Archiv der Kategorie: Bibliotheksmanagement

WANTED: Weiterbildungsmöglichkeit mit Zukunftspotential

Mein Name ist Mathias Bornschein, ich bin Mitarbeiter in der Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes und dort für die Zeitschriftenstelle und die Lizenzierung und Bereitstellung der elektronischen Inhalte oder neudeutsch electronic resources zuständig.

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Mathias Bornschein – Foto: privat

Nach dem Abitur habe ich im Jahr 2001 mein Studium der Rechtswissenschaften an der Martin Luther Universität in Halle/Saale begonnen. Nachdem meine Eltern für sich und mich beschlossen hatten, mein studentisches Lotterleben nicht weiter finanziell zu unterstützen, brach ich dieses Studium im Jahr 2003 erfolgreich ab und orientierte mich kurzerhand neu, um am 01.01.2004 eine duale Ausbildung im zukunftsorientierten Beruf Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste (FaMI) Fachrichtung Bibliothek im Umweltbundesamt am Standort Berlin zu beginnen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zum FaMI im Jahr 2006 übernahm ich als „Kardexfee“ die täglich anfallenden Aufgaben der Zeitschriftenstelle der größten deutschen Spezialbibliothek im Umweltbereich, deren Leitung ich nach personellen Veränderungen im Jahr 2009 am Hauptstandort Dessau-Roßlau sogar übernehmen konnte.

 

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Das Umweltbundesamt – Foto: Olesch ©2007

Als technikaffiner Mensch begeisterte mich in einem Science-Technology-und-Medicine geprägten Arbeitsumfeld vor allem der stetige digitale Wandel. Beherrschten zu Beginn meiner Ausbildung vor allem die gedruckten wissenschaftlichen Zeitschriften den Arbeitsalltag, findet sich der Großteil der benötigten Informationen heute digital im Internet oder in verschiedenen Datenbanken. Um unseren Nutzerinnen und Nutzern dennoch den Zugang zu dienstlich benötigten Informationen schnell, unkompliziert und zeitnah zu verschaffen, benötigt es daher viel Geduld, KnowHow und Schulungsbereitschaft. Förderlich dabei war sicherlich, dass ich nie eine besonders ausgeprägte Beziehung zu gedruckten Informationen hatte und privat schnell begeisterter Besitzer und Nutzer eines eBook-Readers war und auch schon immer nach neuen Wegen der Informationsbeschaffung und Informationsvermittlung gesucht habe.

Diese neuen Themenfelder eines modernen FaMI brachten jedoch schnell viele Fragen mit sich, die mit dem Wissen aus der Ausbildung häufig nicht mehr zu beantworten waren. Daher war ich irgendwann und irgendwie auf der Suche nach einer geeigneten Fortbildung im Bibliotheksbereich, welche zielorientiert, zukunftsfähig und neben dem Beruf zu bewältigten war.

Bei meinen Recherchen bin ich dabei schnell auf das Fernweiterbildungsangebot Bibliotheksmanagement bei der FH Potsdam aufmerksam geworden. Die angebotenen Module und die Aussicht auf einen akademischen Abschluss im Informationsbereich haben mich dann dazu bewogen, eine Bewerbung und die notwendigen Unterlagen bei der FH Potsdam einzureichen. Förderlich für diese Entscheidung war dabei auch die finanzielle Unterstützung meines Arbeitgebers, der natürlich ebenfalls an einer Weiterqualifizierung, in diesem für eine wissenschaftliche Spezialbibliothek immens wichtigen Bereich, interessiert war. Und so startete mein Comeback auf der Schulbank und der damit verbundene zweite Studienversuch pünktlich am 22.10.2012 mit meiner ersten Präsenz an der FH Potsdam.

Die Begrüßung zum 6. Kurs der Fernweiterbildung mit den Worten, dass wir wahrscheinlich der letzte Durchgang sein werden, der die altehrwürdigen Retro-Räumlichkeiten der Friedrich-Ebert-Str. 4 sein werden, klingt nach dem erfolgreichen Abschluss am 30.09.2016 dabei noch immer im Ohr und scheint irgendwie erst gestern gewesen zu sein.

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Während einer Schulung – Foto: Privat

Innerhalb der vergangenen vier Jahre wurde jedoch schnell klar, dass die Entscheidung auf jeden Fall die richtige war. Die zahlreichen Informationen in den verschiedenen Modulen waren praxisorientiert und zum größten Teil gut vermittelt. Das Erlernte konnte dabei für mich sowohl im Umweltbundesamt, als auch in einzelnen Arbeitskreisen (AK Öffentlichkeitsarbeit, AK Wissensmanagement) schnell angewandt werden. Sei dies Wissen aus dem Modul M07 „Datenbanken“ für den Aufbau einer internen Projektdatenbank, Wissen aus dem Modul M12 „Contentmanagementsysteme“ für den Aufbau einer Homepage für die AG der Bibliotheken der Ressortforschung des Bundes oder Wissen aus dem Modul M21 „Vermittlung von Informationskompetenz“ für die zahlreichen internen Schulungen zu lizenzierten Datenbanken oder Literaturverwaltung im Umweltbundesamt.

Der Input vieler Dozenten und der Austausch mit den anderen Mitstreiterinnen und Mitstreitern des Fernweiterbildungsdurchgangs halfen dabei häufig und verschafften mir in vielen Situationen und Vorträgen die notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen. Zugute kam mir in dieser Zeit sicherlich auch, dass sich mein direktes Arbeitsgebiet immer häufiger mit Themen der Fernweiterbildung beschäftigte. Open Access, Urheberrecht, Metadaten und Forschungsdatenmanagement wurden in den vergangenen Jahren dabei irgendwie treue Wegbegleiter. Die Zeit zwischen erster Präsenz und Verteidigung meiner Bachelorarbeit zum Thema „Konzeption und Durchführung eines Webinars zum Wissensmanagement“ war dabei dennoch nicht immer leicht. Vor allem der Aufwand mit den alltäglichen Aufgaben in der Fachbibliothek Umwelt und parallele Module der Fernweiterbildung im Rücken waren hin und wieder eine dienstliche, private oder Golfhandycap-Belastungsprobe.

Die unzähligen Informationen und Erfahrungen, neuen Bekanntschaften, eingerahmte Bachelorurkunde und natürlich auch die neuen Aufgaben als „Electronic Resource Librarian“ in der Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes mit neuer Entgeltgruppe und Dienstort Berlin sind am Ende der Fernweiterbilungs- und Studienzeit mit dem Abschluss Bachelor of Arts Library Management aber aus meiner Sicht alle Mühen und Ärger wert.

 

Von der Fernweiterbildung zum Master – ehemaliger Absolvent besteht Masterprüfung!

Am 9. Mai 2011 startete die erste Präsenz des 5. gradualen Kurses der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement. Mit dabei war unter den damaligen FaMI, Bibliotheksassistentinnen und – assistenten damals auch Marcus Heinrich von der Hochschulbibliothek der FH Brandenburg. 2015 erwarb er mit einer sehr guten Bachelorarbeit und Verteidigung zum Thema „Die Bibliothek als attraktiver Lernraum – Eine Untersuchung am Beispiel der Hochschulbibliothek der Fachhochschule Brandenburg“ im März 2015 seinen Bachelor und entschloss sich, noch den Master zu absolvieren.

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Marcus Heinrich – Foto: privat.

Am 21. Oktober diesen Jahres konnte Marcus Heinrich dann auch seine Masterurkunde in Empfang nehmen. Seine Abschlußarbeit beschäftige sich mit dem Thema „Forschungsdatenmanagement an der Technischen Hochschule Brandenburg – eine Anforderungsanalyse“ und das Ziel der Arbeit war es, Forschungsstrukturen zu ermitteln und Empfehlungen für den Auf- und Ausbau eines Forschungsdatenmangements zu  geben. Die Arbeit ist online hier einsehbar.

Und nun? wie sehen seine Pläne für die Zukunft aus? „Ich freue mich nach dem Studium nun der Arbeit wieder die volle Konzentration zukommen zu lassen“, betont Marcus Heinrich. „Zudem sehe ich nun in der Praxis diverse Anknüpfungspunkte, um das Gelernte aus dem Studium bzw. der Masterarbeit anzuwenden und/oder mich in Projekten einzubringen. „

Wir sind uns sicher, dass er dies ebenso mit dem gleichen Engagement verfolgt, wie die  Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement und seinen Bachelor und gratulieren ihm herzlich zur bestandenen  Masterprüfung!

M23 – Referenzquellen (Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement)

Bitte stellen Sie sich zunächst kurz vor…

In den 1980er Jahren habe ich in Berlin mein Studium zur Diplombibliothekarin (FH) absolviert. Seit 1991 arbeite ich in der Fachhochschule Potsdam. In der Gründungsphase habe ich den Aufbau der Bibliothek aus dem Nichts heraus begonnen und begleite ihn bis heute als stellvertretende Leiterin. Im Laufe der Jahre entwickelten sich die inhaltliche Erschließung vor allem der geistes- und sozialwissenschaftlichen Medien und auch die Vermittlung unseres Gesamtbestandes zu meinen hauptsächlichen Arbeitsgebieten.

Wie ist Ihr Bezug zu Bibliotheken?

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Katharina Violet, Dozentin des Moduls Referenzquellen – Foto: FHP

Neben meinen administrativen Aufgaben rund um das Funktionieren einer Hochschulbibliothek ist mir immer die Nähe zu unseren Benutzer_innen und das Wissen um ihre konkreten Literatur- und Informationsbedürfnisse in allen Phasen des Studiums wichtig. Darum plane ich seit Ende der 1990er Jahre systematisch alle Veranstaltungen zur Vermittlung von Informationskompetenz in unserer Bibliothek und führe die meisten selbst durch. Dabei verändern sich die Konzepte, Module und Einzelveranstaltungen sowie persönlichen Beratungen zu Recherche und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens  und Lernens stetig von der einfachen Bibliotheksführung über die Teaching Library bis hin zur die Teilnehmer_innen aktivierenden Learning Library. In diesem Kontext arbeite ich seit Jahren aktiv in der Steuerungsgruppe des Netzwerkes Informationskompetenz Berlin-Brandenburg mit. Eigene Weiterbildung im Beruf ist für mich selbstverständlich. Mein umfangreiches Erfahrungswissen aus der Praxis gebe ich gern weiter. So kam ich zum Lehrauftrag im Rahmen der Fernweiterbildung Bibliothek.

Welches Modul lehren Sie in der Fernweiterbildung? Wie ist das Modul aufgebaut?

Im Rahmen der Fernweiterbildung unterrichte ich seit dem ersten Kurs das Modul „M23 –Referenzquellen“. Das Modul vereinigt Kenntniserwerb zum Thema Wissenschaftskunde als Grundorientierung für das inhaltliche Verständnis der „Datenbankwelt“, festigt und konkretisiert  den Umgang mit Recherchemethoden und –standards  und das Erkennen von Informationsbedarfen bei Nutzer_innen, die passgerechte Auswahl der Recherchemittel und –ressourcen sowie Vermittlungsmethoden. Das korrespondiert perfekt mit  meinen Arbeitsaufgaben in der FH-Bibliothek.

Wie intensiv nutzen Sie die E-learning-Plattform?

Für das Modul M23 gibt es einen umfangreichen moodle-Kurs mit 3 Themenblöcken, mit dazu gehöriger Literaturliste und verschiedenen Aufgaben. Sie heißen: Wissenschaftskunde, Informationsmittel und Referenzquellen, Fachinformation – Referenzdatenbanken. Die Kommunikation mit und unter den Teilnehmer_innen läuft ausschließlich über moodle, alle Aufgabenlösungen werden dort hochgeladen und von mir bewertet und dokumentiert.

Es ist mir wichtig, verschiedene Arbeitsformen auszuprobieren und jeden Kurs sehr individuell zu betreuen. So gibt es zum Beispiel im 1. Themenblock ein Diskussionsforum darüber, in welcher Form sich die Wissenschaften in der (Aufstellungs)systematik in der eigenen Bibliothek wiederfinden. Für die Gruppenarbeit nutzen die Gruppen unterschiedliche Kommunikationsmedien – ein wiki in moodle, facebook- oder Whatsapp-Gruppen. Die entstehenden Formulare werden in Clouds, via Google.docs o.ä. gemeinsam bearbeitet.

Wie praxisnah ist das Modul? Können sie die Berufserfahrung der TN einbeziehen?

Die Teilnehmer_innen können ihre Praxiserfahrungen ganz gezielt einsetzen, z. B. im Diskussionsforum, bei der Auswahl der Wissenschaftsdisziplin, mit der sich jede/r durch das ganze Modul hindurch auseinandersetzt und der letztendlichen Beschreibung  und Bewertung einer spezifischen Datenbank in der Hausarbeit.

Der Austausch über eigene Erfahrungen ist notwendig  – darum gibt es seit 2 Jahren eine Gruppenarbeit zwischen den Präsenzen.  Darin werden  gemeinsam Formulare erarbeitet, die es Bibliothekar_innen erleichtern, sich eine Datenbank, ihre Inhalte und Funktionalitäten unter Anwendung der gängigen Recherchestandards schnell zu erfassen,  in ihrem Nutzen zu bewerten. Teilnehmer_innen mit weniger Berührung  z.B. mit dem  Auskunftsbereich profitieren hier sehr von den praxiserfahrenen. Ich selbst betrachte sie alle als gleichwertige, kollegiale Partner_innen und wertschätze die unterschiedlichen Sichtweisen aus öffentlichen, wissenschaftlichen und Spezialbibliotheken.

Welche Leistungsnachweise erbringen die Teilnehmer_innen?

Zum Themenblock 1 gibt es eine kleine, schriftlich zu lösende Aufgabe, damit ich einen ersten Eindruck über die erworbenen Fähigkeiten zum wissenschaftlichen Schreiben erhalte. Diese Aufgabe wird benotet, jede/r erhält eine kommentierte Bewertung von mir.

Im Themenblock 2 fertigt jede/r eine Auswahlbibliografie mit typischen, fachlichen Auskunftsmitteln für die untersuchte Einzelwissenschaft an (unbenotet).

Die in den Gruppen erarbeiteten Formulare werden in der Ausführungsveranstaltung für alle präsentiert und finden Anwendung in der abschließenden Hausarbeit, in der eine konkrete Datenbank analysiert und im Rahmen einer Musterrecherche bewertet wird. Diese Hausarbeit wird benotet. Die Gesamtnote ergibt sich dann aus dem Notendurchschnitt.

Welchen Rat möchten Sie unseren TN mit auf den Weg geben

Dieses Modul bietet den Teilnehmer_innen die Möglichkeit bei aller Fachlichkeit auch mal über den Tellerrand zu schauen, indem sie sich mit den Inhalten und der Struktur einer Einzelwissenschaft beschäftigen, die sie besonders oder eben auch ganz privat interessiert. Bisher war da schon ganz Verschiedenes dabei: Biologie, Philosophie, Architektur, Musik-/Theaterwissenschaft, Theologie… Das ist auch für mich sehr interessant und manchmal überraschend. Seien und bleiben Sie neugierig und offen in unserer sich stetig verändernden (Arbeits)welt!

„Gewonnene Erfahrungen einbringen oder Eine gelungene Symbiose zwischen Fernweiterbildung und Beruf“

Ein Beitrag von Beatrice Fischer

Porträt

Bibliotheksleiterin Beatrice Fischer – Alle Bilder des Beitrags eigene Bilder der Autorin.

Nachdem ich 2009 die dreijährige Berufsausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Bibliothek in der Stadt- und Kreisbibliothek Sömmerda abgeschlossen hatte, folgte zunächst die befristete Übernahme für ein Jahr. 2010 erhielt erfreulicherweise einen unbefristeten Arbeitsvertrag und führte bereits hin und wieder Gespräche mit der Bibliotheksleitung über weitere Möglichkeiten der Fortbildung im Bibliotheksbereich. Ich hatte das Glück, von der damaligen Bibliotheksleitung von Anfang an Unterstützung in Sachen Weiterbildung erfahren zu haben. Die Arbeit in der Bibliothek bereitete mir Spaß und Freude. Der Beruf des FaMI ist sehr vielseitig und reichte in meinem Fall von der Betreuung der Ausleihe bis hin zur Mitwirkung an Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Aber auf der Suche nach einer Herausforderung und der beruflichen Weiterbildung interessierte ich mich zunehmend für die Berufsbegleitende Fernweiterbildung der Fachhochschule Potsdam. Ein Direktstudium kam für mich nicht in Frage, zu sehr hatte ich mich bereits an die Arbeit und das eigenständig verdiente monatliche Gehalt gewöhnt. Darauf wollte ich nicht mehr verzichten.

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Blick auf die Bibliothek Sömmerda

Mit dem Rückhalt der Bibliotheksleitung und einer anteiligen finanziellen Unterstützung durch den Arbeitgeber hatte meine Bewerbung an der FHP schließlich Erfolg und ich begann im Mai 2011 berufsbegleitend die Fernweiterbildung. Nach deren Abschluss und der erfolgreichen Verteidigung der Bachelorarbeit im Frühjahr 2015 hatte ich endlich den Abschluss Bachelor of Arts Bibliotheksmanagement in der Tasche. Der erhoffte Karriereschub ließ nicht lange auf sich warten: ein Wechsel in der Bibliotheksleitung stand an und ich war seit Beginn der Fernweiterbildung bereits in der Personalplanung als mögliche zukünftige Stellvertretung vorgesehen – natürlich nach einem erfolgreichen Abschluss. Seit Juni 2015 bin ich nun die stellvertretende Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek Sömmerda. Auf Grund der Elternzeit der neuen Bibliotheksleiterin übernehme ich seitdem auch für ein Jahr die amtierende Leitung.

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Beratung bei der Onleihe

Die Zeit während der berufsbegleitenden Fernweiterbildung war keine leichte. Wenn KollegInnen sich nach getaner Arbeit in den Feierabend oder in ein entspanntes Wochenende verabschiedeten, wusste ich: zu Hause wartet noch ein Haufen Arbeit auf dich. Neben dem Durcharbeiten von Unterrichtsmaterial und Fachlektüre standen Einzel- und Gruppenprojekte aber auch das Schreiben von mehr oder weniger umfangreichen Hausarbeiten an. Neben 3-4 zweitägigen Präsenzen im Jahr erfolgte die Wissensvermittlung in den jeweiligen Modulen online über die Lernplattform moodle. Es erfordert ein gutes Organisationstalent, neben beruflichen und privaten Verpflichtungen noch die einzelnen Deadlines der unterschiedlichen Module einzuhalten. In der Regel verliefen bspw. 3-4 Module gleichzeitig.

Es gab Zeiten, da hätte ich dem zusätzlichen und oft auch selbst auferlegten Stress und Druck gerne nachgegeben. Einigen anderen in meinem Kurs ging es phasenweise ähnlich. Auf den Abschluss der Fernweiterbildung bin ich daher in mehrfacher Hinsicht stolz.

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Blick in den Bibliothekssaal

Module wie Wissenschaftliches Arbeiten, EDV-Grundlagen, ABD-Infrastrukturen, Datenbanken und Bibliothekstypologie sind grundlegend und somit unverzichtbar. Rückblickend waren für mich vor allem die Module Informationsrecht, Medienpraktikum, Bildungsdienstleistungen, Vertiefung Management, Contentmanagementsysteme, Bestandsaufbau und –konzeption sowie das Wahlmodul Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising gewinnbringend. Mein bisheriges Fachwissen konnte ich durch diese Module erweitern und viele Inhalte wende ich heute regelmäßig in meinem Berufsalltag an, z. B. bei der Neugestaltung und Vorbereitung von Bibliothekseinführungen mit Schulklassen (Bildungsdienstleistungen und Informationskompetenz), der Personalführung (Vertiefung Management), der Betreuung der Homepage oder dem Bestandsaufbau.

Die Inhalte anderer Module waren für mich neu und für meine Arbeit in einer Öffentlichen Bibliothek auch wenig relevant, bspw. die Themen Open Access (Modul Digitale Publikations- und Medienformen), XML und Informatik. Interessant waren sie dennoch.

In den meisten Modulen war für mich ein direkter Praxisbezug gegeben. Hin und wieder konnte ich bereits beruflich gewonnene Erfahrungen in die Bearbeitung von Aufgaben einbringen, an anderer Stelle konnte ich die in Hausarbeiten erworbenen Kenntnisse im Job anwenden und das ein oder andere Projekt direkt umsetzen. Dieser Win-Win-Aspekt hat mir an der Fernweiterbildung sehr gut gefallen. Trotz des zusätzlichen Zeitaufwands, den man wirklich nicht unterschätzen sollte, kann ich die Fernweiterbildung der FHP jedem empfehlen, der sich berufsbegleitend weiterbilden möchte und eine höher gestellte Position im Bibliotheksbereich anstrebt.

M02 – English for Information Professionals (Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement)

Seit Mitte September hat auch die Fernweiterbildung Bibliothekmanagement einen neuen Dozeten für das Modul „English for Information Professionals. Ken Nein ist sein Name und  Erfahrungen bringt er gleich in doppelter Hinsicht mit: Zum einen lehrte er bereits bei einem Berliner Bildungsträger Fachenglisch und zum anderen ist er Muttersprachler –  was bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern genau so gut ankommt wie seine berühmten „Pennsylvania Dutch Cookies“…

Woher kommst du genau?

Ich bin in Pennsylvania, USA geboren (mein Ur-Ur-Großvater kam aus Deutschland). Nach meinem Studium in Amerika (Hauptfach English), bin ich 1976 nach Berlin umgezogen, eigentlich nur um kurzfristig Germanistik zu studieren. Zufälligerweise habe ich aber dann meine erste Tätigkeit im Bibliothekswesen als „Library Technician“ (heutzutage als FaMI bekannt) bei der U.S. Luftwaffe am Flughafen Tempelhof aufgenommen. Als ich dann später kommissarisch die Bibliotheksleitung übernommen habe, entschied ich, dort zu kündigen und mich beruflich zu qualifizieren. Meinen Diplom-Bibliothekar habe ich an der FU Berlin und eine Zusatzausbildung zum Musikbibliothekar an der FH Stuttgart gemacht.

Ken Nein

Unser neuer Englisch-Dozent: Ken Nein – Eigenes Foto.

In den 80er Jahren arbeitete ich an der FU Berlin in dem Forschungsprojekt „FiSch – Fachinformation in Schulen“, wobei wir viele Berufskollegen die (damals) brandneue Welt der Nachschlagewerke auf CD-ROM vorgestellt haben. Ich war dort Gastdozent für musikbibliothekarische Themen, z.B. Musikbibliographien. Zur gleichen Zeit war ich auf der internationalen Ebene des Musikbibliothekswesens aktiv und wurde 1987 auf der Jahrestagung der Internationalen Vereinigung der Musikbibliotheken, Musikarchive und Musikdokumentationszentren (IVMB) in Amsterdam zum Präsident der Öffentlichen Bibliotheken gewählt (Amtszeit: 3 Jahre). Später war ich fast ein Jahr im Auslandsarchiv des DIN-Instituts eingestellt und danach viele Jahre bei der Bibliographischen Agentur O. Gracklauer im Bereich der Titelschutzrecherche tätig. Seit 1998 leite ich die Schulbibliothek (Das Info-Labor) der Johann-Peter-Hebel-Grundschule in Berlin Wilmersdorf.

Wie ist dein Bezug zu Bibliotheken?

Ich bin eigentlich immer ein „library patron“ gewesen. Ich weiß sogar noch den Titel des ersten Buches, das ich als Grundschulkind ausgeliehen habe. Später auf der High School arbeitete ich ehrenamtlich als „Library Aid“. Während meines 4-jährigen Studiums verbrachte ich die halbe Zeit in der Bibliothek. Warum ist es mir nicht damals schon eingefallen, einen Masters-Abschluss in Library Science zu machen? Ich bin sicher, weil es sich um einen „Frauenberuf“ handele. Inzwischen bin ich emanzipierter als die meisten Frauen und muss ehrlich schmunzeln, wie bequem, selbstverständlich und vor allem naiv es damals war, als Mann solche Vorurteile zu verbreiten. Heutzutage betrachte ich Bibliotheken als letztes Bollwerk gegen die kommenden „New Dark Ages“.

Du unterrichtest ja schon seit einiger Zeit Englisch, oder?

Ja – wieder nur zufälligerweise ist das passiert. 2007 brauchte ein guter Freund, der damals Leiter eines Berliner Bildungsträger war, dringend einen Englischlehrer und bat mich, einige Kurse zu übernehmen, darunter auch Vorbereitungskurse für LCCI-Prüfungen (London Chamber of Commerce and Industry). Über die Jahre wurde das Lehrspektrum immer breiter: HSA- und MSA-Kurse für Schulabbrecher, Englischkurse für Logistiker, Immobilienmakler, Gesundheitsmanager, Erzieher (einer meiner Lieblingsbereiche), IT-Spezialisten, sogar im Bundestag wurde ich eingesetzt (und habe, nach all den Jahren ein neues Wort auf Deutsch gelernt; „Dünkel“). Vor einigen Jahren war es auch nur durch Zufall, dass ich – wegen Dozentenausfall – im FaMI-Bereich eingesetzt wurde. Englisch im Bereich des Bibliothekswesens zu unterrichten ist für mich ein echter Segen und „a work of love“.

Welches Modul lehrst du in der Fernweiterbildung?

Ich unterrichte „English for Information Professionals – Librarians“. Es war meine erste Erfahrung mit einem Moodle-Platform, aber ich hab’s überlebt. Ich freue mich, dass die FH Potsdam demnächst eine Art „Moodle for Dummies“-Kurs  anbietet. Sicherlich werde ich erfahren wie total umständlich ich alles gemacht habe.

Wie ist das Modul aufgebaut?  Wie ist der Unterschied zur bisherigen Lehrform der Blocklehre?

Die Fernweiterbildung ist natürlich kein Grammatikkurs. Also, so wie bei Dr. Jekyll und Mr. Hyde, muss ich meine Englischlehrer-Persönlichkeit öfter etwas unterdrücken. Trotzdem finde ich es aus professioneller Sicht absolut notwendig, erst festzustellen, wie gut (oder weniger gut) die Englischkenntnisse in der Klasse sind. Berufstätige FaMIs sollten auf der B1 Ebene sein. Das ist ja auch meistens der Durchschnitt. Nachdem die Werkzeugen für das Fachenglisch in der Warming-Up-Phase festgestellt werden, geht es dann mit der Anwendung richtig los: Lese- und Hörverständnis-Übungen und, nicht zu vergessen, Schreib- und Übersetzungsaufgaben. Sprechübungen werden nicht ganz vernachlässigt, aber, besonders bei einer Fernweiterbildung, ist das, rein praktisch gesehen, kein effektives Mittel. Mir ist vor allem wichtig, dass unsere Leute ihr Fachenglisch auffrischen und aufbauen. Deshalb werden die zu behandelnden Fachbegriffe ständig durch den ganzen Kurs von der Klasse gesammelt und bearbeitet. Wenigstens wird man für die Zukunft das Notwendige auf Papier haben. Hat man im Berufsalltag keine Möglichkeit, die Englischkenntnisse verbal zu benutzen, wird es kein Wunder, dass man vieles später vergisst.

Mit dem Begriff „Blocklehre“ vermute ich, dass du auch auf den Unterschied zwischen Fernstudium und Unterricht vor Ort hinweisen willst. Ich unterrichte Menschen und keine Namen auf einer Liste. D.h. mir ist der menschliche Kontakt primär wichtig. Das fällt hier natürlich fast komplett weg, aber man versucht so gut wie es geht, bei den drei Präsenztagen – vor allem am ersten Tag – schnell ein gewisses Verhältnis aufzubauen. Bei jeder Kurseinführung stelle ich mich mit meinem Vornamen vor. Das ist für manche Deutsche ein kultureller Schock, aber im Business English völlig legitim. Es ist auch schwerer, die Belastbarkeit der Teilnehmer einzschätzen, wenn man sich nicht jeden Tag sieht.

Welche Leistungsnachweise erbringen die TeilnehmerInnen?

Die meisten Aufgaben werden bei mir nicht benotet, aber unerledigte Aufgaben werden natürlich die Endnote negativ beeinflussen. Von den benoteten Aufgaben (inklusiv einen Fachbegriff-Test am letzten Präsenztag), wird einen Durchschnitt berechnet. Die letzte Aufgabe im Modul ist in „Independent Project“-Form und dient als praktische Anwendung.

Welchen Rat möchtest du unseren TeilnehmerInnen mit auf den Weg geben?

Es ist immer erfreulich, wenn man erfährt, dass eine neue Bibliothek irgendwo entsteht oder eine schon vorhandene Einrichtung renoviert oder ausgebaut wird. Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass wir in einem Land leben, in dem man keine Lösung für einen bitter notwendigen Neubau der Zentralbibliothek der Hauptstadt findet. Es geht schlicht und einfach um Prioritäten, und die Politik hat gezeigt, obwohl ein neues Gebäude mitten in der Stadt errichtet wird, dass man, in Hinsicht auf den Stellenwert des Bibliothekwesens, blind ist. Egal ob man in der „Weltstadt“ Berlin oder im Kleinkleckersdorf als BibliothekarIn arbeitet, sollte man auf der Hut sein.