Paläographieunterricht zwischen bewährten Grundsätzen und neuen Anforderungen

Ein Beitrag aus der Reihe „Die besten Abschlussarbeiten im Sommersemester 2014“ von Christel Gäbler

[Zur Person]

Christel Gäbler, geb. 1984. Magisterstudium der Fächer Neuere Geschichte, Mittelalterliche Geschichte und Romanistik/Französisch an der Friedrich-Schiller-Universität Jena von 2003 bis 2009, studentische/wissenschaftliche Hilfskraft am Historischen Institut und am Institut für Geschichte der Medizin in Jena von 2005 bis 2011, von 2011 bis 2014 Berufsbegleitende postgraduale Fernweiterbildung Archivwissenschaft an der Fachhochschule Potsdam (Masterstudiengang), seit 2009 Doktorandin am Historischen Institut in Jena und Archivarin der Stadt Auma-Weidatal.Unbenannte Anlage 00291

Kontakt: christel.gaebler@gmx.de

 [Zur Masterarbeit]

Im Rahmen meines Geschichtsstudiums habe ich begonnen, mich intensiver mit paläographischen Schriften zu beschäftigen und dabei unter anderem auch Spaß am Entziffern schwieriger Textstellen gefunden. Der Paläographieunterricht von Dr. Lorenz Beck und Prof. Dr. Hartwig Walberg an der FH Potsdam hat dazu beigetragen mein Interesse für die Paläographie als autonome (Historische Hilfs)Wissenschaft zu wecken und mich näher mit dem Unterrichten dieser Disziplin zu beschäftigen. Aus der anfänglichen Idee der Konzeption eines Paläographiekurses, entstand vor allem durch die wertvollen Hinweise der beiden Gutachterinnen der Arbeit, Frau Prof. Dr. Susanne Freund und Frau Petra Rauschenbach, eine spannende Auseinandersetzung mit der Geschichte des Lehrens und Lernens des Faches Paläographie von den Anfängen bis in unsere Gegenwart.

[Ergebnisse]

Die Paläographie und ihre analytischen Methoden besitzen mit voranschreitenden Digitalisierungsambitionen von historischen Texten verstärkte Aktualität und Relevanz für ein breiteres, orts- und zeitunabhängig agierendes Publikum. Neben E-Learning-Angeboten wird der traditionelle Direktunterricht des Faches Paläographie, welcher sich als Einsatz- und Experimentierfeld innovativer Lehr- und Lernmittel eignet, auch in Zukunft seine Berechtigung behaupten.

Für die wissenschaftliche Fortentwicklung der Paläographie bedarf es der verstärkten Interaktion der Vertreter(innen) dieser Fachcommunity und der offensiven, öffentlichkeitswirksamen Kommunikation von Vorhaben, Zielsetzungen und Ergebnissen derselben. Darüber hinaus sollten informations- und geisteswissenschaftliche Neuansätze, wie die der „Digital Humanities“ für die Weiterentwicklung der Paläographie als wissenschaftliche Disziplin erprobt und genutzt werden.

[Thesen – Auswahl]

Paläographische Schriften transportieren Informationen über die verschiedensten Wissens- sowie Wissenschaftsbereiche und fungieren damit automatisch als Quellengrundlage für interdisziplinäre, historisch angelegte Forschungsfragen.

Das Fach Paläographie und seine Bearbeitungsgegenstände sind neben der Forschung auch in der Lehre fächerübergreifend mit anderen Disziplinen und Bereichen vernetzungsfähig.

Paläographieunterricht erweist sich sowohl durch die untrennbare Verbindung von Schriftkundetheorie und Transkriptionsarbeit, als auch durch eine vermehrte Hinwendung zu den digitalen Errungenschaften unseres Informationszeitalters als ein praxisnahes Arbeitsfeld „Forschenden Lernens“.

[Zum Studiengang]

Für das Masterstudium Archivwissenschaft an der Fachhochschule Potsdam habe ich mich entschieden, um meine Arbeit im Archiv auf eine fundierte fachliche Basis zu stellen. Dabei erwies sich die berufsbegleitende Studienvariante meines Erachtens als besonders erkenntnisfördernd und nachhaltig, da die theoretischen Studieninhalte direkt in der beruflichen Praxis angewandt und umgesetzt werden konnten.

 

 

 

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