermittelt Kenntnisse über die Verteilung der Staatsfunktionen und Kompetenzen auf den einzelnen Ebenen der Verwaltung. Die Verfassungsgeschichte erleichtert daher den Zugang zur eigentlichen Verwaltungsgeschichte erheblich. Hierfür stehen ebenfalls sehr viele Lehrbücher zur Verfügung, z.B. jenes von Werner Frotscher und Bodo Pieroth, Verfassungsgeschichte, wiederum in neuester Auflage.

Vielen Dank!