21. Brandenburgischer Archivtag 2018 in Fürstenwalde/Spree

Ein Bericht von Lars Sonnenberg (Studierender im 2. Fachsemester Archiv und studentischer Mitarbeitender im Team der Fernweiterbildung).

Der Veranstaltungsort: St. Marien Dom in Fürstenwalde/Spree – Foto: Tammo Fuchs

Am 23. Und 24. April 2018 fand der 21. Brandenburgische Archivtag in Fürstenwalde/Spree statt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Digitale Archive – Struktur und Organisation“ und stellte insbesondere die Frage, welche Möglichkeiten mittlere und kleine Archive haben um mit den Herausforderungen der Digitalisierung und besonders der digitalen Langzeitarchivierung umzugehen.

Anhand der etwa 140 angemeldeten Besuchenden aus unterschiedlichen Archivsparten lässt sich die große Bedeutung des Tagungsthemas für die Brandenburgischen Archive ablesen. Auch einige Lehrende und Studierende der Fachhochschule Potsdam konnten teilnehmen, um sich über die aktuelle Entwicklung zu informieren und sich mit Fachkolleginnen und -kollegen auszutauschen.

Der erste Tagungstag begann mit den Grußworten des Vorsitzenden des Landesverbandes Brandenburg des VdAs Dr. Wolfgang Krogel und des Bundesvorsitzenden Ralf Jacob. Nach einer Vertreterin des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg sowie weiteren Repräsentanten von Landkreis und Stadt, beschäftigte sich Frau Prof. Karin Schwarz von der FH Potsdam mit der Frage, wie die digitale Archivierung realisiert werden könnte und benannte die Akteure, die hierbei eine zentrale Rolle spielen würden.

Prof. Dr. Karin Schwarz: „Digitale Archivierung jetzt! Was tun?“ – Foto: Tammo Fuchs

Im folgenden Beitrag skizzierte Silke Kühlewind, Referatsleiterin beim Städte- und Gemeindebund Brandenburg, einerseits die gesetzlichen Regelungen für das E-Government im Land Brandenburg und andererseits den Stand der Umsetzung.

Nach der Mittagspause standen die kooperativen Lösungen im Fokus: Zuerst präsentierte Dr. Detlev Heiden vom Landesarchiv Sachsen-Anhalt mit der „Digitalen Archivierung Nord“ (DAN) eine länderübergreifende Infrastruktur. Anschließend stellte Hannah Ruff, Teilnehmerin des Weiterbildungs-Masterstudienganges Archivwissenschaft an der FH Potsdam und Beschäftigte beim LWL-Archivamt für Westfalen, das DiPS.kommunal, ein weiteres kooperatives Konzept zur Langzeitarchivierung, vor, das sich allerdings nur innerhalb der Landesgrenzen Nordrhein-Westfalens erstreckt. Eine große Anzahl an Wortmeldungen im Anschluss an beide Vorträge verdeutlichte das Interesse an kooperativen Lösungen und machte die Herausforderung individuelle Wege im Bereich der Digitalisierung zu gehen sichtbar.

Prof. Dr. Michael Scholz: „Gemeinsame Wege gehen? Erste Ansätze zur digitalen Archivierung in brandenburgischen Kommunen.“ – Foto: Tammo Fuchs

Letzter Vortragende an diesem Tag war Herr Prof. Michael Scholz von der FH Potsdam, der sich in seinem Vortrag damit beschäftigte, welche Konzepte und Partnerschaften – insbesondere für kleinere Archive im Land Brandenburg – im Hinblick auf die digitale Langzeitarchivierung insgesamt denkbar wären. Damit brachte er sehr weitreichende und innovative Ideen ein.

Der Nachmittag wurde durch zwei Arbeitsgruppen abgeschlossen, die sich im Besonderen mit der zukünftigen Zusammenarbeit bei der digitalen Archivierung im Land Brandenburg beschäftigten. Anschließend fand der gesamte Tag für viele im Brauereimuseum in Fürstenwalde/Spree ein geselliges Ende.

Insgesamt lässt sich über den Brandenburgischen Archivtag festhalten, dass vielen Vortragenden und Besuchern die Notwendigkeit und Dringlichkeit der digitalen Herausforderung im Archivbereich bewusst ist und somit weitestgehend ein Problembewusstsein herrscht. Konkrete Lösungen aber, die für eine große Zahl der Brandenburgischen Archive anwendbar wären, konnten auf dem Brandenburgischen Archivtag noch nicht ausgemacht werden. Somit bildet das Thema weiterhin einen spannenden Bereich im fachlichen Diskurs.

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