Archiv des Autors: Sabine Wolf

Sauspannend! Der Stellenwert von Bewegungsarchiven für die Demokratiebildung – ein Radiointerview mit
Julia Hartung

Die Bedeutung der Archive von unten ist immens. Vielen klassischen Archiven ist es so gut wie nicht möglich, ihre Bestände um nicht-amtliches Archivgut zu bereichern und somit Überlieferungen zu bilden, bei denen es sich nicht um so genannte Herrschaftsüberlieferungen handelt.

Bei den Bewegungsarchiven – wie es das Beitragsbild der Illustratorin Tine Fetz bereits suggeriert – handelt es sich in der Regel um lebendige Dokumentationseinrichtungen mit einem Sammelschwerpunkt. Im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) sind die Archive von unten in der Fachgruppe 8 „Archive der Hochschulen sowie wissenschaftlicher Institutionen“ verortet. In diesem Jahr wurde das Positionspapier „Zur Zukunft der Archive von Protest-, Freiheits- und Emanzipationsbewegungen“ verabschiedet.

Ich wage zu behaupten, dass die Bedeutung der Archive von unten im digitalen Zeitalter weiterhin wächst: Wer sonst sollte die relevanten Bottom-Up-Prozesse im Web aus einer unübersichtlichen Masse an Informationen filtern und diese den offiziellen Überlieferungen gegenüberstellen können, wenn nicht Bewegungsarchive?

In diesem Radiointerview berichtet Julia Hartung von den Aufgaben und dem Stellenwert der deutschen Bewegungsarchive.

Julia Hartung ist Soziologin mit dem Schwerpunkt „Historische Aufarbeitung deutschen Verbrechen 1933-45“ und lebt und arbeitet in Berlin. Zur Zeit absolviert sie den Masterstudiengang Archivwissenschaft an der FH Potsdam und ist im Archiv der Akademie der Künste tätig.

Wir bedanken uns für den interessanten Beitrag :-)!

So schnell sind vier Jahre rum…

Nach vier Jahren hieß es nun Abschiednehmen. Im Herbst 2012 hatte der 6. graduale Kurs seine Eröffnungspräsenz, am letzten Freitag waren fast alle TeilnehmerInnen des Kurses persönlich erschien um Ihre Bachelorurkunde in Empfang zu nehmen. Einige BesucherInnen hatten sogar eine Fahrt von über sechs Stunden samt Stau in Kauf genommen um bei den Feierlichkeiten über den Dächern von Potsdam in der Wissenschaftsetage (WIS) dabei sein zu können.

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Auch das Catering stimmte! – Foto: A. Harmuth

Ina Hinrichs vom 6. gradualen Kurs hatte die Idee mit einer offiziellen Verabschiedung, ein Vorschlag den das Projektteam gerne aufgriff und man merkte es dem Kurs an: Wiedersehensfreude und Neugier waren groß –  hatten sich die TeilnehmerInnen doch zum letzten Mal vor fast einem Jahr gesehen. Von spontanen Vorträgen auf Englisch bis zu „Plötzlich Vorgesetzte“ oder Abteilungleiter – die beruflichen Wege haben bei der ein oder dem anderen nochmal für einen gewissen „Twist“ gesorgt, wie sich in persönlichen Gesprächen heraustellte. In der offiziellen Begrüßung durch die Projektkoordinatorin Sabine Wolf und dem Projektleiter Hans-Christoph Hobohm betonten beide dann auch, das sie den Kurs als harmonisch und von der Gruppendynamik sehr positv wahrgenommen und  gerne betreut haben und dankten für die sehr gute Zusammenarbeit.

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Oliver Wachholz erklärt das Eyetracking – Foto: A. Harmuth

Um die Spannung hinsichtlich der Zeugnissübergabe noch ein wenig zu steigern, konnten die BesucherInnen um 19.00 Uhr einer Führung durch die Austellung der WIS, dem Forschungsfenster,  beiwohnen. Herrn Oliver Wacholz, Assistenz der Geschäftsführung der WIS, war die Begeisterung bei der Vermittlung und ausführlichen Erklärung der Exponate mit jedem Satz anzumerken – aber so langsam machte sich dann doch Ungeduld breit – die Urkunden sollten verteilt werden! Und dann war es endlich so weit…

In seiner feierlichen Rede betonte Hans-Christoph Hobohm, dass die Fernweiterbildung mit ihrem Konzept bewusst dem von Peter Handke geprägten Begriff der Alleinmüdigkeit entgegenwirkt, die ja ansonsten jedem Studierenden blüht.  Zum Studieren gehöre auch, in Anlehnung an das bekannteste Studentenlied – Gaudiamus Igitur – „das Fröhlichsein“ und nicht nur die Arbeit. Den vielen gequälten Lächeln war jedoch zu entnehmen, dass gerade Letzteres die TeilnehmerInnen in ihrer Abschlußphase mehr begleitet zu haben schien.

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Ein Dankeschön ans Projektteam für die Betreuung – Foto: A. Harmuth

Aber die Mühen haben sich gelohnt. Eltern, Partnerinnen, Partner und Kinder verfolgten gespannt den Aufruf des Namens und die Nennung des jeweiligen Themas. Titel wie  „Das Konzept der  „Open library“ an öffentlichen Bibliotheken Deutschlands“, „Der Systembibliothekar an deutschen Bibliotheken“, „Marketingmaßnahmen zur Gewinnung von Jugendlichen als Nutzer öffentlicher Bibliotheken“, „Konzeption einer neuen Aufstellungssystematik für die Kinderbibliothek der Christian-Weise-Bibliothek“ oder auch „Konzeption und Durchführung eines Webinars zum Wissensmanagement“ zeigten, dass die TeilnehmerInnen der Fernweiterbildung herausfordernde und überwiegend praxisorientierte Fragestellungen in Ihren Abschlußarbeiten behandelt haben und das mit großem Erfolg, wie an den tollen Abschlußnoten zu sehen war!

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Schöne Location, gelungener Abend! – Foto: S. Wolf

Der Abend klang mit einem netten Beisammensein aus, bei dem sich alle nochmals gerne an die vier sehr schnell vergagenen Jahre erinnert haben. Nette Gäste, ein schöner Abend, der allen gefallen hat – so fiel auch uns der Abschied wenigstens nicht ganz so schwer…

WP-A1 – IuK-Technologien (M.A. Archivwissenschaft)

Nach langer Pause ist es wieder soweit: Hier kommt ein neuer Beitrag aus unserer Reihe „Module unter der Lupe“! Professor Dr. Jörg Bleymehl erweckt unser Wahlpflichtmodul „Informations- und Kommunikationstechnologien“ im M.A. Archivwissenschaft zu neuem Leben. Seit 2000 vertritt er an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Fakultät Medien, das Lehrgebiet Angewandte Medieninformatik und Mediengestaltung. Schwerpunkte seiner Lehre im Studiengang Medientechnik sind Webentwicklung und Entwicklung mobiler Anwendungen. Im Studiengang Museologie lehrt er „Datenmanagement und Datenbanken“ und im Studiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft „Medienkompetenz und Medienherstellung“.

In Anlehnung an die Entwicklungen des Social Web im Archivwesen verhilft der „im Umgang mit GeisteswissenschaftlerInnen geübte“ Ingenieur dem Modul zu neuem Glanz. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit :-)!

Worum geht es bei dem Modul?

Prof. Dr. Jörg Bleymehl

Prof. Dr. Jörg Bleymehl

In der heutigen Zeit sind IuK-Technologien allgegenwärtig und die Entwicklung schreitet rasant voran. Grundlegende Kenntnisse sind daher für alle Bereiche hilfreich, wenn nicht sogar notwendig. Dies gilt auch für die Archivwissenschaft. Diese Kenntnisse sollen es den Studierenden ermöglichen, Möglichkeiten der Technologien für die eigene Arbeit zu erkennen und/oder zu bewerten. Natürlich macht es wenig Sinn, hier allzu tief in technische Details einzusteigen. Hierfür gibt es entsprechende Fachleute.

Der Fokus des Moduls wird auf dem Internet liegen. Hier wird erst einmal die Funktionsweise in vereinfachter Form vermittelt und wichtige Begriffe, die mittlerweile sogar das heimische Wohnzimmer erreicht haben, erläutert (Router, VPN u.a.).

Im weiteren Verlauf des Moduls werden dann verschiedene Dienste des Internet vorgestellt, die von den Studierenden genutzt werden, so z.B. ein Content Management System zum Erstellen einer Webseite oder eines Blogs sowie Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke. Wichtig ist, die Grundprinzipien der Dienste zu verstehen und deren Erfolg nachvollziehen zu können.

Was bringen die Studierenden bereits mit?

Die Studierenden dürften sehr inhomogene Voraussetzungen mitbringen, bedingt durch berufliche oder private Erfahrungen und Präferenzen. Auch ist zu erwarten, dass verschiedenen Diensten (z.B. Facebook) gegenüber durchaus Vorbehalte herrschen und eine private Nutzung deshalb explizit vermieden wird. Hier gilt es, objektive Kriterien herauszuarbeiten, die es ermöglichen, eine Nutzung solcher Dienste im beruflichen Rahmen neutral zu bewerten.

Welche Prüfungsleistung gibt es?

Die Prüfungsleistung wird eine praktische Abschlussarbeit. Hier ist es wünschenswert, dass die Studierenden ein Projekt angehen, welches direkt mit ihrer Tätigkeit in Verbindung steht. Es muss daher mit den Studierenden individuell abgestimmt werden, um was es sich genau handelt.

Vielen Dank!

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Koblenz, wir kommen!

Die „Koffer“ sind gepackt und wir machen uns abreisebereit für den 86. Deutschen Archivtag in Koblenz. Vom 28. – 30. September werden wir mit einem Messestand auf der „Archivistica“ vertreten sein. In diesem Jahr haben wir unser Beratungsangebot für InteressentInnen ausgebaut.

Wir freuen uns darauf, alle Interessierten auf dem #archivtag am Stand 13 zu begrüßen! 🙂

 

„Gewonnene Erfahrungen einbringen oder Eine gelungene Symbiose zwischen Fernweiterbildung und Beruf“

Ein Beitrag von Beatrice Fischer

Porträt

Bibliotheksleiterin Beatrice Fischer – Alle Bilder des Beitrags eigene Bilder der Autorin.

Nachdem ich 2009 die dreijährige Berufsausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Fachrichtung Bibliothek in der Stadt- und Kreisbibliothek Sömmerda abgeschlossen hatte, folgte zunächst die befristete Übernahme für ein Jahr. 2010 erhielt erfreulicherweise einen unbefristeten Arbeitsvertrag und führte bereits hin und wieder Gespräche mit der Bibliotheksleitung über weitere Möglichkeiten der Fortbildung im Bibliotheksbereich. Ich hatte das Glück, von der damaligen Bibliotheksleitung von Anfang an Unterstützung in Sachen Weiterbildung erfahren zu haben. Die Arbeit in der Bibliothek bereitete mir Spaß und Freude. Der Beruf des FaMI ist sehr vielseitig und reichte in meinem Fall von der Betreuung der Ausleihe bis hin zur Mitwirkung an Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Aber auf der Suche nach einer Herausforderung und der beruflichen Weiterbildung interessierte ich mich zunehmend für die Berufsbegleitende Fernweiterbildung der Fachhochschule Potsdam. Ein Direktstudium kam für mich nicht in Frage, zu sehr hatte ich mich bereits an die Arbeit und das eigenständig verdiente monatliche Gehalt gewöhnt. Darauf wollte ich nicht mehr verzichten.

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Blick auf die Bibliothek Sömmerda

Mit dem Rückhalt der Bibliotheksleitung und einer anteiligen finanziellen Unterstützung durch den Arbeitgeber hatte meine Bewerbung an der FHP schließlich Erfolg und ich begann im Mai 2011 berufsbegleitend die Fernweiterbildung. Nach deren Abschluss und der erfolgreichen Verteidigung der Bachelorarbeit im Frühjahr 2015 hatte ich endlich den Abschluss Bachelor of Arts Bibliotheksmanagement in der Tasche. Der erhoffte Karriereschub ließ nicht lange auf sich warten: ein Wechsel in der Bibliotheksleitung stand an und ich war seit Beginn der Fernweiterbildung bereits in der Personalplanung als mögliche zukünftige Stellvertretung vorgesehen – natürlich nach einem erfolgreichen Abschluss. Seit Juni 2015 bin ich nun die stellvertretende Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek Sömmerda. Auf Grund der Elternzeit der neuen Bibliotheksleiterin übernehme ich seitdem auch für ein Jahr die amtierende Leitung.

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Beratung bei der Onleihe

Die Zeit während der berufsbegleitenden Fernweiterbildung war keine leichte. Wenn KollegInnen sich nach getaner Arbeit in den Feierabend oder in ein entspanntes Wochenende verabschiedeten, wusste ich: zu Hause wartet noch ein Haufen Arbeit auf dich. Neben dem Durcharbeiten von Unterrichtsmaterial und Fachlektüre standen Einzel- und Gruppenprojekte aber auch das Schreiben von mehr oder weniger umfangreichen Hausarbeiten an. Neben 3-4 zweitägigen Präsenzen im Jahr erfolgte die Wissensvermittlung in den jeweiligen Modulen online über die Lernplattform moodle. Es erfordert ein gutes Organisationstalent, neben beruflichen und privaten Verpflichtungen noch die einzelnen Deadlines der unterschiedlichen Module einzuhalten. In der Regel verliefen bspw. 3-4 Module gleichzeitig.

Es gab Zeiten, da hätte ich dem zusätzlichen und oft auch selbst auferlegten Stress und Druck gerne nachgegeben. Einigen anderen in meinem Kurs ging es phasenweise ähnlich. Auf den Abschluss der Fernweiterbildung bin ich daher in mehrfacher Hinsicht stolz.

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Blick in den Bibliothekssaal

Module wie Wissenschaftliches Arbeiten, EDV-Grundlagen, ABD-Infrastrukturen, Datenbanken und Bibliothekstypologie sind grundlegend und somit unverzichtbar. Rückblickend waren für mich vor allem die Module Informationsrecht, Medienpraktikum, Bildungsdienstleistungen, Vertiefung Management, Contentmanagementsysteme, Bestandsaufbau und –konzeption sowie das Wahlmodul Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising gewinnbringend. Mein bisheriges Fachwissen konnte ich durch diese Module erweitern und viele Inhalte wende ich heute regelmäßig in meinem Berufsalltag an, z. B. bei der Neugestaltung und Vorbereitung von Bibliothekseinführungen mit Schulklassen (Bildungsdienstleistungen und Informationskompetenz), der Personalführung (Vertiefung Management), der Betreuung der Homepage oder dem Bestandsaufbau.

Die Inhalte anderer Module waren für mich neu und für meine Arbeit in einer Öffentlichen Bibliothek auch wenig relevant, bspw. die Themen Open Access (Modul Digitale Publikations- und Medienformen), XML und Informatik. Interessant waren sie dennoch.

In den meisten Modulen war für mich ein direkter Praxisbezug gegeben. Hin und wieder konnte ich bereits beruflich gewonnene Erfahrungen in die Bearbeitung von Aufgaben einbringen, an anderer Stelle konnte ich die in Hausarbeiten erworbenen Kenntnisse im Job anwenden und das ein oder andere Projekt direkt umsetzen. Dieser Win-Win-Aspekt hat mir an der Fernweiterbildung sehr gut gefallen. Trotz des zusätzlichen Zeitaufwands, den man wirklich nicht unterschätzen sollte, kann ich die Fernweiterbildung der FHP jedem empfehlen, der sich berufsbegleitend weiterbilden möchte und eine höher gestellte Position im Bibliotheksbereich anstrebt.