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M 15 – Aktenkunde/Records Management/eGovernment (Fernweiterbildung Archiv)

Unsere langjährige Lehrbeauftragte in der Fernweiterbilduldung und im Masterstudiengang Archivwissenschaft Petra Rauschenbach ist Leiterin der Abteilung DDR im Bundesarchiv. Sie ist regelmäßig Referentin auf Fachtagungen, u.a. beim Brandenburgischen Archivtag 2014, wo sie die Ordnungs- und Verzeichnungsgrundsätze der DDR präsentierte.

Worum geht es bei dem Modul? Das Modul Aktenkunde/Records Management/eGovernment vermittelt unter anderem grundlegende Kenntnisse der klassischen und modernen Schriftgutverwaltung mit seinen Begrifflichkeiten, gewährt einen Einblick in die Entstehung und Bildung von Akten sowie in das Registraturwesen. Darüber hinaus stehen elektronische Akten im Fokus des Moduls.

Warum ist Aktenkunde/Records Management/eGovernment für die Archivpraxis so wichtig? Alle in der Archivpraxis anfallenden Arbeitsschritte stehen im direkten oder indirekten Zusammenhang mit der Aktenbildung und wirken sich auf die Arbeitsressourcen aus. Das Verständnis dafür sichert den professionellen Umgang mit den Akten. Sofern der jeweilige Tätigkeitsbereich dies vorsieht, kann mit Hilfe der erworbenen Kenntnisse auf die Schriftgutverwaltung eingewirkt werden. Die Inhalte des Moduls verstehen sich auch als Anleitung zum praktischen Handeln.

Petra Rauschenbach

Petra Rauschenbach

Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit? FaMi sind aufgrund ihrer Ausbildung und entsprechender Praktika oder vorliegender Berufserfahrung bereits für das Thema sensibilisiert. Sie können ihre praktischen Erfahrungswerte einbringen und diese mit neuen bzw. vertiefenden theoretischen Kenntnissen erweitern.

Welche Prüfungsleistung gibt es? Vorgesehen ist ein E-Learning-Kurs bzw. eine Gruppenarbeit über „Moodle“ mit anschließender Präsentation.

Wie können sich Interessierte darauf vorbereiten?

Hier zwei Links zum Einstieg:

Was sagen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer?

„Gute Dozentin mit merklichem Spaß am Modul!“

Vielen Dank :-)!

M08 – Englisch für ArchivarInnen (Fernweiterbildung Archiv)

Alexander Zöller ist frisch gebackener M.A. Informationswissenschaften – Absolvent und Promovent im Bereich „Kulturerbe Film“. Er arbeitet zudem als freier Mitarbeiter für das Bundesarchiv – Filmarchiv. In der Fernweiterbildung Archiv lehrt er erstmalig das Modul Fachenglisch (oder auch: „Englisch für ArchivarInnen“). Alexander Zöller ist erfahrener Referent auf internationalen Fachtagungen und hat längere Zeit in Neuseeland gelebt.

Zu seinen Veröffentlichungen zählen u. a. „Soldaten oder Journalisten? Das Image der Propagandakompanien zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ oder auch „Versprengtes Erbe. Das Reichsfilmarchiv (1934-1945) und seine Hinterlassenschaften“.

Wir freuen uns sehr über den „Nachwuchs“ in unserem Lehrbeauftragten-Pool :-)!

Worum geht es bei dem Modul?

Das Modul „M08 – Fachenglisch“ vermittelt die Grundlagen der englischen Sprache im

Alexander Zöller

Alexander Zöller

archivfachlichen Kontext. Angestrebt wird eine möglichst praxisnahe Wissensvermittlung von fachbezogenem Englisch wie es im Arbeitsalltag zum Einsatz kommt. Zum einen werden gängige Fachbegriffe und -konzepte erläutert, zum anderen die Anwendung des Englischen im schriftlichen Verkehr und im direkten Kontakt mit den NutzerInnen geübt (Korrespondenz, Telefonieren, Benutzergespräch). Wichtig hierfür sind flüssiges Lesen und Verstehen sowie die Übersetzung von Begriffen oder kurzen Texten (deutsch – englisch / englisch – deutsch). Schulkenntnisse des Englischen sind Voraussetzung für die Teilnahme und werden im Laufe des Kurses vertieft.

Warum ist Englisch für die Archivpraxis so wichtig?

Auch in kleineren Archiven gehört Englisch heutzutage zum „Alltag“, sei es bei der Beantwortung von Anfragen oder bei der Erteilung von Auskünften vor Ort. Fachliteratur und Archivnormen des Auslandes sind häufig auf Englisch abgefasst und werden hierzulande verstärkt rezipiert.

Welche Prüfungsleistungen gibt es?

Die vermittelten Inhalte werden durch insgesamt fünf Zulieferungen geprüft, welche die KursteilnehmerInnen zu festen Abgabeterminen einreichen. Hierbei werden die Kursinhalte Zug für Zug in praxisnahe Übungen umgesetzt. Von diesen fünf Aufgaben werden die drei am höchsten bewerteten für die Notenfindung herangezogen. Auf diese Weise soll das vermittelte Wissen in der Breite geprüft werden, ohne dass jede (Pflicht-)Aufgabe mit der gleichen Intensität bearbeitet werden muss – es wird also eine gewisse Flexibilität ermöglicht, die Prüfungsleistungen auf die eigenen Stärken auszurichten.

Wie können sich Interessierte auf das Modul vorbereiten?

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass nicht alle KursteilnehmerInnen ihre in der Schule beziehungsweise in der Ausbildung erworbenen Englischkenntnisse auch praxistauglich anwenden können. Es hat sich als sehr hilfreich erwiesen, bereits im Vorfeld immer wieder einmal Texte auf Englisch zu lesen oder entsprechende Filme oder Fernsehserien anzusehen. Das muss nicht viel sein, sollte aber möglichst regelmäßig geschehen. Je flüssiger das Englische in seinen Grundzügen beherrscht wird, desto einfacher ist es dann auch, Fachbegriffe oder komplexere Konzepte zu verstehen und zu erläutern. Wenn ihr eine amerikanische Lieblingsserie habt: Versucht es einfach einmal mit der Originalfassung.

Die Literatur zum Fachenglischen in der Archivwelt ist bislang sehr überschaubar. Für das Nachschlagen von Fachbegriffen gibt es das Wörterbuch von Dirk Ullmann und Keith Allen: „Fach-Englisch für Archivare„, Berlin 2011.

Vielen Dank :-)!

M12 – XML (Fernweiterbildung Archiv)

Unser Lehrbeauftragter Dr. Ivo Keller beschäftigt sich vor allem mit Themen wie Big Data, Human Machine Interaction, Retrieval Systeme und verteilte Wissensplattformen. In der Fernweiterbildung Archiv lehrt er neben dem Pflichtmodul „XML“ auch das Wahlmodul „Information Retrieval“. In seinem kurzweiligen Bericht beschreibt er seine Lehrerfahrung aus Sicht eines Lehrenden ohne archivischen/ geisteswissenschaftlichen Kontext – mit allen Hürden und Erfolgserlebnissen :-).

„XML für die Archivare? Na, mehr als das XMLSpy können Sie da nicht verlangen, das sind doch keine Informatiker!“ – wir werden sehen. Wer nur rumklicken kann, wird von jedem 14-Jährigen ersetzt; die Leute brauchen Grundlagen und für die muss man sie halt fordern.

XML oder: Extensible Markup Language

XML oder: Extensible Markup Language

Und ab ging die Post. In sämtlichen Netzwerken ist XML präsent, da muss man Webservices programmieren, die Clients melden sich an, es geht um kleine Header und große Nutzdaten und um ein einheitliches Textformat – tagauf, tagzu dasselbe Prinzip. Und wenn man die Texte erst von Solr verarbeiten lässt, wird‘s so richtig interessant. Riesige Datenmengen für die Klassifikation, hochdimensional und chaotisch, welche Freude – aber was davon werden diese ArchivarInnen brauchen?

Außer der Konvertierung erstmal nichts. Wenn sie dann Blut geleckt haben, vielleicht ein bisschen mehr. Und leider verstehen sich diese Leute als Kulturträger und sehen sich über den Niederungen der Technik; der Ärger lag also in der Luft.

In die Einführungsveranstaltung hatte ich zu viel Stoff gepackt, die Pause überzogen – es würde übel werden. Bei der ersten Hausarbeit fingen sie dann auch prompt an, sich zu beschweren, sie würden die Aufgabenstellung nicht verstehen. Kinder, wie einfach soll ich‘s euch denn noch machen?!

Dr. Ivo Keller

Dr. Ivo Keller

– Ich hatte schlicht vergessen, die Aufgabenstellung hochzuladen.

Und anschließend kam ich aus dem Staunen nicht mehr raus. Das waren Erwachsene, die sehr wohl verstanden hatten, warum sie sich mit Mitte 30 noch ein Studium aufbürden sollten. Wie die sich schinden konnten! Hatte ich mich mal nicht klar ausgedrückt, fingen sie an, es hin und her zu zirkulieren. Nein, jetzt war es vorbei mit dem kollaborativen Lernen und dass sich die Leute schon irgendwie selbst eintakten würden. Von jetzt ab musste ich immer hinterher sein. Im Forum war es manchmal zum Steinerweichen, die brauchten sofort Hilfe. Oft hatte ich keine Zeit mehr, eine süffisant-wegweisende Frage zu formulieren, sondern musste prompt zur Antwort übergehen. Und siehe, die Leute gingen mit. Mit der Zeit wurden sie charakterliche Hacker. Die Fehlermeldung nicht einfach mit einem Fluch wegklicken, sondern lesen, nüchtern denken, es anders probieren. Als eine Studentin meinetwegen Urlaub genommen hatte, musste ich den Stoff vereinfachen. Alles wurde gut.

Bis mir Microsoft höchstselbst in die Quere kam. Hatten die doch das XML wieder zurückgefahren?! Uns drohte das Ziel abhanden zu kommen, wozu jetzt noch diese Quälerei? Jetzt verstand ich auch, warum mich ein Buchautor zum Leidensgenossen geadelt hatte. Aber nach einigen harten Wochen fand sich schließlich doch ein gutes Ende, der Knoten löste sich, die Veranstaltung wurde wieder rund.

Summa summarum habe ich den Eindruck gewonnen, den unüberwindbaren Graben doch etwas zugeschüttet und der Mehrheit meiner Studierenden zu programmiererischen Erfolgserlebnissen verholfen zu haben. Das Thema blieb auf dem Grat zwischen der Big Data-Welt und dem Kulturbewahrenden der Archivare, und ich selbst bin seitdem ein bekennender Anhänger der Erwachsenenbildung.

M12 – Contentmanagementsysteme
(Fernweiterbildung Archiv)

Michael Panitz ist Mitarbeiter bei Mediamid Digital Services GmbH und hat 2012 seinen Master im Studiengang Informationswissenschaften an der FH Potsdam abgeschlossen. In der Fernweiterbildung Archiv lehrt er in diesem Jahr erstmalig das Modul „Content Management systeme“ (CMS). Lehrerfahrungen konnte er bereits in „unserem“ Direktstudium und in der Fernweiterbildung Bibliotheksmanagement sammeln.

Michael_Panitz

Lehrbeauftragter Michael Panitz

Worum geht es bei dem Modul?

Das Modul soll den Studierenden die Bedeutung von Content auf der einen und die Verwaltung desselben mit Hilfe geeigneter Systeme auf der anderen Seite nahe bringen. „Content“ wird heutzutage im digitalen Umfeld oft zitiert, aber nur schwammig „präzisiert“. Der Kurs setzt da an und betrachtet unterschiedliche Arten von Content, die von Webseiten-Inhalten, über Fotos bis hin zu digitalen Archivalien reichen können. Die entsprechende Anzahl von Systemen ist dementsprechend, weswegen ein kleiner Querschnitt präsentiert wird.

Warum sind CMS für die Archivpraxis so wichtig?

Auch „Digitale Archive“ sind im weitesten Sinne Content Management Systeme, ebenso wie Online-Findbücher. Aber die Bedeutung von CMS fängt für ein Archiv bei einer optimalen Webpräsenz an, die den Zugang erleichtert, Besucher über Nutzung und Öffnungszeiten informiert und auch ohne Findbücher wenigstens die Schwerpunkte der Archivinhalte umreißt. Da mit frei verfügbarer Software ohne viel Einarbeitung eine Realisierung möglich ist, sind CMS auch für die Archive wichtig und keine ausschließliche Sache der IT – gerade bei kleineren Archiven.

Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit? Auf welche (Ausbildungs-)kenntnisse und –fähigkeiten kann hier aufgebaut werden?2000px-Logo_TYPO3.svg

Trotz des vergleichsweise geringen technischem Know-How ist ein eine gewisse technische Affinität sicherlich von Vorteil. Grundsätzliche Kenntnisse gängiger Office-Anwendungen, Online-Editoren und generelles Interesse an Web-spezifischer /-gestützter Arbeit sind zudem hilfreich für einen leichteren Einstieg, aber kein Muss. Für das Konfigurieren und Aufsetzen vieler Systeme in der Grundausstattung sind oftmals tatsächlich keinerlei Vorkenntnisse notwendig. Je größer die Systeme und der gewünschte Funktionsumfang, desto mehr Einarbeitung ist notwendig.

Welche Prüfungsleistung(en) gibt es?

Es gibt drei schriftliche Hausaufgaben, die zwei Drittel der Endnote ausmachen. Eine praktische Hausaufgabe geht zu einem Drittel in die Endnote ein.

Wie können sich Interessierte darauf vorbereiten?

Tatsächlich ist die „Wikipedia“ hier für den Einstieg sehr gut geeignet:

Herr Dr. Ulrich Kampffmeyer hat im Rahmen seiner Unternehmensberatung „PROJECT CONSULT“ einige interessante Beiträge veröffentlicht:

Und noch allgemeine Infos:

Vielen Dank!

M13 – Paläographie (Fernweiterbildung Archiv)

Nach sechseinhalb Jahren Dienst verließ uns im September 2015 unser geschätzter wissenschaftlicher Mitarbeiter Norman Warnemünde (M.A. Public History), da er sich künftig noch stärker im Bereich der Geschichtsvermittlung – insbesondere in der Gedenkstättenarbeit –  engagieren möchte. Nichtsdestotrotz bleibt er unserem Team auf andere Weise treu! Seit diesem Jahr lehrt Norman Warnemünde das Modul „M 13 – Paläographie“ in der Fernweiterbildung Archiv und greift hierbei auf langjährige Erfahrungen als Dozent für Genealogie und Paläographie in der Erwachsenenbildung zurück.

Rezept in Kurrent

Rezept in Kurrent – Die ersten Übungen sollen das Lesen lernen schmackhaft machen

 Worum geht es bei dem Modul?

Das Modul besteht aus zwei Hauptsäulen. Zum einen lernen die KursteilnehmerInnen die wichtigsten Entwicklungsstufen der Schriftgeschichte und ihre Zusammenhänge kennen. Neben dieser theoretischen Komponente liegt der Fokus vor allem auf dem Erlernen der deutschen Schrift des 19.-20. Jahrhunderts, was das Modul auch sehr übungsintensiv macht.

Warum ist Paläographie für die Archivpraxis so wichtig?

Natürlich gehört die Anwendung paläographischer Kenntnisse nicht für alle ArchivarInnen zur täglichen Arbeit. Nichtsdestotrotz sind sie für die Erschließung, Verzeichnung und Benutzung älterer Akten oder Nachlässe unverzichtbar. Ebenso kommt man als ArchivarIn bei Nutzerauskünften, Vorbereitungen archivpädagogischer Projekte oder Ausstellungsvorhaben zu bestimmten Themen schwer um Schriftkunde herum.

Was bringen ausgebildete FaMI bereits mit? Auf welche (Ausbildungs-)kenntnisse und –fähigkeiten kann hier aufgebaut werden?

Mit Paläographie kamen die KursteilnehmerInnen zum ersten Mal bereits während ihrer FaMI-Ausbildung in Kontakt. Mit Hinblick auf das Lesevermögen ist daher bei vielen TeilnehmerInnen erstes Vorwissen erkennbar. Ziel des Kurses ist es, dieses Vorwissen zu vertiefen und um die theoretische Basis zu ergänzen.

Welche Prüfungsleistung(en) gibt es?

Weg zum Zertifikat

„Nur sieben Etappen bis zum Ziel!“ – „Fahrplan“ für aktuelle TeilnehmerInnen des 5. gradualen Fernweiterbildungskurses Archiv

Neben regelmäßig zu transkribierenden Übungstexten wird es am Ende des Kurses eine 90-minütige Klausur geben, in der die TeilnehmerInnen neben einigen theoretischen Fragen vor allem nachweisen müssen, dass sie einen längeren Text nach vorgegebenen Richtlinien sicher transkribieren können.

Wie können sich Interessierte darauf vorbereiten?

Zur Einführung in die Schriftentwicklung empfehle ich den Überblick von Werner Frese in Norbert Reimanns Standardwerk für FaMI: Frese, Werner: Zur Entwicklung der Schrift. In: Reimann, Norbert (Hg.): Praktische Archivkunde. Ein Leitfaden für Fachmitarbeiter für Medien- und Informationsdienste. Fachrichtung Archiv, Münster 2004, S. 283-297.

Erste „Schnupper-Leseübungen“ sind mit Harald Süß‘ „Deutsche Schreibschrift. Lesen und Schreiben lernen“ möglich. Ebenso bietet die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns unter http://www.gda.bayern.de/DigitaleSchriftkunde/ ein umfangreiches Online-Angebot an paläographischen Leseübungen.

Vielen Dank Norman!