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Die Fernweiterbildung stellt sich vor: Patrick Frischmuth

Patrick Frischmuth

Dieses Interview entstand im Rahmen des FaMI-Marketing-Projektes des OSZ Louise-Schroeder und wurde von Nicole Kusserow, Edyta Bui Duc und Bianca Weihrauch geführt.

Stelle dich bitte kurz vor …
Ich bin Patrick Frischmuth. Ich bin 27 Jahre alt. Ich arbeite als Bürosachbearbeiter im Bundesarchiv und mache die Fernweiterbildung Archiv an der Fachhochschule Potsdam.

Du magst deinen Job, weil …
… ich gut darin bin.

Welche Fernweiterbildung absolvierst du an der FH Potsdam?
Die Fernweiterbildung Archiv, bei der ich Zertifikate sammle und mit einem Bachelor of Arts abschließen kann.

Wie lange nimmst du bereits an der Fernweiterbildung teil?
Seit November 2013.

Wie viel Zeit investierst du in der Woche für die Fernweiterbildung?
Zwei bis fünf Stunden in der Woche und am Wochenende sieben bis acht Stunden.

Würdest du dich eher als Ordnungsfanatiker oder als Chaot beschreiben?
Fauler Ordnungsfanatiker.

Wie motivierst du dich in deiner Freizeit fürs Selbststudium?
Indem ich mir immer wieder sage: „Ich will das schaffen und wenn ich mich nicht auf den Hintern setzte kann ich abhauen und das Geld sparen.“

Wie finanzierst du die Fernweiterbildung? Hast du ein Stipendium oder zahlst du alles aus eigener Tasche?
Ich zahle es aus eigener Tasche. Lediglich meine Großeltern finanzieren mich ein bisschen.

Wer ist dein Lieblingsdozent?
Das schwankt zwischen Prof. Dr. Walberg und Prof. Dr. Schwarz.

Warum hast du dich damals für die FH Potsdam entschieden?
Weil es für mich der einzige Kurs war, den ich von mir aus machen konnte.

Wie würdest du die Betreuung, seitens der FH Potsdam bezüglich der Fernweiterbildung beurteilen?
Die Betreuung ist sehr gut. Einige Dozenten brauchen manchmal ein, zwei Tage Zeit.
Der Kontakt zu Frau Julia Sammler ist gut.

Wo siehst Du Dich in 10 Jahren?
Im gehobenen Archivdienst.

Warum sollten sich FaMIs für die Fernweiterbildung an der FH Potsdam entscheiden?
FaMIs sollten sich dafür entscheiden, da es eine Möglichkeit ist weiterzukommen und das Potsdamer Modell ist so gestaltet, dass man neben der Arbeit lernen kann.

Hast du noch weitere Tipps für künftige Teilnehmer?
Eigentlich nur einen: Wenn FaMIs die Fernweiterbildung machen möchten, sollte gleich mit der Bewerbung Geld beiseitegelegt werden. Das kann helfen.

Die Fernweiterbildung stellt sich vor: Gisa Spiegel

Dieses Interview entstand im Rahmen des FaMI-Marketing-Projektes des OSZ Louise-Schroeder und wurde von Nicole Kusserow, Edyta Bui Duc und Bianca Weihrauch geführt.

Stelle dich bitte kurz vor …
Gisa Spiegel, 30, 2005-08 FaMI-Ausbildung im Stadtarchiv Lippstadt und seitdem dort angestellt, 2008 – 2012 Fernweiterbildung an der FH Potsdam mit Bachelor-Abschluss.

Du magst deinen Job weil …
… ich morgens durch die vielen unterschiedlichen Nutzer nicht weiß, was auf mich zukommt und abends anhand der Benutzungsanträge und eingesehenen „Archivalienhaufen“ sehe was ich geschafft habe. Zudem ist es ein Beruf im Wandel, in dem ich die ältesten menschlichen Schriftzeugnisse auf eine zeitliche Ebene mit Bits, Pixeln, Cloud-Computing und Social Media stellen kann.

Warum bist du Archivarin geworden?
„Machste mal und dann guckste mal“. Gute Entscheidung.

Warum hast du dich damals für die FH Potsdam entschieden?
Zuerst, weil es keine Alternative gibt, wenn man kein Vollzeitstudium absolvieren möchte. Außerdem bietet die Fernweiterbildung Archiv Inhalte, die mich persönlich ansprechen, die modern sind und den heutigen Stand archivischer Aufgaben und Probleme behandeln.

Hat dich die Fernweiterbildung im Berufsleben weitergebracht?
Ja. Problemstellungen in den Modulen und Hausarbeiten waren durch die gleichzeitige praktische Arbeit im Archiv nachvollziehbar, teilweise sogar identisch, und konnten so praxisnah bearbeitet und –zumindest theoretisch– gelöst werden.

Wie hast du dich in deiner Freizeit fürs Selbststudium motiviert?
Es gab Tage, an denen der Bogen wirklich sehr groß war, den ich um Rechner und Reader machte. Aber Zeitdruck, ein bisschen Vernunft und die Aussicht auf die weltgrößte Portion Pommes nach der Arbeit wirken Wunder!

Hattest du während der Weiterbildung auch Kontakt zu anderen Teilnehmern?
Ja! Das ist sehr wichtig und dazu kann ich jedem nur raten! Fragen, die man erstmal nicht dem Prof schicken möchte, Motivation, Korrekturlesen, Hilfestellungen, Tipps zu weiteren Quellen, Sackgassen und Abgabeerinnerungen lassen sich prima in Google Groups oder Ähnlichem zusammenfassen – unabhängig davon, dass die Teilnehmer in ganz Deutschland oder auch weiter verteilt sind.

Hast du ein Lieblingsbuch?
Natürlich die Reimannsche „Praktische Archivkunde“. Privat dann eher Jo Nesbø und Reiseliteratur.

Deine Lebensweisheit?
No brain, no headache.

Was gefiel dir an der FH Potsdam am besten?
Der persönliche Austausch während der Präsenzen, der über E-Mail oder Skype doch größtenteils auf der Strecke blieb. Die Unterstützung, die einem Teilnehmer gegeben wird. Und die Kekse. Dazu: die Aufenthalte in Berlin! Die vermisse ich.

Warum sollten sich FAMIs für die Fernweiterbildung an der FH Potsdam entscheiden?
Aus den schon vorher genannten Gründen. FaMIs sollten sich aber auch nur dann für die FH Potsdam entscheiden, wenn sie eine gewisse Portion Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, „Finanzkraft“ und Spaß an der Sache mitbringen – sonst wird dat nix.

Hast du noch weitere Tipps für künftige Teilnehmer?
In der „Bar Gelb“ gibt es leckere Cocktails. In der Nähe Potsdams gibt es den „Katjes“-Werksverkauf. Wenn die Präsenzen montags und dienstags sind, ruhig schon sonntags anreisen. Potsdam ist immer ein Besuch wert und hach, Berlin sowieso!

Die Fernweiterbildung stellt sich vor: Karina Jüngert

Dieses Interview entstand im Rahmen des FaMI-Marketing-Projektes des OSZ Louise-Schroeder und wurde von Nicole Kusserow, Edyta Bui Duc und Bianca Weihrauch geführt.

Stelle dich bitte kurz vor …
Hallo, mein Name ist Karina Jüngert. Ich habe von 2007-2010 eine FaMI-Ausbildung Archiv beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) absolviert.
Seitdem bin ich in der Projektgruppe „Virtuelle Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen“ tätig, in der ich seit 2011 einen Arbeitsbereich leite.K. Jüngert

Du magst deinen Job, weil …
… er abwechslungsreich ist, ein umfangreiches Arbeitsfeld hat, wenig Routine enthält, jeden Tag andere Herausforderungen anstehen, es immer wieder Neues zu lernen gibt, die Arbeit in einem Projekt spannend ist.

Welche Fernweiterbildung absolvierst du an der FH Potsdam?
Archiv.

Wie viel Zeit investierst du in der Woche für die Fernweiterbildung?
Mit Wochenende, also 7-Tage-Woche: Im Durchschnitt um die 8-10 Stunden insgesamt.

Wie motivierst du dich in deiner Freizeit fürs Selbststudium?
Mein Interesse etwas Neues lernen zu wollen motiviert mich.

Wie finanzierst du die Fernweiterbildung? Hast du ein Stipendium oder zahlst du alles aus eigener Tasche?
Ich hatte ein Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB), was von 2010 (Ausbildungsende) bis Ende des Jahres 2013 lief. Damit konnte ich die erste Rechnung für die Fernweiterbildung zahlen. Seit Anfang 2014 zahle ich selbst.

Warum hast du dich damals für die FH Potsdam entschieden?
Breit gefächerte Module, nicht „nur“ klassisches Archivwesen, Ausrichtung zu aktuellen modernen Inhalten, einzige Möglichkeit sich zeitlich neben der Arbeit zum Archivwesen weiterzubilden. Ich habe mich für die FH Potsdam auch aufgrund der Empfehlung einer Freundin, die dort Archivwesen im Direktstudium studiert, entschieden.

Hast du während der Fernweiterbildung auch Kontakt zu anderen Teilnehmern?
Ja, z. B. über die E-Learning Plattform „Moodle“, Facebook oder per Mail. Direkter Kontakt ist nicht möglich, da die Teilnehmer/innen aus ganz Deutschland kommen.

Wie empfindest du das Lernen über die Lernplattform Moodle?
Sehr komfortabel, modern, interessant, abwechslungsreich, effektiv.

Wie würdest du die Betreuung, seitens der FH Potsdam bezüglich der Fernweiterbildung beurteilen?
Gute Betreuung, schnelle Beantwortung von Fragen und Mails, gute Organisation, rechtzeitige Information beispielsweise zu Präsenzen.

Was gefällt dir an der FH Potsdam am besten?
Gute Organisation, interessante Module.

Warum sollten sich FaMIs für die Fernweiterbildung an der FH Potsdam entscheiden?
Gute Möglichkeit sich während der beruflichen Tätigkeit weiterzubilden und ggf. am Ende der bestandenen Module die Möglichkeit zum Schreiben einer Bachelorarbeit zu erhalten und damit abzuschließen.
Die Fernweiterbildung kann nach erfolgreichem Abschluss beruflich bessere Möglichkeiten eröffnen –  eine der wenigen Optionen zur Weiterbildung nach der FaMI-Ausbildung.

Hast du weitere Tipps für künftige Teilnehmer?
Gute Planung/Organisation des Lebens ist wichtig und (neue) Prioritätensetzung.

Die Fernweiterbildung stellt sich vor: Start der neuen Serie

Ein Monat ist nun seit unserem letzten Blogbeitrag vergangen. Aber wir möchten die Sommerpause und den Monat „Juli“ in unserem Beitragsarchiv nicht ungenutzt lassen! In unserem Post „What about Fernweiterbildung…?“ berichteten wir bereits von der positiven Zusammenarbeit mit dem Berliner OSZ Louise-Schroeder im Rahmen des FaMI-Marketing-Projektes. Hierbei haben gleich zwei SchülerInnengruppen ein Blog für die Fernweiterbildung konzipiert. Die inzwischen vollständig qualifizierten Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Nicole Kusserow, Edyta Bui Duc und Bianca Weihrauch führten für ihr Abschlussprojekt Interviews mit unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Ehemaligen sowie mit Lehrenden.

Die Interviews werden wir in regelmäßigen Abständen posten und gewähren somit einen Blick hinter unsere (Büro)Tür…

Tür

Mehr als „nur“ Bauhaus – Tagung der FaMI-AusbilderInnen des Bundes in Dessau

Am 12. und 13. Juni 2014 fand in Dessau die Tagung der FaMI-AusbilderInnen des Bundes statt. Es war mein erster Besuch in der Bauhaus-Wirkstätte und wird in Anbetracht meiner Leidenschaft für Architektur und Design – ich habe unter anderem ein zweimonatiges Praktikum im Bauhaus-Archiv Berlin während meines Studiums gemacht – nicht mein letzter gewesen sein.

Anlass meiner Reise war jedoch die Präsentation der Fernweiterbildung Archiv und Bibliotheksmanagement vor den FaMI-AusbilderInnen, gemeinsam mit Patrick Frischmuth, Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste im Bundesarchiv Berlin und Teilnehmer der 5. gradualen Fernweiterbildung Archiv. Bereits im letzten Jahr präsentierten meine Kollegin Sabine Wolf, Projektkoordinatorin für die Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement, und ich unser Weiterbildungsangebot im Rahmen der Tagung im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin.

Diesjähriger Tagungsort war das Umweltbundesamt (UBA) und den Schwerpunkt unseres Vortrages bildete die Frage, welche Kenntnisse und Fähigkeiten ein/e FaMI für die Fernweiterbildung bereits mitbringt und worauf AusbilderInnen (künftig) achten sollten, um ihren Azubis einen bestmöglichen Start in die Höherqualifizierung zu ermöglichen. Die Präsentation von Patrick Frischmuth ist am Ende dieses Beitrags eingestellt.

Oliver Olesch, Leiter der Fachbibliothek Umwelt und „seine“ FaMIs waren für die einwandfreie und liebevolle Organisation verantwortlich: So wurde ich bereits am Dessauer Bahnhof von einem „Fachangestellten-Komitee“ empfangen, das mir den Weg zum Tagungsort wies, wo mir am „Check-In-Schalter“ meine Unterlagen überreicht wurden. Wer nun denkt, dass es gar nicht mehr besser kommen kann, der irrt! Neben Keksen sowie Heiß- und Kaltgetränken gab es nämlich auch noch selbst gebackene Cake-Pops, die mir im Vergleich zu anderen Fachtagungen als originelle Aufmerksamkeiten in Erinnerung bleiben werden.

Das UBA ist seit 2002 Ausbilder für den FaMI-Beruf (Fachrichtung Bibliothek) und bildet derzeit 12 Fachangestellte aus. Im Anschluss daran werden FaMIs für ein Jahr übernommen; bei sehr guten Leistungen in den Abschlussprüfungen für weitere sechs Monate. Die schulische Ausbildung erfolgt am OSZ Louise Schroeder in Berlin, da Sachsen-Anhalt selbst keine Fachangestellten ausbildet.

Sachsen-anhaltische Azubis des FaMI-Berufes gehen zur schulischen Ausbildung entweder nach Berlin oder in das Thüringische SBZ Sondershausen. Auch Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein verfügen über einen solchen Kooperationsvertrag: So findet die schulische Ausbildung von FaMIs aus Schleswig-Holstein an der Beruflichen Schule Müritz statt.

Anhand einer Statistik des Bundesverwaltungsamtes (BVA) verdeutlichte Herr Olesch den aktuellen Stand des Ausbildungsberufes in den Bundesbehörden. So gab es 2013 insgesamt 180 auszubildende FaMIs, verteilt auf 53 Einrichtungen und fünf Fachrichtungen. Die meisten Fachangestellten arbeiteten in der Fachrichtung Bibliothek (98 Azubis); 48 Ausbildungsplätze entfielen auf die Fachrichtung Archiv, 31 auf den Bereich Information und Dokumentation, 2 auf die Fachrichtung Medizinische Dokumentation und schließlich entfiel 1 Ausbildungsplatz auf den Bereich Bildagentur. Weiterhin stellte der Bund 2013 insgesamt 66 vollständig qualifizierte Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste neu ein (Bibliothek: 33, Archiv: 22, IuD: 10, Med. Dok.: 1).

FaMI-Ausbildertagung

Doch wer bewirbt sich überhaupt um einen Ausbildungsplatz zur/zum FaMI?

„Klassische“ Schulabgängerinnen und Schulabgänger gibt es kaum noch, wie aus der anschließenden, sehr lebhaft geführten Diskussion der AusbilderInnen hervorging. Nur noch wenige bewerben sich direkt im Anschluss an die Mittlere Reife oder das Abitur um einen Ausbildungsplatz in diesem Berufsfeld. Personalverantwortliche in Archiven, Bibliotheken und Dokumentationsstellen sehen sich zunehmend mit einer „Überalterung“ ihrer BewerberInnen konfrontiert, denn viele unter ihnen haben bereits eine abgeschlossene Ausbildung oder gar ein abgeschlossenes Studium.

Die starke Motivation und zuvor erworbene Kompetenzen der „reifen“ Bewerberinnen und Bewerber stehen im Spannungsfeld zu späteren Autoritätsproblemen gegenüber den jungen FaMI-AusbilderInnen und BerufsschullehrerInnen.

Doch eine Bewerbung im Vorfeld nicht zu berücksichtigen, da es sich um eine Zweitausbildung handelt, kommt für die meisten Bundesbehörden nicht in Frage.

Intrinsische Motivation

Woran geeignete Azubis zu erkennen sind und wie ihnen der Start ins Berufsleben und der Ausbildungsalltag erleichtert werden können, sollte im Vortrag der Diplom-Psychologin Corinna Rakow (Deutsche Gesellschaft für Personalwesen e.V – DGP) verdeutlicht werden. InteressentInnen, die sich aus intrinsischer Motivation heraus bewerben – also dem Wunsch, eine bestimmte Handlung auszuführen, weil die Handlung an sich als interessant und erfüllend wahrgenommen wird – sind die idealen Auszubildenden. Azubis nach diesem Kriterium auszuwählen klingt zunächst einfach. Jedoch kann die wahre Motivation in vielen Fällen nur zwischen den Zeilen, also beispielsweise in einem informellen Gespräch nach dem Vorstellungsgespräch, ermittelt werden. Im Ausbildungsalltag sei es weiterhin wichtig, so Rakow, dass sich die AusbilderInnen auch nach mehreren Jahren der Berufstätigkeit in die Situation ihrer Auszubildenden hineinversetzen können. Nicht immer sind fehlende Motivation oder mangelndes Interesse Grund für schlechte Leistungen oder Fehlzeiten. Frau Rakow betonte, dass die Auszubildenden ganzheitlich betrachtet werden müssen – die individuelle Lebenssituation sollte bei MitarbeiterInnengesprächen, insbesondere in Krisensituationen, immer berücksichtigt werden.

Motivation ist ebenfalls von zentraler Bedeutung wenn es um die Entscheidung für eine Weiterbildung geht. Für unsere FernweiterbildungsteilnehmerInnen sind sowohl die Aussicht auf eine höhere Qualifizierung und Besoldung (extrinsisch) als auch der Wunsch nach einer anspruchsvollen Tätigkeit mit vielfältigen Aufgaben (intrinsisch) ausschlaggebende Gründe an die FH Potsdam zu kommen. Für viele von Ihnen geht mit dem Erlangen des akademischen Grades B.A. im Anschluss an die Weiterbildung der Wunsch nach einer interessanten Tätigkeit und entsprechender Höhergruppierung in Erfüllung. Diejenigen, die die Weiterbildung aus Eigeninitiative heraus und ohne Unterstützung des Arbeitsgebers absolvieren, haben sehr gute Aussichten, sich erfolgreich auf Stellen des gehobenen Dienstes im gesamten Bundesgebiet zu bewerben. Gerade in Kommunalarchiven wird nach Aussage von Vertretern der BKK (Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag) dringend nach archivfachlichem Nachwuchs im gehobenen Dienst gesucht.

Neue Entgeltordnung des Bundes

Roswitha Hoge, Zuständige für die FaMI-Ausbildung und Fortbildung zum Fachwirt für Medien- und Informationsdienste der Bezirksregierung Köln, forderte MitarbeiterInnen, die sich neben der Arbeit weiterqualifizieren und anspruchsvollen Tätigkeiten nachgehen – dabei aber weiterhin in Entgeltstufe 6 (oder darunter) eingestuft sind – zu mehr Mut und Initiative auf: „Es wird kein Arbeitgeber ankommen und Ihnen freiwillig mehr zahlen!“ Alle Angestellten des Bundes haben seit dem 1. März 2014 das Recht, bei Übertragung einer höher zu bewertenden Tätigkeit stufengleich höher eingruppiert zu werden (Vgl. Flugblatt-Entgeltordnung-Bund). Die Entgeltgruppe 9 wurde mit der neuen Entgeltordnung für den TVÖD (gilt seit 01.01.2014) in zwei Gruppen gespalten: 9a und 9b. „Die Entgeltgruppe 9a besitzt ab sofort die Tätigkeitsmerkmale der „kleineren“ Entgeltgruppe 9“ – Das bedeutet, dass u.a. Fachwirte für Medien- und Informationsdienste künftig bei entsprechenden Tätigkeitsmerkmalen in die 9a eingruppiert werden können. Die Tarifstufen EG 9b – EG 12 bleiben weiterhin Archiv-/Bibliotheks-/IuD-MitarbeiterInnen mit abgeschlossener (Fach-) Hochschulbildung (Dipl. oder B.A.) und entsprechender Tätigkeit vorbehalten.

Die Fachwirtfortbildung, die bisher nur in Hessen und Nordrhein-Westfalen angeboten wird, soll künftig auch auf Bundesebene eingeführt werden. Eine baldige Einführung ist derzeit jedoch noch nicht absehbar, da zunächst ein geeigneter Bildungsträger gefunden werden muss.

Mein Bericht zur Tagung der FaMI-Ausbildertagung des Bundes soll an dieser Stelle enden, da ich leider nicht die Möglichkeit hatte am 2. Tagungstag teilzunehmen. Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bei dem Leiter der größten Umwelt-Fachbibliothek im deutschsprachigen Raum, Herrn Oliver Olesch, und seinen Auszubildenden für die tolle Organisation bedanken! Ebenfalls bedanke ich mich bei den FaMI-AusbilderInnen für die lebhafte und offene Diskussion und hoffe gleichzeitig auf ein paar Kommentare, die meine Eindrücke ergänzen.