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M 16 – Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit (Fernweiterbildung Archiv)

Professor Dr. Susanne Freund ist Professorin für Archivwissenschaft mit dem Schwerpunkt Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Seit vielen Jahren lehrt sie Module in der Fernweiterbildung (u.a. auch „Einführung in die Geschichtswissenschaft“ und „Editionstechniken“) und ist zudem Leiterin des Masterstudiengangs Archivwissenschaft und der Fernweiterbildung Archiv.

Prof. Dr. Susanne Freund

Prof. Dr. Susanne Freund

Worum geht es bei dem Modul?

Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Archiven ist ein Teil der kulturellen Bildung und bürgernahen Geschichtsvermittlung. Publikationen, Ausstellungen oder Social Media-Aktivitäten und Internetpräsentationen sind öffentlichkeitswirksame Darstellungsformen; aber auch als außerschulische Lernorte nehmen Archive eine zentrale Rolle in der Bildungslandschaft ein. In diesem Modul werden deshalb Fragen der Archivpädagogik ebenso thematisiert wie Perspektiven und Grenzen der Archive, sich in der lokalen, regionalen und nationalen Erinnerungskultur zu positionieren.

Warum ist Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für die Archivpraxis so wichtig?

Archive gelten zwar als Non-Profit-Organisationen, dennoch ist es erforderlich, dass sie ihren „Marktwert“ in Abgrenzung zu anderen Bildungseinrichtungen wie Museen oder Bibliotheken sichtbar machen. Obgleich die Überlieferungsbildung und Bereitstellung von Archivgut eine Pflichtaufgabe ist, zeigen die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte, dass eine intensive Öffentlichkeitsarbeit die Position des Archivs stärken und ausbauen kann, so dass gleichermaßen eine „Win-Win-Situation“ entsteht. D. h. eine gute Öffentlichkeitsarbeit schafft Freiräume für eine fundierte Überlieferungsbildung, die als Grundlage für die Vermittlung historischer Inhalte notwendig ist. Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sind als Kernaufgabe etabliert. Denn im Mittelpunkt stehen die Nutzer_innen und ihre historische Bildung, die nur im Archiv über die Authentizität des Originals zur Erkenntnis führt.

Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit? Auf welche (Ausbildungs-)kenntnisse und –fähigkeiten kann hier aufgebaut werden?

Teilnehmende der Archivpädagogenkonferenz „Historische Bildungsarbeit online. Erwartungen, Praxis, Perspektiven.“ am 8./9. Mai 2015 im Bundesarchiv Koblenz

Teilnehmende der Archivpädagogenkonferenz „Historische Bildungsarbeit online. Erwartungen, Praxis, Perspektiven.“ am 8./9. Mai 2015 im Bundesarchiv Koblenz

Die FaMi-Ausbildung bietet den Vorteil, dass bereits eine fundierte Grundausbildung über alle archivischen Tätigkeiten vorhanden ist. Die Kenntnis über die Bestände ermöglicht eine gezielte Auswertung der Quellen für die Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

Welche Prüfungsleistung(en) gibt es?

Das Modul Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wird durch mehrere kleinere Teilleistungen zu unterschiedlichen Aspekten der Historischen- Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit abgeschlossen.

Flyer des Arbeitskreises Archivpädagogik des VdA.

Flyer des Arbeitskreises Archivpädagogik des VdA.

Wie können sich Interessierte darauf vorbereiten?

Grundlegend ist die Website http://www.archivpaedagogen.de. Hier finden sich alle wichtigen Informationen (einschließlich einer umfangreichen Literaturliste), die vom Arbeitskreis Archivpädagogik und Historischen Bildungsarbeit im VdA zur Verfügung gestellt werden.

Ferner ist der nachstehende Tagungsband zu empfehlen:

Aspelmeier, Jens (Hgg.): Transparenz für die Bürger? Perspektiven historischer Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit in Archiven. Beiträge zum 17. Archivwissenschaftlichen Kolloquium der Archivschule Marburg (= Veröffentlichungen der Archivschule Marburg. Hochschule für Archivwissenschaft, 57), Marburg 2014

Vielen Dank!