Karrieresprung geschafft nach Abschluss der Fernweiterbildung Bibliothekswissenschaft: jetzt Leiter einer großen Stadtbibliothek!

Werde ich angesprochen, wie es dazu kam eine Ausbildung im Berufsfeld ‚Bibliothek‘ absolviert zu haben, kann ich das ganz klar mit dem Schulfach „Geschichte“ beantworten. „Geschichte“ war vor allem im Abitur mein Lieblingsfach. Nun mag das erst mal fragwürdig klingen, aber mit Blick auf meine Biografie nachvollziehbar.

Nach meinem Abitur strebte ich auf Grund meines historischen Interesses eine Ausbildung in einem Archiv zum Fachangestellten für Medien und Informationsdienste an. Um auf dem – in den 2000er Jahren durchaus angespannten – Ausbildungsmarkt die Chancen einer Zusage zu erhöhen, bewarb ich mich neben der Fachrichtung Archiv auch in Bibliotheken. Schließlich kam es im Jahr 2008 zu einer Zusage in der Stadtbibliothek Hennigsdorf.

Im Laufe der Ausbildung bereute ich meine Entscheidung die Ausbildung in einer Bibliothek zu absolvieren keinesfalls. Im Gegenteil, mir wurde schon während der Ausbildung die bibliothekarische Arbeit im Kinderbereich anvertraut. Mit viel Freude und Engagement schloss ich Kooperationen im gesamten Stadtnetz und führe dieses Netzwerk bis heute fort.

Nach erfolgreichem Abschluss im Jahr 2011 betreue ich neben der Veranstaltungsarbeit im Kinderbereich weitere Aufgabengebiete entsprechend des Ausbildungsberufs des Fachangestellten für Medien und Informationsdienste. Darüber hinaus stellte sich für mich die Frage, inwieweit ich mich beruflich weiterentwickeln möchte. Bereits im Rahmen meiner Ausbildung nahm ich an studentischen Informationsveranstaltungen der FH-Potsdam teil, um mich über berufsbegleitende Entwicklungsmöglichkeiten zu informieren.

Im Jahr 2013 fasste ich endgültig den Beschluss mich für die Fernweiterbildung an der FH-Potsdam zu bewerben. Nach erfolgter Zusage startete ich im Oktober 2013 in mein ganz persönliches neues berufliches Abenteuer. Schon während der ersten Module erkannte ich, dass es auf Grund des nicht zu unterschätzenden Arbeitspensums, einer Umstrukturierung der eigenen Freizeit bedarf. Ein ausgeklügeltes Zeitmanagement ist während der vier Jahre unabdingbar.

Neben neuen teilweise sogar freundschaftlichen Kontakten mit Kommilitonen, lernen die Teilnehmer der Fernweiterbildung diverse Fachleute ihrer Disziplin kennen und erweitern somit ihren fachlichen und persönlichen Horizont.

Vier Jahre später und 26 Modulzertifikate reicher rückte die finale Bachelorphase immer näher. Vorerst galt es sich ein Thema für die Bachelorarbeit zu suchen und mit diesem Thema einen Professor der Fachhochschule zu überzeugen. Mein Thema: „Dienstleistungen Öffentlicher Bibliotheken in Brandenburg zur Förderung einer inklusiven Gesellschaft“ bot mir auf Grund des territorial auf Brandenburg begrenzten Gebiets die Möglichkeit mit der Brandenburgischen Landesfachstelle für Öffentliche Bibliotheken zusammenzuarbeiten.

Im Anschluss der Themenfindung warten organisatorische Angelegenheiten, schließlich setzt die Teilnahme an der Bachelorphase eine Immatrikulation ins Regelstudium voraus. Zusätzlich erhielten meine Frau und ich die wunderbare Nachricht, dass wir gegen Ende des Jahres Eltern werden. Der Gedanke, dass unser erstes Kind genau in der Bachelorphase zur Welt kommt, bereitete mir Sorgen bzgl. des Ergebnisses. Diesen Spagat zwischen Familie und Abschlussarbeit zu schaffen gestaltete sich jedoch als angenehmer, als zunächst vermutet.

Parallel dieser persönlichen Neuigkeiten führte ich intensive Recherchen und Sichtungen der Fachliteratur durch, um mit angemessener Vorbereitung in die neun Wochen andauernde Bearbeitungsphase der BA-Thesis zu starten.

Die Abgabe der Bachelorarbeit läutete nun die mir unendlich vorkommende Wartezeit auf das Ergebnis ein. Das endgültige Ergebnis wurde im Anschluss an die Verteidigung bekanntgegeben. Ich persönlich war überaus positiv überrascht, welches Ergebnis ich mir im Endeffekt erarbeitet habe. Darüber hinaus wurde mir die Möglichkeit eingeräumt, meine Bachelorarbeit in einem ca. zehnminütigen Vortrag, während einer Sitzung des BRAGI-Arbeitskreises, vorzustellen.

Nun sollte die mehr als vier Jahre andauernde Arbeit Früchte tragen, weshalb ich mich im Anschluss des Studiums entsprechend beworben habe. Schließlich bekleide ich ab dem 1. August 2018 die Stelle des Leiters der Stadtbibliothek Oranienburg und gehe diese neue Herausforderung mit dem nötigen Respekt und vollem Engagement an.

Schlussendlich gilt es hier nochmals dem Team der FH-Potsdam und der Landesfachstelle für Öffentliche Bibliotheken in Brandenburg für die umfangreiche und stets kompetente Beratung – vor allem in der Bachelorphase – zu danken. Bereits während der Fernweiterbildung wurden Anfragen bzw. Probleme von der Koordination schnell und zuverlässig bearbeitet. Auch auf dem Weg ins letzte Semester des Direktstudiums erhielten die Teilnehmer umfangreiche Unterstützung und nur mithilfe der kompetenten und ausdauernden Betreuung innerhalb der Bachelorphase konnte eine qualitativ sehr gute Arbeit gelingen, welche mir nachweislich den Karrieresprung ermöglichte.

Daniel Fehlauer

2 Gedanken zu „Karrieresprung geschafft nach Abschluss der Fernweiterbildung Bibliothekswissenschaft: jetzt Leiter einer großen Stadtbibliothek!

    1. Elke Durek Beitragsautor

      Hallo Herr Schröder,
      vielen Dank für den Hinweis, es ist Herr Fehlauer, den Namen habe ich jetzt auch unter dem Beitrag ergänzt…
      Elke Durek

      Antworten

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