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Informatik + Bibliothek = ???

Wenn mich die Leute fragen, was ich beruflich mache, so wäre es ein Leichtes zu sagen, ich sei Bibliothekar. Damit wäre alles gesagt. Die Leute hätten ein Bild von meinem beruflichen Alltag und eine Vorstellung von meinen Aufgaben zwischen Bücherregalen und an Informationstheken.  Genauso wäre es, wenn ich sagen würde, ich bin Fachinformatiker. Da sähe man mich wahrscheinlich den ganzen Tag vor einem PC sitzen und irgendwelche kryptischen Codezeilen in ein nicht minder kryptisches Programm hacken oder beim Aufbau von kabelverworr

Markus Caspers (an der VR-Station) – Foto: privat

enen PC- und Netzwerksystemen. Aber so ist es nicht, denn gelernt habe ich tatsächlich beides und mein beruflicher und akademischer Werdegang führte mich als sogenannter „Systembibliothekar“ in die IT-Abteilung der Stadtbibliothek Köln.

Wie kam es dazu?

Bibliotheken waren für mich schon sehr früh wichtige und sehr interessante Orte, die meine Kindheit und Jugend geprägt haben. Allerdings riet man mir nach dem Schulabschluss davon ab, eine berufliche Karriere in diese Richtung zu starten. Mangelnde Aufstiegschancen, geringer Verdienst und wenige Jobangebote waren die Gegenargumente. Da ich damals allerdings auch Interesse an informatischen Dingen hatte, führte mich dies 2005 in eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, welche ich 2008 abschloss. Allerdings merkte ich schon während der Ausbildung, dass die reine Entwicklung und Programmierung von Software zwar eine interessante und spannende Aufgabe ist, jedoch auf Dauer nicht die absolut passende Option für mich sein würde. Irgendetwas fehlte dann doch noch. Also entschied ich mich dazu, doch noch eine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (kurz: FAMI) in Fachrichtung Bibliothek bei der Stadtbibliothek Köln zu absolvieren, aller Gegenargumente zum Trotz. Eine richtige Entscheidung, wie sich zeigen sollte.

Die Bibliothekskirschblüten im Frühling – Foto: © Stadtbibliothek Köln

Nachdem ich meine FAMI-Ausbildung 2011 bei der Stadtbibliothek Köln abgeschlossen hatte, wurde ich unbefristet übernommen und stellte bald fest: Da geht noch mehr! Als FAMI bieten sich tatsächlich nur begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten. Diese Erkenntnis führte mich 2012 allerdings nicht weg von der Bibliothek, sondern in die berufsbegleitende Fernweiterbildung für Bibliotheksmanagement an der FH Potsdam. Hier hatte ich nicht nur die Möglichkeit, mich neben meinem Beruf aus der Ferne weiterzubilden, das Ziel am Ende der Fernweiterbildung war außerdem (und ist es natürlich immer noch), mit allen erworbenen Modulzertifikaten in das letzte Semester des laufenden Regelstudiengangs Bibliotheksmanagement eingestuft zu werden und dort regulär den entsprechenden Bachelorabschluss zu erwerben. Zudem ist die FH Potsdam dafür bekannt, einen hohen informatischen Anteil im bibliothekarischen Studium anzubieten. Somit konnte ich hier auch meine Kenntnisse aus der Ausbildung zum Fachinformatiker einbringen.

Zentralbibliothek – Foto: © Stadtbibliothek Köln

Die Module der Fernweiterbildung vertieften nicht nur mein Verständnis des bibliothekarischen Fachgebiets, insbesondere wurden durch die Inhalte in den informatorisch-technischen Modulen wie EDV, XML, Datenbanken, Medienpraktikum, Informations-, Kommunikations- und Webtechnologien sowie Bibliothekstechnik nachhaltig meine Bibliotheks- und Informatikkenntnisse miteinander verknüpft. In meinem jetzigen Beruf als Systembibliothekar sind zwar die Inhalte der rein bibliothekarischen Fernweiterbildungsmodule wie formale und inhaltliche Erschließung, Bibliothekstypologien, Bestandskonzeption sowie Bibliotheksdienstleistungen oder Informationsquellen nicht mehr in dem Maße prägend, aber dennoch sind natürlich Grundkenntnisse am Arbeitsort Bibliothek nicht hinderlich. Ganz im Gegenteil. Die Fernweiterbildung in Potsdam hat mir zudem die Möglichkeit eröffnet einen höheren Abschluss bei gleichzeitiger Ausübung meines Berufes zu erwerben. Allerdings sei an dieser Stelle erwähnt, dass eine solche berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahme nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist. Wer sich dafür entscheidet, sollte wissen, dass dies mit großen Belastungen und Einschränkungen verbunden ist, da ein Großteil des Studiums in der Freizeit erledigt wird. Dafür ist die finanzielle Sicherheit einer Anstellung weiterhin gegeben und im Optimalfall winkt nach dem Bachelorabschluss sogar eine Versetzung auf eine höhere Position, wie in meinem Falle.

Während ich noch die Fernweiterbildung absolvierte, wurde 2015 eine FAMI-Stelle in der IT-Abteilung der Stadtbibliothek Köln frei, auf die ich mich aufgrund meiner beruflichen Qualifikation prompt bewarb und genommen wurde. Beide Fachrichtungen beruflich unter einen Hut zu bringen, war ein echter Glücksfall. Nach meiner Ausbildung zum  Fachinformatiker hatte ich lange Zeit gedacht, dass diese umsonst gewesen sei, da sie mir in meiner Bibliothekslaufbahn nichts nützen würde. Falsch gedacht! Es kam sogar so, dass in der IT-Abteilung gerade zum passenden Zeitpunkt nach meinem Bachelorabschluss im Herbst 2016 eine höhere Stelle frei wurde und ich Anfang 2017 auf diese umgesetzt werden konnte. Spiel, Satz und Sieg!

Aber was mache ich als „Systembibliothekar“ denn jetzt genau?

Kontrolle der Rückbucher-IT – Foto: privat

Eigentlich kennt man Systembibliothekare als IT-versierte Bibliotheksmitarbeiter eher aus den wissenschaftlichen Bibliotheken. Aber auch große öffentliche Bibliothekssysteme, wie die Stadtbibliothek Köln betreuen ihre umfangreiche IT-Infrastruktur mit bibliothekarisch-informatischem Fachpersonal. Zudem ist die Bezeichnung „Systembibliothekar“ nicht geschützt. Mein Arbeitsbereich in der IT-Abteilung der Kölner Stadtbibliothek umfasst zunächst die Betreuung und Pflege des Bibliotheksmanagementsystems. Dazu gehören die Fehleranalyse, Fehlerdokumentation und Anwendungsberatung. Zudem leiste ich zusammen mit meinem Team von acht Leuten den IT-Support für die bibliotheksspezifische Hardware, das Computernetzwerk, das RFID-Selbstverbuchungssystem sowie die Telefonanlagen. Eine weitere Säule bildet auch die Mitarbeit in IT-bezogenen Bibliotheksprojekten, in meinem Fall sind dies das Virtual-Reality-Angebot der Stadtbibliothek Köln und die „Onleihe“, der digitale E-Medien-Leihservice der öffentlichen Bibliotheken. Zudem erledige ich den Einkauf und die öffentlichen Vergaben von informationstechnisch relevantem Equipment für die Bibliothek. Dazu zählen standardmäßige Hard- und Software, Netzwerkkomponenten, Spezialinstallationen wie interaktive Präsentationssysteme sowie projektbezogene Beschaffungen wie beispielsweise VR- und Gaming-Zubehör oder auch mal ganz einfache Dinge wie USB-Sticks. Zu einem vollständigen Beschaffungsvorgang gehören dabei die Marktsichtung, Angebotseinholung, -vergleich und -vergabe, Liefer- und Rechnungsprüfung sowie die Inventarisierung.

Trotz der vielen informationstechnischen Aufgabengebiete ist mein bibliothekarisches Know-How dennoch unabdingbar. Um die informationstechnischen Strukturen in einer Bibliothek umsetzen und vermitteln zu können, sind Kenntnisse über bibliothekarische Datenformate, Ordnungssysteme, Abläufe in der Medienverbuchung oder Informationsvermittlung sowie in der Funktionsweise von Bibliotheksmanagementsystemen notwendig, um auch entsprechende Lösungen anbieten zu können. Zudem ist ein vielfach unterschätzter Punkt die Kommunikation zum Bibliothekspersonal und den Bibliotheksnutzern. Aus diesem Grund zählen auch Anwenderschulungen zu meinen Aufgaben.

Und wer sich jetzt generell fragt, was es mit diesen „Systembibliothekaren“ noch so auf sich hat, dem empfehle ich einen Blick in meine Bachelorarbeit „Der Systembibliothekar an deutschen Bibliotheken“ (https://opus4.kobv.de/opus4-fhpotsdam/frontdoor/index/index/docId/1390) auf dem OPUS-Server der FH Potsdam zu werfen. Bevor ich nämlich einer wurde, habe ich erstmal darüber geschrieben. Zufälle gibt’s… 😉

So schnell sind vier Jahre rum…

Nach vier Jahren hieß es nun Abschiednehmen. Im Herbst 2012 hatte der 6. graduale Kurs seine Eröffnungspräsenz, am letzten Freitag waren fast alle TeilnehmerInnen des Kurses persönlich erschien um Ihre Bachelorurkunde in Empfang zu nehmen. Einige BesucherInnen hatten sogar eine Fahrt von über sechs Stunden samt Stau in Kauf genommen um bei den Feierlichkeiten über den Dächern von Potsdam in der Wissenschaftsetage (WIS) dabei sein zu können.

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Auch das Catering stimmte! – Foto: A. Harmuth

Ina Hinrichs vom 6. gradualen Kurs hatte die Idee mit einer offiziellen Verabschiedung, ein Vorschlag den das Projektteam gerne aufgriff und man merkte es dem Kurs an: Wiedersehensfreude und Neugier waren groß –  hatten sich die TeilnehmerInnen doch zum letzten Mal vor fast einem Jahr gesehen. Von spontanen Vorträgen auf Englisch bis zu „Plötzlich Vorgesetzte“ oder Abteilungleiter – die beruflichen Wege haben bei der ein oder dem anderen nochmal für einen gewissen „Twist“ gesorgt, wie sich in persönlichen Gesprächen heraustellte. In der offiziellen Begrüßung durch die Projektkoordinatorin Sabine Wolf und dem Projektleiter Hans-Christoph Hobohm betonten beide dann auch, das sie den Kurs als harmonisch und von der Gruppendynamik sehr positv wahrgenommen und  gerne betreut haben und dankten für die sehr gute Zusammenarbeit.

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Oliver Wachholz erklärt das Eyetracking – Foto: A. Harmuth

Um die Spannung hinsichtlich der Zeugnissübergabe noch ein wenig zu steigern, konnten die BesucherInnen um 19.00 Uhr einer Führung durch die Austellung der WIS, dem Forschungsfenster,  beiwohnen. Herrn Oliver Wacholz, Assistenz der Geschäftsführung der WIS, war die Begeisterung bei der Vermittlung und ausführlichen Erklärung der Exponate mit jedem Satz anzumerken – aber so langsam machte sich dann doch Ungeduld breit – die Urkunden sollten verteilt werden! Und dann war es endlich so weit…

In seiner feierlichen Rede betonte Hans-Christoph Hobohm, dass die Fernweiterbildung mit ihrem Konzept bewusst dem von Peter Handke geprägten Begriff der Alleinmüdigkeit entgegenwirkt, die ja ansonsten jedem Studierenden blüht.  Zum Studieren gehöre auch, in Anlehnung an das bekannteste Studentenlied – Gaudiamus Igitur – „das Fröhlichsein“ und nicht nur die Arbeit. Den vielen gequälten Lächeln war jedoch zu entnehmen, dass gerade Letzteres die TeilnehmerInnen in ihrer Abschlußphase mehr begleitet zu haben schien.

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Ein Dankeschön ans Projektteam für die Betreuung – Foto: A. Harmuth

Aber die Mühen haben sich gelohnt. Eltern, Partnerinnen, Partner und Kinder verfolgten gespannt den Aufruf des Namens und die Nennung des jeweiligen Themas. Titel wie  „Das Konzept der  „Open library“ an öffentlichen Bibliotheken Deutschlands“, „Der Systembibliothekar an deutschen Bibliotheken“, „Marketingmaßnahmen zur Gewinnung von Jugendlichen als Nutzer öffentlicher Bibliotheken“, „Konzeption einer neuen Aufstellungssystematik für die Kinderbibliothek der Christian-Weise-Bibliothek“ oder auch „Konzeption und Durchführung eines Webinars zum Wissensmanagement“ zeigten, dass die TeilnehmerInnen der Fernweiterbildung herausfordernde und überwiegend praxisorientierte Fragestellungen in Ihren Abschlußarbeiten behandelt haben und das mit großem Erfolg, wie an den tollen Abschlußnoten zu sehen war!

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Schöne Location, gelungener Abend! – Foto: S. Wolf

Der Abend klang mit einem netten Beisammensein aus, bei dem sich alle nochmals gerne an die vier sehr schnell vergagenen Jahre erinnert haben. Nette Gäste, ein schöner Abend, der allen gefallen hat – so fiel auch uns der Abschied wenigstens nicht ganz so schwer…

W01 – Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising (Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement)

Seit Herbst 2015 ist ein Teil der Teilnehmenden des 6. grad. Kurses der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement im Wahl-Modul „Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising“ dabei. Bereits die Einführungsveranstaltung des Moduls hat gezeigt, mit wie viel Engagement Ilona Munique, unsere neue Dozentin für dieses Modul, das Thema angeht – ob der Funke auch auf die Teilnehmenden übergesprungen ist? Mal sehen wie ihr Halbzeit-Bericht ausfällt…

Begeisterung zur Halbzeit im Wahlmodul „Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising“

Pünktlich zur Halbzeit fand das letzte Modul der drei „Pflicht“-Lerneinheiten „Öffentlichkeitsarbeit, Pressearbeit und Fundraising“ sein warmes Plätzchen auf Moodle. Und pünktlich zur Halbzeit erreichte mich die erste Hausarbeit von einer der 14 Teilnehmenden des Wahlmoduls im berufsbegleitenden Fernlehrgangs „Bibliotheksmanagement“. Zeit also für eine Zwischenbilanz.

Bilanz

Bilanz – das klingt nach Zahlen. Bitte sehr.

Offiziell sind 75 Prozent von 18 Feedbackaufgaben zu beantworten, die aus einer Auswahl von 50 Fragestellungen bis auf wenige Ausnahmen nach Belieben herausgepickt werden können. Statistisch gesehen enthalten die drei Lerneinheiten (Öffentlichkeitsarbeit, Pressearbeit und Fundraising) rund 50 weitere Fragen, die sich die Teilnehmenden selbst beantworten dürfen. Des weiteren 32 Übungsaufgaben, die freiwillig gelöst werden können, wobei 20 davon als Feedbackaufgabe vorgeschlagen sind. Zusätzlich arbeiten zwei Teilnehmende an der Lerneinheit „Jahresbericht“. Die Beantwortung der Feedbackaufgaben dient hier gleichzeitig als Hausarbeit. Rund 600 ein- und ausgehende Nachrichten wurden bislang ausgetauscht. (Zur zweiten Halbzeit dürfte sich das jedoch sehr reduzieren.) 74 Forenthemen wurden von den Teilnehmenden eingestellt, die insgesamt 236 Forenbeiträge (im Schnitt also rund 19 pro Kursteilnehmer/in) zeitigten.

Statistisch gesehen haben ein Drittel der Teilnehmenden so fleißig gearbeitet, dass sie bis zum Rest des Jahres nichts mehr zu machen bräuchten – was jedoch erfreulicherweise nicht von allen so gesehen wird. Zitat: „Wenn ich die HA fertig habe, werde ich sicher noch weitere Feedbackaufgaben lösen.“

Ein weiteres Drittel steht sehr kurz davor, ihre „Pflichtabgaben“ zu vollenden, und das restliche Drittel hat zwar noch wenig, jedoch sehr gute Ergebnisse eingereicht.

Mit einem Wort: ich bin begeistert!

Begeisterung

Begeistert von der Bereitschaft der Teilnehmenden, sich zu einer Lerncommunity zusammenschweißen zu lassen.

Begeistert von der Art und Weise, wie sich die Kursteilnehmenden untereinander im Forum konstruktive Feedbacks geben.

Begeistert von ihrem differenzierten Umgang mit komplexen Inhalten, welche sie auf ihre eigene Arbeitssituation in eine praktische Beziehung setzen.

Begeistert von der raschen Auffassungsgabe, mit der sie die eher ungewohnte, da nicht-schulische Art des Lernens im Sinne eines subjektorientierten, konstruktivistischen Ansatzes aufgegriffen haben.

Begeistert von der Akribie einiger, die sich formal sorgfältig jeder einzelnen Aufgabe so widmen, als wäre sie eine eigene Hausarbeit.

Begeistert aber auch von denjenigen, die sich über allzu Formales hinwegsetzen und stattdessen mit Lust zum Kern der Inhalte vorstoßen.

Begeistert über die vielen schönen Beispiele und Fotos, mit denen sie ihre Antworten würzen und die mir, der Dozentin, einen wunderbaren Einblick in ihre Bibliotheksalltagswelt geben. Und die mir nachgerade für die nächsten Jahre als einen Fundus an Beispielen dienen werden, mit denen ich die Module aktuell zu halten gedenke.

Es gäbe noch so einiges mehr, was mich erwärmt und froh stimmt. Aber dann glaubt mir das am Ende niemand, weil’s gar zu schön ist.

Doch sind denn auch die Teilnehmenden begeistert? Hier ein paar Rückmeldungen:

„Das Gestalten fürs 1. Modul hat mir so großen Spaß gemacht. Auch Ihre „Zusatzaufgaben“ klingen für mich nach Spaß. Ich freue mich jetzt schon, die erste Idee noch weiter auszubauen und zu verbessern.“

„Und wir sind auch begeistert, dass Sie uns soviel Feedback geben – hatten wir bisher noch in keinem Modul in der Intensität „

Schön, durch diese Aufgabe wieder etwas Neues dazugelernt zu haben 😉

„Es freut mich zu hören, dass wir gerne so viel machen können. Das Modul macht einfach unheimlich Spaß, wir lernen so viel.“

„… bedanke mich vielmals für das ganz Wissen was Sie uns im Modul vermittelt haben.“

„Vielen Dank für Ihr Feedback, die Kommentare empfand ich als sehr angebracht und hilfswert.“

Kritik

Gibt es denn so gar keine Kritik? Wenn ich persönlich überhaupt eine habe, dann betrifft sie nur den Umstand, dass ich ein wenig wehmütig unserer schönen deutschen Sprache und um eine ordentliche Rechtschreibung nachtrauere.  Doch nur bei der Hausarbeit werde ich pingelig. Und im Modul „Pressearbeit“ sowieso. Da führt kein Weg an gutem Deutsch vorbei.

Und wenn die Teilnehmenden etwas kritisieren, dann ist es entweder ein technischer Umstand auf der (von uns intensiv genutzten) Schulungsplattform oder weil sie den breiten Gestaltungsrahmen, den sie vorfinden, für sich nicht immer „sicher“ einzuschätzen vermögen. Schuldidaktik prägt wohl ein Leben lang. Gegängeltes Lernen wieder zu verlernen ist nicht ganz einfach. Es lohnt sich jedoch, um sich des UNABHÄNGIGEN Denkens und der EIGENEN Lösungswege wieder sicherer zu werden.

Wie auch immer – wir lernen voneinander so viel, dass ich bei den Feedbackantworten großzügig über Rechtschreibschwächen hinweg sehen mag. So, wie meine Teilnehmenden großzügig sind, wenn ich ihre Namen zuweilen verwechsle oder nicht immer sofort antworten kann, wenn ich wieder einmal einige Tage länger auf Seminarreise bin.

Zukunft

Daher blicke ich gelassen und frohgemut auf die vor uns liegende zweite Halbzeit. Gleichwohl mit dem Ausblick auf die garantiert über die Weihnachtsfeiertage und zu Sylvester zu bewertenden Hausarbeiten. Denn am 4.1.2016 ist die Ausleitungsveranstaltung anberaumt. Und nein, das ist nicht wirklich Kritikpunkt Nummer 2. Als Selbständige kenne ich das nicht anders, als die Feiertage zu nutzen. Doch wer kann von sich schon behaupten, dass sie oder er dabei die Arbeit quasi feiert (mit Ausnahme des 1. Mai natürlich)? Das ist sicherlich genau so selten, wie wenn Teilnehmende freiwillig mehr Aufgaben erledigen, als sie eigentlich müssten, aus purer Freude oder aus Interesse am Lernen.

Fazit:

Um die Zukunft der Potsdamer G6-W04 mache ich mir keine Sorgen. Möge die Kraft des eigenen Denkens und der Begeisterung ein Leben lang mit euch sein!

Na, das klingt doch toll! Wir freuen uns über einen so positiv gestimmten Bericht und wünschen Ihnen auch für die zweite Hälfte einen weiterhin engagierten Kurs!

Bibliothek Gardelegen gewinnt dank der Fernweiterbildung 5000 €!

Von Romy Topf, FaMI bei der  Stadt-, Kreis- und Gymnasialbibliothek Gardelegen und Teilnehmerin des 6. grad. Kurses der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement.

Die Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement an der FH Potsdam ist die Gelegenheit, um über den beruflichen Tellerrand zu schauen. Lässt man die neuen Impulse auf sich wirken, kommen jede Menge Ideen zum Vorschein, die meist auf Grund der fehlenden finanziellen Mittel leider nur im Kopf oder bestenfalls auf dem Papier bleiben.

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Romy Topf – Foto: Privat

Solch eine Idee entstand bspw. in dem Modul „Medienpraktikum“. In diesem Kurs ging es vorrangig darum, die angehenden Bibliotheksmanager mit dem weiten Feld des Social Media vertraut zu machen, indem nicht nur theoretisch darüber gesprochen, sondern aktiv an dieser Form der Kommunikation teilgenommen wird. Bei einer Übungspräsenz war der Geschäftsführer der „Espoto-App“, Steffen Lelewel, anwesend und stellte uns kurz sein Produkt vor, ohne dabei den Charakter einer Werbeveranstaltung zu vermitteln.

Sofort entstand bei mir die folgende Idee: Mit Hilfe dieser App könnte ich via Tablet eine Schnitzeljagd durch die Bibliothek verwirklichen. Die Kidz ab der Klassenstufe 5 lassen sich kaum noch durch eine konventionelle Bibliothekseinführung für die Institution Bibliothek begeistern. Mit Hilfe von Tablets sowie einer App, welche via QR-Codes die Schüler durch die Bibliothek lotst, wird dadurch spielerisch (Stichwort: Gaming) die Systematik und Aufstellung des Bestandes vermittelt. Durch den Quizz-Duell-Charakter wird die Motivation zusätzlich gefördert und einer „coolen“ Nutzerschulung steht nichts mehr im Wege.

In dem Modul „Bildungsdienstleistung“ bestand die Abschlussaufgabe darin, ein Konzept für eine Bildungsdienstleistung zu entwerfen. Da ich durch die Fachpresse schon öfters auf die Technologie „Augmented Reality“ gestoßen war und dieses Thema für Schulen und Bibliotheken gleichermaßen interessant finde, habe ich eine Bildungsdienstleistung für Lehrer entworfen, welche den Mehrwert für den Unterrichtsalltag vermittelt. Wochen später erfuhr ich durch Zufall von der Ausschreibung des „Bibliothekspreises der mittelständischen Wirtschaft Sachsen-Anhalt“. Die Ideen waren da, nur die Zeit fehlte mal wieder, um sich konkret mit dem Bewerbungsbogen auseinander zu setzen, und das Konzept aus dem Kopf auf Papier zu bringen. Doch eine Woche vor Abgabefrist fiel in der Bibliothek das Internet aus, und da fast alle Aufgaben mittlerweile vom Internet abhängig sind, hatte ich plötzlich Zeit.

Die Projektbeschreibung in aller Kürze: Mittels der Espoto-App wird eine digitale Schnitzeljagd via QR-Codes durch die Bibliothek realisiert. Zusätzlich wird durch die ZOOM-App der Bildungshausschulbuchverlage die Technologie Augmented Reality vermittelt. Wenn ich ehrlich sein soll war ich nur auf das Preisgeld aus, welches mit 5000 € dotiert war. Die Stadt-, Kreis- und Gymnasialbibliothek Gardelegen hat den Preis gewonnen und kann nun mit dem Geld die Tablets anschaffen sowie die Nutzungsgebühren der zwei Apps für ca. 3 Jahre finanzieren.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der parlamentarischen Begegnung im Haus des Handwerks in Magdeburg statt. Ich hatte 5 Minuten Redezeit, um die preiswürdige Idee zu präsentieren. Natürlich rechneten alle mit einer Power-Point-Präsentation. Umso erstaunter die Gesichter der ca. 50 geladenen Gäste als eine ganz andere Form dargeboten wurde.  Das Tool „Prezi“ war schon die halbe Miete für eine gelungene und eindrucksvolle Präsentation.

Die Glückwünsche und anerkennenden Worte im Anschluss an den offiziellen Teil waren schon fast zu viel für mich. Habe ich doch eigentlich nur meine Idee aufs Papier gebracht und die gelernten Fertigkeiten, die „Schlüsselqualifikationen“, welche ich bereits durch die Fernweiterbildung erworben hatte, endlich in voller Gänze anwenden können.

Richtig genutzt kann dieser Preis durchaus eine Sprungbrett für den weiteren beruflichen Werdegang sein. Wie jedoch bereits erwähnt, ging es von Beginn an primär um das Geld. Die eigentliche Arbeit steht uns noch bevor. Einen kleinen persönlichen Erfolg konnte ich jedoch bereits feiern, als ein bekannter Landespolitiker sich mit folgenden Worten verabschiedete:

„Ich dachte Bibliotheken sind eine Art verstaubte Bücherhalle. Durch Ihren Vortrag wurde mir jedoch bewusst, dass Bibliotheken moderne Dienstleister sind. […] Sie müssen wissen Frau Topf, die Politiker sind immer die Letzten die so etwas registrieren.“

In meiner Phantasie stell ich mir dann vor, dass das ein kleiner Schritt dahin ist, Bibliotheken endlich gesetzlich zur Pflichtaufgabe zu machen und nicht als freiwillige Aufgabe zu definieren.