„Archives to go“: Zwischen Performance und Geschichtsstunde – Audiowalks als Medium der historischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit von Archiven

Ein Beitrag aus der Reihe “Die besten Abschlussarbeiten im Sommersemester 2014″ von Anna Hoffmann

[Zur Person]

Anna Hoffmann, geb. 1962 in Hamburg. Nach dem Studium der Neueren Deutschen Literatur (Schwerpunkt Theater und Medien) und der Völkerkunde an der Universität Hamburg, Tätigkeiten in vielen Bereichen der Filmkultur und -geschichte. Seit 2001 arbeite ich im Berliner Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.. Neben dem Betrieb der Kinos Arsenal 1 und 2, Publikationen, einem Filmverleih und einem umfangreichen Film-, Foto-, Plakat- und Videoarchiv verantwortet das Institut alljährlich die Berlinale-Sektion „Forum“. Für den Masterstudiengang habe ich mich entschieden, um für den archivischen Anteil meiner Arbeit das nötige Fachwissen zu erwerben, meinen vom Film geprägten Horizont zu erweitern und potenziell das archivische Spielbein zum Standbein zu machen.

Kontakt: sehpferdchen@gmail.comAnna_Hoffmann

[Zur Masterarbeit]

Für die Masterarbeit habe ich bewusst ein Thema gesucht, das außerhalb meines beruflichen Alltags angesiedelt ist. Gleichzeitig bin ich aber mit einem Thema aus dem Bereich der Historischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit meinem Interesse an Kultur(erbe)-Vermittlung treu geblieben.

Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit von Archiven findet heutzutage unter den Rahmenbedingungen der Informationsgesellschaft  und der Erlebnis- oder Eventgesellschaft statt. Gleichzeitig müssen sich die historischen Bildungsangebote von Archiven auf einem boomenden Geschichtsmarkt behaupten, der neben den klassischen auch neue Medien wie z.B. Internet und Computerspiele erobert und eine Vielzahl von populären eventträchtigen Geschichtsinszenierungen anbietet.

Die Arbeit untersucht, inwiefern sich Audiowalks  als eine mögliche innovative Form historischer Bildungsarbeit von Archiven eignen. Dabei wird der Bogen von kulturwissenschaftlichen Theorien zu kollektivem Gedächtnis und Erinnerungskultur und der Rolle von Archiven darin, zu praktischen Beispielen dieser akustischen Stadtrundgänge, in denen eine Vielzahl archivischer Quellen und Themen Verwendung findet, geschlagen. Die Geschichte, bzw. die historischen Quellen, kehren in diesen Audiowalks an den Ort des Geschehens zurück. Dadurch entsteht ein hybrider Gedächtnisraum, der Geschichte erfahrbar macht und Geschichtsbewusstsein vermittelt. Die gewählten Beispiele stammen aus den Bereichen Museum, Theater, Tourismus, Public History und Performancekunst, da  diese Form der Inszenierung historischer Quellen sich in der archivischen Bildungsarbeit noch nicht durchgesetzt hat.

Ein Exkurs in die Medienpsychologie und die Technologie (z.B. Smartphone-Apps und GPS) stützt die These, dass Audiowalks eine zeitgemäße Verbindung von Wissensvermittlung und sinnlichem Erleben bieten und damit die Formenvielfalt historischer Bildungsarbeit bereichern und gleichzeitig Öffentlichkeitsarbeit für die Institution Archiv selbst leisten können.

Die Arbeit wird sicher in der einen oder anderen Form öffentlich zugänglich gemacht werden, in welcher muss sich erst noch herausstellen.

[Empfehlenswerte Audiowalks]

 

 

 

3 Gedanken zu „„Archives to go“: Zwischen Performance und Geschichtsstunde – Audiowalks als Medium der historischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit von Archiven

  1. Stefan Schröder

    Liebe Anna,
    herzlichen Glückwunsch zu der Arbeit! Beinhaltet Sie auch etwas zur Produktion eines Audiowalks? Das wäre dann die Frage aus der Praxis: Wie hoch ist der Aufwand und was kostet es?

    Antworten
    1. Dagmar Hemmie

      Wunderbarer Ansatz! Herzlichen Glückwunsch, Anna, auch von mir!
      Gerne auch weiterempfehlenswert: Multimedia-App für Smartphone des Amtsarchivs Trittau 😉

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  2. Pingback: Audiowalks in Archiven – Masterarbeit von Anna Hoffmann im BibSpider-Verlag | FERNWEITERBILDUNG

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