1. Berliner Archivtag feiert großen Erfolg

„Eine erfrischende Fachtagung in der angenehmen Atmosphäre der Berlinischen Galerie.“ Mandy Herzer, Auszubildende des BStU – Foto: Iva Jobs

Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beim 1. Berliner Archivtag dabei – Foto: Iva Jobs

Schon vor einem Jahr begannen die Vorbereitungen zum 1. Berliner Archivtag.[1] Die Arbeit der Organisatoren hat sich allemal gelohnt und am 15. November 2017 für Begeisterung beim Fachpublikum gesorgt. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden sich in der Berlinischen Galerie zusammen, um den vielseitigen Beiträgen und Podiumsdiskussionen zu lauschen und sich mit Kolleginnen und Kollegen aus allen Archivsparten auszutauschen und zu vernetzen.

Die Vielfalt der Berliner Archivlandschaft wurde in den Beiträgen und insbesondere in der Abschlussdiskussion, die sich mit der Frage der öffentlichen Wahrnehmung von Archiven befasste, ganz deutlich. Torsten Musial (Akademie der Künste) wies in diesem Zusammenhang auf eine sich im Aufbau befindliche Übersicht aller Berliner Archive hin. Geplant ist diese im kommenden Jahr auf der Website der Berliner Archive – inklusive Kurzbeschreibungen zu den einzelnen Einrichtungen – zu veröffentlichen.

Gwyn Pietsch (Akademie der Künste) – Mitorganisatorin des Berliner Archivtags und Teilnehmerin des 7. gradualen Fernweiterbildungskurses Archiv – hat freundlicherweise Ihre Eindrücke von der Premiere für uns zusammengefasst. Diese möchten wir an dieser Stelle gerne mit Ihnen teilen.

„Am 15.11.2017 fand erstmalig ein Berliner Landesarchivtag unter dem Motto: Kulturelle Vielfalt – Archive in Berlin statt. Erst im April 2016 gründete sich der Berliner Landesverband des Verbandes Deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. Nach der Findungs- und Konstituierungsphase war die erste und wichtigste Aufgabe des Vorstandes – dieser Wunsch wurde ihm von den Mitgliedern auf den Weg gegeben – einen Landesarchivtag anzubieten.

Dr. Torsten Musial bei der Eröffnungsrede – Foto: Bianca Welzing-Bräutigam

Die Berlinische Galerie, die dankenswerter Weise ihre Räume dafür zur Verfügung stellte, bot ein angenehmes Ambiente für diesen Tag, die Fachhochschule Potsdam und angehende Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste des Oberstufenzentrums Louise Schröder sowie das Kompetenzzentrum Bestandserhaltung für Archive und Bibliotheken in Berlin und Brandenburg als auch der Vorstand des Landesverbandes boten an ihren Ständen Information und Austausch. Außerdem gab es eine kleine Fachmesse.

Einblick in die Fachmesse – Foto: Bianca Welzing-Bräutigam

Die Themen behandelten von Archivpädagogik über Rechtsfragen – diese Diskussionsrunde leitete Prof. Michael Scholz von der FH -, die Verortung sogenannter „freier“ Archive bis zur der Frage wo eigentlich die Quellen zur Migration gesammelt werden, die ja ein wichtiges Thema in Berlin ist.

In der Abschlussdiskussion sprach der Vorstandsvorsitzende Dr. Torsten Musial mit der Journalistin Susanne Leinemann, Petra Rauschenbach vom Bundesarchiv und Moritz van Dülmen von der Kulturprojekte Berlin GmbH über die öffentliche Wahrnehmung von Archiven und ob bzw. wie wir diese beeinflussen können.

Über das erstaunlich große Interesse von rund 200 Teilnehmerinnen und die positive Resonanz haben wir uns als Veranstalter sehr gefreut und es hat natürlich auch gezeigt, dass der Bedarf an solchen Archivtagungen innerhalb Berlins groß ist.

Eine Kollegin aus dem Archiv der Akademie der Künste fasste ihre Eindrücke so zusammen: ‚Der erste Berliner Archivtag war eine Bereicherung für mich. Die Themen fand ich sehr gut ausgewählt, sie gaben mir viele Denkanstöße. Zum Beispiel habe ich vorher nicht über den Verbleib der Quellen von Zuwanderern nachgedacht. Auch die Möglichkeiten, um Personenkreise außerhalb des Archivs zu werben, wurden ausführlich diskutiert. Da Rechtsfragen im Archiv täglich berührt werden, war dieses Thema besonders wichtig. Hier würde ich mir bei weiteren Archivtagen eine Fortsetzung wünschen. Durch die relativ kurzen Redebeiträge und Diskussionsrunden blieb die Spannung bis zum Abend erhalten, was mir als sehr angenehm auffiel.‘ Eine weitere Kollegin wurde besonders durch das 2. Panel ‚Berlin – Schmelztiegel der Kulturen – Quellen der Zuwanderung‘ mit Vertretern des Archivs im Böhmischen Dorf, des Türkischen Bundes Berlin – Brandenburg und der Hellenischen Gemeinde zu Berlin überrascht: ‚Ich wusste nicht, was es für Vielfalten in der Archivwelt gibt.‘

Die Auswertung dieses Tages steht noch aus, aber ich denke, wir können ganz sicher sein, dass es einen 2. Berliner Landesarchivtag geben wird!“

Der Stand der FHP zog viele Besucherinnen und Besucher an – Foto: Iva Jobs

Auch für uns als Aussteller war die Veranstaltung sehr spannend. Viele Interessierte wollten sich über die Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung und über das Direktstudium Archiv informieren und auch Ehemalige oder aktuelle Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen vorbei, um mal „Hallo“ zu sagen. Wir freuen uns also schon jetzt auf den 2. Berliner Archivtag und bedanken uns für die tolle Veranstaltung beim VdA-Landesverband Berlin und bei Frau Pietsch für diesen Beitrag.

Quellen:

[1] Pillep, Y. A. (2017): Erfolgreiche Premiere (Veröffentlicht am 20.11.2017 auf dem Blog der Berliner Archivarinnen und Archivare). URL: http://www.berlinerarchive.de/erfolgreiche-premiere/.

 

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