M12 – XML (Fernweiterbildung Archiv)

Foto: Privat

Torsten Schaßan arbeitet an der Herzog August Bibliothek. Seine fachliche Zuordnung würde man heute als DH (Digital Humanities) oder „Digitale Geisteswissenschaften“ bezeichnen. Seine Forschungsinteressen sind Digitalisierung des kulturellen Erbes, Datenstrukturen und Metadatenformate, sowie XML-Techniken und Digitale Editionen. Seit vielen Jahren ist er in der universitären und außeruniversitären Fortbildung im Bereich XML und Handschriftenkatalogisierung bzw. digitale Edition tätig.

Im März 2018 lehrt Torsten Schaßan erstmals im 6. gradualen Fernweiterbildungskurs Archiv das Modul „M12 XML“. Im Folgenden gibt er einen ersten Einblick in die Inhalte und Ziele des Moduls.

Worum geht es bei dem Modul?

Im Modul werden XML und die verwandten X-Technologien vorgestellt, ihre Anwendung im Bereich der Archive betrachtet und die Erfassung sowie die Verarbeitung von Daten an praktischen Beispielen ausprobiert. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass XML als Technik sehr einfach zu verstehen ist, jedoch eine neue Art des Denkens und der Weltbetrachtung
erfordert und in der Anwendung durchaus kompliziert werden kann. Im Modul sollte aber deutlich werden, warum XML eine Schlüsseltechnologie ist, in Archiven, in Bibliotheken, für die Informationsverarbeitung insgesamt und ganz besonders im Umgang mit dem kulturellen Erbe.

Warum ist XML für die Archivpraxis wichtig?

XML ist allgegenwärtig, auch wenn es manchmal nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Word arbeitet unter der Haube mit XML. HTML ist im Prinzip eine Variante von XML.

XML und die X-Technologien sind ein wichtiger Teil der heutigen Informationsstrukturierung, -speicherung und des Datenaustausches. In Zeiten, wo das, was nicht im Internet ist, nicht zu existieren scheint, wird der Aspekt der Verbreitung von Informationen besonders wichtig. Viele Datenangebote, so z.B. das Archivportal Kalliope, setzen hierbei auf XML. Auch zur Vorbereitung der Herausgabe von Dokumenten, etwa in Editionen, ist XML das Mittel der Wahl. Dabei können mit XML viele Kanäle gleichzeitig bedient werden: Aus einem XML-Dokument können der Druck z.B. eines Findbuches, die Anzeige im Internet und der Export der Informationen in Datenbanken parallel möglich gemacht werden.

Dieses Modul ist somit zugleich unentbehrliche Grundlage für viele andere Module in der Fernweiterbildung bzw. ermöglicht ein tieferes Verständnis von deren Inhalten.

Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit?

Es gibt keine technischen Voraussetzungen für dieses Modul, aber wahrscheinlich je nach Interessen unterschiedliches Vorwissen. Im Rahmen ihrer Ausbildung sind sie hoffentlich mit vielen Dokumententypen in Berührung gekommen: Datenbanken, Webseiten, Findbüchern, Briefen, Urkunden, Akten, Handschriften, etc. Im besten Fall kennen sie deren Eigenschaften und Grundstrukturen und wissen, wie man diese beschreibt.

Welche Prüfungsleistung gibt es?

Das Modul XML wird durch drei kleinere Teilleistungen zu unterschiedlichen Aspekten der Dokumentenstrukturierung, -verarbeitung und -publikation abgeschlossen.

Wie können sich Interessierte darauf vorbereiten?

Wichtig für die Arbeit mit XML ist der Wechsel der Perspektive: Es wird weniger betrachtet, wie etwas aussieht, sondern warum. Welche Eigenschaft hat ein Objekt, das mit XML beschrieben werden soll? Wie ist ein Text strukturiert? Und es muss vom Ergebnis her gedacht werden: Was
soll mit den Informationen geschehen, die in XML gespeichert werden? Wie sollen sie verarbeitet, wie durchsucht, wie angezeigt werden?

Die beste Vorbereitung auf das Modul wäre also, sich in einem Bereich der eigenen Wahl diese Fragen zu stellen, eigenes Material bereit zu haben, an dem diese Perspektivwechsel und Fragestellungen eingeübt werden können.

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