Archiv der Kategorie: Bibliotheksmanagement

Informatik + Bibliothek = ???

Wenn mich die Leute fragen, was ich beruflich mache, so wäre es ein Leichtes zu sagen, ich sei Bibliothekar. Damit wäre alles gesagt. Die Leute hätten ein Bild von meinem beruflichen Alltag und eine Vorstellung von meinen Aufgaben zwischen Bücherregalen und an Informationstheken.  Genauso wäre es, wenn ich sagen würde, ich bin Fachinformatiker. Da sähe man mich wahrscheinlich den ganzen Tag vor einem PC sitzen und irgendwelche kryptischen Codezeilen in ein nicht minder kryptisches Programm hacken oder beim Aufbau von kabelverworr

Markus Caspers (an der VR-Station) – Foto: privat

enen PC- und Netzwerksystemen. Aber so ist es nicht, denn gelernt habe ich tatsächlich beides und mein beruflicher und akademischer Werdegang führte mich als sogenannter „Systembibliothekar“ in die IT-Abteilung der Stadtbibliothek Köln.

Wie kam es dazu?

Bibliotheken waren für mich schon sehr früh wichtige und sehr interessante Orte, die meine Kindheit und Jugend geprägt haben. Allerdings riet man mir nach dem Schulabschluss davon ab, eine berufliche Karriere in diese Richtung zu starten. Mangelnde Aufstiegschancen, geringer Verdienst und wenige Jobangebote waren die Gegenargumente. Da ich damals allerdings auch Interesse an informatischen Dingen hatte, führte mich dies 2005 in eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, welche ich 2008 abschloss. Allerdings merkte ich schon während der Ausbildung, dass die reine Entwicklung und Programmierung von Software zwar eine interessante und spannende Aufgabe ist, jedoch auf Dauer nicht die absolut passende Option für mich sein würde. Irgendetwas fehlte dann doch noch. Also entschied ich mich dazu, doch noch eine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (kurz: FAMI) in Fachrichtung Bibliothek bei der Stadtbibliothek Köln zu absolvieren, aller Gegenargumente zum Trotz. Eine richtige Entscheidung, wie sich zeigen sollte.

Die Bibliothekskirschblüten im Frühling – Foto: © Stadtbibliothek Köln

Nachdem ich meine FAMI-Ausbildung 2011 bei der Stadtbibliothek Köln abgeschlossen hatte, wurde ich unbefristet übernommen und stellte bald fest: Da geht noch mehr! Als FAMI bieten sich tatsächlich nur begrenzte Aufstiegsmöglichkeiten. Diese Erkenntnis führte mich 2012 allerdings nicht weg von der Bibliothek, sondern in die berufsbegleitende Fernweiterbildung für Bibliotheksmanagement an der FH Potsdam. Hier hatte ich nicht nur die Möglichkeit, mich neben meinem Beruf aus der Ferne weiterzubilden, das Ziel am Ende der Fernweiterbildung war außerdem (und ist es natürlich immer noch), mit allen erworbenen Modulzertifikaten in das letzte Semester des laufenden Regelstudiengangs Bibliotheksmanagement eingestuft zu werden und dort regulär den entsprechenden Bachelorabschluss zu erwerben. Zudem ist die FH Potsdam dafür bekannt, einen hohen informatischen Anteil im bibliothekarischen Studium anzubieten. Somit konnte ich hier auch meine Kenntnisse aus der Ausbildung zum Fachinformatiker einbringen.

Zentralbibliothek – Foto: © Stadtbibliothek Köln

Die Module der Fernweiterbildung vertieften nicht nur mein Verständnis des bibliothekarischen Fachgebiets, insbesondere wurden durch die Inhalte in den informatorisch-technischen Modulen wie EDV, XML, Datenbanken, Medienpraktikum, Informations-, Kommunikations- und Webtechnologien sowie Bibliothekstechnik nachhaltig meine Bibliotheks- und Informatikkenntnisse miteinander verknüpft. In meinem jetzigen Beruf als Systembibliothekar sind zwar die Inhalte der rein bibliothekarischen Fernweiterbildungsmodule wie formale und inhaltliche Erschließung, Bibliothekstypologien, Bestandskonzeption sowie Bibliotheksdienstleistungen oder Informationsquellen nicht mehr in dem Maße prägend, aber dennoch sind natürlich Grundkenntnisse am Arbeitsort Bibliothek nicht hinderlich. Ganz im Gegenteil. Die Fernweiterbildung in Potsdam hat mir zudem die Möglichkeit eröffnet einen höheren Abschluss bei gleichzeitiger Ausübung meines Berufes zu erwerben. Allerdings sei an dieser Stelle erwähnt, dass eine solche berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahme nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist. Wer sich dafür entscheidet, sollte wissen, dass dies mit großen Belastungen und Einschränkungen verbunden ist, da ein Großteil des Studiums in der Freizeit erledigt wird. Dafür ist die finanzielle Sicherheit einer Anstellung weiterhin gegeben und im Optimalfall winkt nach dem Bachelorabschluss sogar eine Versetzung auf eine höhere Position, wie in meinem Falle.

Während ich noch die Fernweiterbildung absolvierte, wurde 2015 eine FAMI-Stelle in der IT-Abteilung der Stadtbibliothek Köln frei, auf die ich mich aufgrund meiner beruflichen Qualifikation prompt bewarb und genommen wurde. Beide Fachrichtungen beruflich unter einen Hut zu bringen, war ein echter Glücksfall. Nach meiner Ausbildung zum  Fachinformatiker hatte ich lange Zeit gedacht, dass diese umsonst gewesen sei, da sie mir in meiner Bibliothekslaufbahn nichts nützen würde. Falsch gedacht! Es kam sogar so, dass in der IT-Abteilung gerade zum passenden Zeitpunkt nach meinem Bachelorabschluss im Herbst 2016 eine höhere Stelle frei wurde und ich Anfang 2017 auf diese umgesetzt werden konnte. Spiel, Satz und Sieg!

Aber was mache ich als „Systembibliothekar“ denn jetzt genau?

Kontrolle der Rückbucher-IT – Foto: privat

Eigentlich kennt man Systembibliothekare als IT-versierte Bibliotheksmitarbeiter eher aus den wissenschaftlichen Bibliotheken. Aber auch große öffentliche Bibliothekssysteme, wie die Stadtbibliothek Köln betreuen ihre umfangreiche IT-Infrastruktur mit bibliothekarisch-informatischem Fachpersonal. Zudem ist die Bezeichnung „Systembibliothekar“ nicht geschützt. Mein Arbeitsbereich in der IT-Abteilung der Kölner Stadtbibliothek umfasst zunächst die Betreuung und Pflege des Bibliotheksmanagementsystems. Dazu gehören die Fehleranalyse, Fehlerdokumentation und Anwendungsberatung. Zudem leiste ich zusammen mit meinem Team von acht Leuten den IT-Support für die bibliotheksspezifische Hardware, das Computernetzwerk, das RFID-Selbstverbuchungssystem sowie die Telefonanlagen. Eine weitere Säule bildet auch die Mitarbeit in IT-bezogenen Bibliotheksprojekten, in meinem Fall sind dies das Virtual-Reality-Angebot der Stadtbibliothek Köln und die „Onleihe“, der digitale E-Medien-Leihservice der öffentlichen Bibliotheken. Zudem erledige ich den Einkauf und die öffentlichen Vergaben von informationstechnisch relevantem Equipment für die Bibliothek. Dazu zählen standardmäßige Hard- und Software, Netzwerkkomponenten, Spezialinstallationen wie interaktive Präsentationssysteme sowie projektbezogene Beschaffungen wie beispielsweise VR- und Gaming-Zubehör oder auch mal ganz einfache Dinge wie USB-Sticks. Zu einem vollständigen Beschaffungsvorgang gehören dabei die Marktsichtung, Angebotseinholung, -vergleich und -vergabe, Liefer- und Rechnungsprüfung sowie die Inventarisierung.

Trotz der vielen informationstechnischen Aufgabengebiete ist mein bibliothekarisches Know-How dennoch unabdingbar. Um die informationstechnischen Strukturen in einer Bibliothek umsetzen und vermitteln zu können, sind Kenntnisse über bibliothekarische Datenformate, Ordnungssysteme, Abläufe in der Medienverbuchung oder Informationsvermittlung sowie in der Funktionsweise von Bibliotheksmanagementsystemen notwendig, um auch entsprechende Lösungen anbieten zu können. Zudem ist ein vielfach unterschätzter Punkt die Kommunikation zum Bibliothekspersonal und den Bibliotheksnutzern. Aus diesem Grund zählen auch Anwenderschulungen zu meinen Aufgaben.

Und wer sich jetzt generell fragt, was es mit diesen „Systembibliothekaren“ noch so auf sich hat, dem empfehle ich einen Blick in meine Bachelorarbeit „Der Systembibliothekar an deutschen Bibliotheken“ (https://opus4.kobv.de/opus4-fhpotsdam/frontdoor/index/index/docId/1390) auf dem OPUS-Server der FH Potsdam zu werfen. Bevor ich nämlich einer wurde, habe ich erstmal darüber geschrieben. Zufälle gibt’s… 😉

11. gradualer Bibliothekskurs in Planung!

Sie lieben Ihren Beruf als FaMI bzw. sind mit Leib und Seele gerne BibliotheksassistentIn? Könnten jedoch auch mal wieder Input vertragen? Dann haben wir da was für Sie…

In diesem Jahr wird der nunmehr 11. graduale Fernweiterbildungskurs Bibliothekswissenschaft an den Start gehen. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen und erneut ist das Interesse an einer Teilnahme groß, wie die zahlreichen Anfragen aus ganz Deutschland zeigen.

Doch welche Voraussetzungen sollten Sie, als unsere/unserer zukünftige/r TeilnehmerIn, mitbringen?

  • Eine abgeschlossene Berufsausbildung als FaMI (Fachrichtung Bibliothek) oder BibliotheksassistentIn
  • Eine mind. zweijährige Berufserfahrung in einer Bibliothek
  • Englischkenntnisse

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, dann steht einer Bewerbung nichts mehr im Wege. Das Bewerbungsschreiben sollte neben den entsprechenden Nachweisen (Zeugnis der Berufsschule, Arbeitszeugnis) ein Motivationsschreiben und einen Lebenslauf enthalten. Haben Sie in den letzen Jahren Fortbildungen besucht? Unterstützt IhrArbeitgeber die Fortbildung finanziell? Dann fügen Sie Ihrer Bewerbung bitte auch darüber Nachweise bei.

Und was erwartet Sie bei uns?

  • Aktuelle Lehrinhalte
  • Angenehme Kursgrößen in einem attraktiven Umfeld
  • Dozentinnen und Dozenten aus Wissenschaft und Praxis.

Eine Bewerbung ist noch bis zum 15. Juni möglich. Der Kursstart ist für Mitte Novemer 2017 geplant. Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne unter sabine.wolf[at]fh-potsdam.de zur Verfügung.

Ich freue mich auf Ihre Bewerbung!

Mit besten Grüßen aus Potsdam in die weite Welt,

Sabine Wolf

 

 

…und der Ball geht an …

…den 7. gradualen Kurs der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement!

Präsentation mal ohne PowerPoint – die Teilnehmenden fanden’s toll! – Foto: S. Wolf

Dieser Kurs hatte vor Kurzem das Vergnügen an einem Schreibtraining bei Rosaria Chirico teilzunehmen. Die Erwartungsabfrage startete die erfahrene Schreibtrainerin mit einem Ballwurf. Kreuz und quer warfen sich unsere TeilnehmerInnen den Ball zu und teilten ihre Erwartungen an das Training mit. „Tipps wie ich ins schreiben komme“, „Was ist eigentlich eine wissenschaftliche Sprache“ oder das „Beibehalten des roten Fadens“ waren nur einige der Aspekte, zu denen die TeilnehmerInnen  im Hinblick auf die im Herbst anstehende Bachelorarbeit Informationen erhalten wollten.

Viel Input… – Foto: S. Wolf

Rosaria Chirico, die eine Schreibwerkstatt aufgebaut hat, an der Ausbildung von Schreibtutorinnen mitwirkt und zu diesen und weiteren Themen  auch freiberufliche Trainings anbietet, ergänzt, dass das Studium oft wegen der schriftlichen Arbeit nicht abgeschlossen wird – etwas das nicht sein muss, „denn schreiben lernen kann jeder!“

Es ist wichtig, den eigenen Schreibstil und die Arbeitsweise zu kennen und zu akzeptieren. So gibt es z.B. den „Monochromen Strukturfetischist“ und den „Polychromen Ideenjunkie“. Während ersterer eins mit der Planung und Struktur wird, verliert sich der Zweite gerne in seinen Ideen und sprudelt vor Kreativität nur so über…

Sie erläuterte, was eigentlich beim Schreiben im Gehirn passiert und dass es eine äußere und innere Sprache gibt, die je nach Bedarf im Vordergrund steht und z.B. durch das Elternhaus oder auch die Region in der man aufwächst, geprägt wird.

Ideenjunkie oder Struktrufetischist? – Foto: S. Wolf

Um ins Schreiben reinzukommen und eine Routine dafür zu bekommen, riet sie mit dem Schreiben eine Journals zu beginnen und sich beim Schreiben auch gewollt wissenschaftlich auszudrücken. Eine weitere Hilfe sei das Lesen der Texte von Vorbildern aus dem wissenschaftlichen Kontext.

 

 

Im Rahmen der BA-Arbeit gab Rosaria Chirico außerdem den Tipp…

  • um nicht aus dem Schreibfluß zu kommen erst den Inhalt herunter zu schreiben und diesen dann im Anschluß in einen wissenschaftlichen Text umzuwandeln
  • den fertigen Text laut vorzulesen bzw. vorlesen zu lassen
  • auf Rituale zur Konzentration zurück zu greifen und ggfs. auch mal den Arbeitsort zu wechseln
  • das Zeitmanagement im Blick zu behalten und unbedingt eine Überarbeitungsphase einzuplanen
  • sich vom Thema abzugrenzen, denn eine zu große emotionale Bindung ans das Thema ist eher hinderlich denn förderlich.

Auch das wissenschaftliche Ausdrücken wurde geübt. So erhielten die TeilnehmerInnen die Aufgabe einen beliebigen Gegenstand erst in einer Alltaggsprache und dann in einer wissenschaftlichen Sprache zu beschreiben. Erstaunlich, wie wissenschaftlich plötzlich die Kappe eines Stiftes wirkt…

Äußerungen von „Mir hat’s gefallen, dass viele Übungen und nicht nur PowerPoint dabei waren“ über „Für Probleme gab es hier Lösungen!“ bis hin zu „Ich fand’s gut, dass man sich hier selbst wiedergefunden hat!“ zeigen, dass den TeilnehmerInnen der Workshop gut gefallen hat und sie mit Sicherheit viele Anregungen für ihre Abschlußarbeit mit auf den Weg bekommen haben. Und mit den dann noch zur Verfügung gestellten Checklisten kann die BA-Arbeit dann ja kommen, oder?

Geheimnis um… eine grüne Box

Das Geheimnis um die grüne Box wird nun gelüftet! Es handelt sich dabei um eine sogenannte „Ratschläge-Box“.  Bei dieser Box wurden jedoch keine Ratschläge rund um das Thema Hochzeit gesammelt (eine „Advice-Box“ kommt im englischsprachigen Raum meist dann zum Einsatz), sondern Tipps rund um die Fernweiterbildung Bibliothekswissenschaft.

Überraschung! – Foto: S. Wolf

Da sich unsere Teilnehmenden der derzeit vier laufenden Kurse während ihrer Präsenzen nicht sehen, kann z.B. unser gerade gestarteter Kurs nicht von den Erfahrungen und Ratschlägen der anderen Kurse in Bezug auf Arbeitspensum, Dozenten und Ablauf profitierten. Schade. Denn eigentlich könnten gerade die Teilnehmenden, die schon länger dabei sind, den Neugestarteten so viel mit auf den Weg geben. Aber zum Glück gibt es da ja so etwas wie die „Ratschläge-Box“.

Tolle Ermunterungen! – Fotos: S. Wolf

Wir haben den 7. grad. Kurs vor einiger Zeit gebeten, seine Ratschläge auf Moderationskarten zu schreiben und diese in besagte Box zu legen. Heute haben wir diese mit vielen Ermunternungen gefüllte Box dann an unsere „Neuen“ übergeben und jede/jeder konnte sich die Karte herausnehmen, die sie/er in Bezug auf die eigene Situation für passend hielt.

Angefangen von „Motiviere dich mit dem großen Ziel“ über „Schieb die Hausarbeit nicht so weit auf. Dann geht’s :-)“ bis hin zu „Knüpft untereinander Kontakt. Gemeinsam bringt mehr Spaß“ war die Box angefüllt mit vielen tollen tipps, die von unseren gerade gestarteten Teilnehmenden gerne in Empfang genommen wurden!

WANTED: Weiterbildungsmöglichkeit mit Zukunftspotential

Mein Name ist Mathias Bornschein, ich bin Mitarbeiter in der Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes und dort für die Zeitschriftenstelle und die Lizenzierung und Bereitstellung der elektronischen Inhalte oder neudeutsch electronic resources zuständig.

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Mathias Bornschein – Foto: privat

Nach dem Abitur habe ich im Jahr 2001 mein Studium der Rechtswissenschaften an der Martin Luther Universität in Halle/Saale begonnen. Nachdem meine Eltern für sich und mich beschlossen hatten, mein studentisches Lotterleben nicht weiter finanziell zu unterstützen, brach ich dieses Studium im Jahr 2003 erfolgreich ab und orientierte mich kurzerhand neu, um am 01.01.2004 eine duale Ausbildung im zukunftsorientierten Beruf Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste (FaMI) Fachrichtung Bibliothek im Umweltbundesamt am Standort Berlin zu beginnen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zum FaMI im Jahr 2006 übernahm ich als „Kardexfee“ die täglich anfallenden Aufgaben der Zeitschriftenstelle der größten deutschen Spezialbibliothek im Umweltbereich, deren Leitung ich nach personellen Veränderungen im Jahr 2009 am Hauptstandort Dessau-Roßlau sogar übernehmen konnte.

 

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Das Umweltbundesamt – Foto: Olesch ©2007

Als technikaffiner Mensch begeisterte mich in einem Science-Technology-und-Medicine geprägten Arbeitsumfeld vor allem der stetige digitale Wandel. Beherrschten zu Beginn meiner Ausbildung vor allem die gedruckten wissenschaftlichen Zeitschriften den Arbeitsalltag, findet sich der Großteil der benötigten Informationen heute digital im Internet oder in verschiedenen Datenbanken. Um unseren Nutzerinnen und Nutzern dennoch den Zugang zu dienstlich benötigten Informationen schnell, unkompliziert und zeitnah zu verschaffen, benötigt es daher viel Geduld, KnowHow und Schulungsbereitschaft. Förderlich dabei war sicherlich, dass ich nie eine besonders ausgeprägte Beziehung zu gedruckten Informationen hatte und privat schnell begeisterter Besitzer und Nutzer eines eBook-Readers war und auch schon immer nach neuen Wegen der Informationsbeschaffung und Informationsvermittlung gesucht habe.

Diese neuen Themenfelder eines modernen FaMI brachten jedoch schnell viele Fragen mit sich, die mit dem Wissen aus der Ausbildung häufig nicht mehr zu beantworten waren. Daher war ich irgendwann und irgendwie auf der Suche nach einer geeigneten Fortbildung im Bibliotheksbereich, welche zielorientiert, zukunftsfähig und neben dem Beruf zu bewältigten war.

Bei meinen Recherchen bin ich dabei schnell auf das Fernweiterbildungsangebot Bibliotheksmanagement bei der FH Potsdam aufmerksam geworden. Die angebotenen Module und die Aussicht auf einen akademischen Abschluss im Informationsbereich haben mich dann dazu bewogen, eine Bewerbung und die notwendigen Unterlagen bei der FH Potsdam einzureichen. Förderlich für diese Entscheidung war dabei auch die finanzielle Unterstützung meines Arbeitgebers, der natürlich ebenfalls an einer Weiterqualifizierung, in diesem für eine wissenschaftliche Spezialbibliothek immens wichtigen Bereich, interessiert war. Und so startete mein Comeback auf der Schulbank und der damit verbundene zweite Studienversuch pünktlich am 22.10.2012 mit meiner ersten Präsenz an der FH Potsdam.

Die Begrüßung zum 6. Kurs der Fernweiterbildung mit den Worten, dass wir wahrscheinlich der letzte Durchgang sein werden, der die altehrwürdigen Retro-Räumlichkeiten der Friedrich-Ebert-Str. 4 sein werden, klingt nach dem erfolgreichen Abschluss am 30.09.2016 dabei noch immer im Ohr und scheint irgendwie erst gestern gewesen zu sein.

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Während einer Schulung – Foto: Privat

Innerhalb der vergangenen vier Jahre wurde jedoch schnell klar, dass die Entscheidung auf jeden Fall die richtige war. Die zahlreichen Informationen in den verschiedenen Modulen waren praxisorientiert und zum größten Teil gut vermittelt. Das Erlernte konnte dabei für mich sowohl im Umweltbundesamt, als auch in einzelnen Arbeitskreisen (AK Öffentlichkeitsarbeit, AK Wissensmanagement) schnell angewandt werden. Sei dies Wissen aus dem Modul M07 „Datenbanken“ für den Aufbau einer internen Projektdatenbank, Wissen aus dem Modul M12 „Contentmanagementsysteme“ für den Aufbau einer Homepage für die AG der Bibliotheken der Ressortforschung des Bundes oder Wissen aus dem Modul M21 „Vermittlung von Informationskompetenz“ für die zahlreichen internen Schulungen zu lizenzierten Datenbanken oder Literaturverwaltung im Umweltbundesamt.

Der Input vieler Dozenten und der Austausch mit den anderen Mitstreiterinnen und Mitstreitern des Fernweiterbildungsdurchgangs halfen dabei häufig und verschafften mir in vielen Situationen und Vorträgen die notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen. Zugute kam mir in dieser Zeit sicherlich auch, dass sich mein direktes Arbeitsgebiet immer häufiger mit Themen der Fernweiterbildung beschäftigte. Open Access, Urheberrecht, Metadaten und Forschungsdatenmanagement wurden in den vergangenen Jahren dabei irgendwie treue Wegbegleiter. Die Zeit zwischen erster Präsenz und Verteidigung meiner Bachelorarbeit zum Thema „Konzeption und Durchführung eines Webinars zum Wissensmanagement“ war dabei dennoch nicht immer leicht. Vor allem der Aufwand mit den alltäglichen Aufgaben in der Fachbibliothek Umwelt und parallele Module der Fernweiterbildung im Rücken waren hin und wieder eine dienstliche, private oder Golfhandycap-Belastungsprobe.

Die unzähligen Informationen und Erfahrungen, neuen Bekanntschaften, eingerahmte Bachelorurkunde und natürlich auch die neuen Aufgaben als „Electronic Resource Librarian“ in der Fachbibliothek Umwelt des Umweltbundesamtes mit neuer Entgeltgruppe und Dienstort Berlin sind am Ende der Fernweiterbilungs- und Studienzeit mit dem Abschluss Bachelor of Arts Library Management aber aus meiner Sicht alle Mühen und Ärger wert.